25.06.2020 12:34

Corona-Hotspot

Fast jeder zweite Ischgl-Bewohner hatte das Coronavirus

42 Prozent der Einwohner von Ischgl haben Corona-Antikörper gebildet. Der Tiroler Ski-Ort wurde im März zu einem Hotspot.

1 / 8
In Ischgl waren deutlich mehr Personen mit dem Coronavirus infiziert als gedacht.

In Ischgl waren deutlich mehr Personen mit dem Coronavirus infiziert als gedacht.

KEYSTONE
Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt.

Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt.

KEYSTONE
Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck.

Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck.

KEYSTONE

Im österreichischen Ischgl war ein grosser Teil der Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert. Nach Angaben der Medizinischen Universität Innsbruck haben 42,4 Prozent der in einer umfassenden Studie untersuchten Bürger Antikörper auf das Coronavirus entwickelt.

Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Ischgl mit seinen Après-Skibars gilt als Brennpunkt für die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich und Teilen Europas. Nach Angaben österreichischer Behörden waren zeitweise 40 Prozent aller Fälle im Inland auf Ischgl zurückzuführen. Auch mindestens 27 Schweizer haben sich wohl in Ischgl angesteckt. Eine Kommission im Bundesland Tirol soll nun das stark kritisierte Krisenmanagement unter die Lupe nehmen.

80 Prozent der Einwohner nehmen an Studie teil

Auffällig sei, dass von den positiv auf Antikörper getesteten Personen zuvor nur 15 Prozent die Diagnose erhalten hatten, infiziert zu sein, sagte von Laer. «85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht.» Trotz des hohen Antikörper-Werts sei auch in Ischgl keine Herden-Immunität erreicht. Entscheidend für den Rückgang der Fälle seien die Quarantäne und die soziale Distanz gewesen, hiess es.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.

(SDA)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
39 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Debora

25.06.2020, 16:29

Und noch viel wichtiger. Es haben alle überlebt, grossmehrheitlich ohne bleibende Schäden.

Dr. Snuggler

25.06.2020, 16:11

Ich vermute eher, dass einer der beiden Coronatest-Labormitarbeiter infiziert war und unsauber gearbeitet hat ..

Langzeitfolgen

25.06.2020, 16:00

Soso eine einfache Grippe... Wir kennen die Langzeitfolgen dieser schweren Erkrankung noch nicht. Es wird vermutlich auch nie eine Impfung geben, die wirklich wirkt. Die nächsten Jahre werden für uns alle eine Zeit der Prüfung sein, ob wir als Gesellschaft solidarisch und respektvoll miteinander umgehen und ob wir endlich von unserem hohen Ross runterkommen oder nicht.