Aktualisiert 23.10.2012 20:55

Schwangere, aufgepasst

Fast-Food schädigt Ungeborenes

Forscher warnen: Junk-Food in der Schwangerschaft soll fürs Baby gleich schädlich sein wie Rauchen. Das Bundesamt für Gesundheit reagiert verhalten auf die Warnung.

von
S. Marty

Greift eine Frau während der Schwangerschaft zu oft zu Chips, Pommes-Frites oder Bisquits, gefährdet sie das Wohl ihres Kindes ähnlich, wie wenn sie täglich rauchen würde. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Umweltforschungszentrums CREAL in Barcelona, welche im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts rund 1100 Schwangere in Dänemark, England, Griechenland, Norwegen und Spanien untersucht hat. Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft viel Pommes-Frites assen, waren demnach leichter und hatten einen geringeren Kopfumfang.

Schuld dafür sei die Substanz Acrylamid, welche sich bei der Erhitzung der kohlehydratreichen Lebensmitteln bildet. «Acrylamid und Rauchen wirken sich vergleichbar auf das Geburtsgewicht aus», so John Wright, einer der Forscher vom Bradford Institut zum «Telegraph». Ein tieferes Geburtsgewicht wiederum sei ein Risikofaktor für zahlreiche negative gesundheitliche Folgen. «Solche Kinder sind später viel anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Osteoporose», so Studienleiterin Marie Pedersen. Die Forscher raten deshalb: «Schwangere Frauen sollten auf den exzessiven Verzehr von Pommes-Frites verzichten.»

In der Schweiz ist man mit solchen Ratschlägen vorsichtiger. In einem BAG Ratgeber heisst es bis anhin, dass Acrylamid keine spezifisch schädigende Wirkung auf das Ungeborene hat. «Die Studienergebnisse drängen auch jetzt kein sofortiges Handeln auf. Wir werden uns die Studie aber sicher genau anschauen und unsere Empfehlungen gegebenenfalls anpassen», so Otmar Zoller vom BAG.

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