Social Media-Chaos beim Militär - Fast jedes Bataillon hat eine eigene Facebook-Seite
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Social Media-Chaos beim Militär Fast jedes Bataillon hat eine eigene Facebook-Seite

Rund 246 Konten führt die Armee auf Social Media. Nur: Kein einziges davon auf Tiktok, dort, wo der potenzielle Nachwuchs wartet. Nun soll die Kommunikationsstrategie des Militärs angepasst werden.

von
Samina Stämpfli
Bundesrätin Amherd an der Medienkonferenz zur Armee-Organisation. (Archivbild) 

Bundesrätin Amherd an der Medienkonferenz zur Armee-Organisation. (Archivbild)

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Weil die Armee 246 Social-Media-Konten führt und primär auf Facebook setzt, muss jetzt die Strategie angepasst werden.

  • Dies sicherlich nicht zuletzt wegen des Personalproblems der Armee.

  • Der Grund: Das Militär hat kein Konto bei Tiktok und genau dort tummeln sich die Jungen.

Die Schweizer Armee ist online: Fast jedes Bataillon ist auf Facebook vertreten, von der Armee werden gleich 246 Social-Media-Kanäle betrieben. Dies geht aus einem Bericht der internen Revision des Verteidigungsdepartements VBS hervor, welcher der «Sonntagszeitung» vorliegt. Selbst der internen Revision geht das zu weit. Sie fragt sich, ob so viele Kanäle sinnvoll seien. «Aus unserer Sicht sollte die inhaltliche Qualität stärker gewichtet werden als die Quantität an betriebenen Kanälen», heisst es im Bericht.

Das Panzerbataillon ist ebenso auf Facebook zu finden wie die Gebirgsinfanteristen, die Fliegerabwehr und die Militärmusik. 

Das Panzerbataillon ist ebenso auf Facebook zu finden wie die Gebirgsinfanteristen, die Fliegerabwehr und die Militärmusik.

Screenshot Facebook

Rüffel von VBS-Chefin Amherd: Tiktok wird vernachlässigt

Erstaunt zeigen sich die Autoren zudem darüber, dass die Armee vor allem auf Facebook und Instagram setzt – und Tiktok «nur sporadisch» braucht, obwohl Tiktok bei Jungen zwischen zwölf und 20 Jahren eine «sehr hohe Reichweite» habe. Bundesrätin Viola Amherd sieht nun Handlungsbedarf und verlangt von der Armee, ihre Social-Media-Strategie anzupassen. Dies sicherlich nicht zuletzt wegen des Personalproblems der Armee.

Wie sich aber herausstellt, so schreibt die «Sonntagszeitung» weiter, sei der Fokus auf Facebook mit vielen Kanälen gewollt. Anfang 2020 habe Armee-Chef Thomas Süssli einen Kommunikationsbefehl herausgegeben, worin steht, dass grosse Verbände und Truppenkörper, die über Kommunikationspersonal verfügen, auf Facebook präsent sein sollen.

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