Weinfelden TG: «Tiere brauchen auch Schutz vor Missbrauch»
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Weinfelden TG«Tiere brauchen auch Schutz vor Missbrauch»

Ein Bauer musste sich vor Gericht verantworten, weil er sich an Tieren vergangen hat. Tierschützer Reinhold Zepf fordert, dass Tiere besser geschützt werden.

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Mitte September stand ein Bauernsohn wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Tieren vor dem Bezirksgericht Weinfelden.

Mitte September stand ein Bauernsohn wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Tieren vor dem Bezirksgericht Weinfelden.

Istock / Wakila
Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf findet diese sodomitische Übergriffe «äusserst verwerflich».

Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf findet diese sodomitische Übergriffe «äusserst verwerflich».

Joachim Kohler
Wie der forensiche Psychiater Josef Sachs erklärt, seien Handlungen mit Tieren häufiger als man denkt. Die frühere Meinung, das gäbe es nur bei Menschen mit niedriger Intelligenz, habe sich nicht bestätigt:

Wie der forensiche Psychiater Josef Sachs erklärt, seien Handlungen mit Tieren häufiger als man denkt. Die frühere Meinung, das gäbe es nur bei Menschen mit niedriger Intelligenz, habe sich nicht bestätigt:

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Mitte September stand ein 30-jähriger Mann vor Gericht, weil er sich unter anderem über Jahre mehrfach sexuell an Tieren vergangen hat. Vor Gericht war er geständig. Der Mann wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten und einer Busse in Höhe von 4500 Franken verurteilt. Zudem soll er sich für drei Monate in psychotherapeutische Behandlung begeben.

Der Thurgauer Tierschützer Reinhold Zepf findet diese sodomitischen Übergriffe «äusserst verwerflich». «Man spricht immer vom Schutz vor sexuellen Übergriffen für Frauen und Kinder, doch Tiere sollen genauso geschützt werden», findet er.

«Er sollte nicht zum Hof zurückkehren»

Zudem ist der Tierschützer der Meinung, dass der Straftäter trotz psychotherapeutischer Behandlung nicht mehr zum Hof seines Vaters zurückkehren darf. «Wenn man als Bauer tätig ist und solche sexuellen Triebe hat, wird man auch nach einer Behandlung noch die Veranlagung dazu haben und es wieder tun», ist Zepf der Meinung.

Sexuelle Übergriffe mit Tieren häufiger als gedacht

Wie der forensische Psychiater Josef Sachs erklärt, sind sexuelle Handlungen mit Tieren häufiger als man denkt. «Es gibt Studien, gemäss denen etwa 7 bis 8 Prozent aller Männer, aber weniger als halb so viele Frauen, damit Erfahrungen haben. Exakte Zahlen fehlen allerdings, und Verzeigungen sind sehr viel seltener, weil die meisten Fälle mangels Zeugen nicht bekannt werden», so Sachs.

Zudem kämen sexuelle Handlungen mit Tieren in allen Bevölkerungsschichten vor. Die frühere Meinung, das gäbe es nur bei Menschen mit niedriger Intelligenz, habe sich nicht bestätigt: «Häufig findet man bei diesen Menschen aber Defizite in der Beziehungsfähigkeit. Nicht immer, aber oft ist die sexuelle Präferenz von Tieren auch mit gehäuften Gewaltfantasien verbunden.» Im vorliegenden Fall seien die Übergriffe aber derart massiv, dass zumindest eine schwere Beziehungsstörung vermutet werden müsse.

Über die Rückfallgefahr können laut dem Experten keine allgemein gültigen Aussagen gemacht werden. «Es gibt Fälle, in denen es sich um ein vorübergehendes Verhaltend handelt. In anderen Fällen, besonders wenn gleichzeitig eine schwer wiegende Störung der Persönlichkeitsentwicklung vorliegt, ist die Rückfallgefahr grösser», erklärt Sachs. Ebenfalls sei die «Heilbarkeit» einer sexuellen Präferenz fraglich: «Besonders, wenn sexuelle Handlungen mit Tieren für eine Person die einzige Möglichkeit der sexuellen Befriedigung darstellen.»

Meldung beim Tierschutz

Tierschützer Zepf ist indes froh, dass der Fall publik wurde: «Dadurch kann man die Leute vielleicht ermuntern, solche Fälle, wenn man sie im Umfeld mitbekommt, zumindest beim Tierschutz zu melden.» So könnten wenigstens die Tiere geschützt werden, wenn auch die Täter straffrei bleiben.

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