Ärgernis Baustelle: Fast täglich Unfälle auf der A3
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Ärgernis BaustelleFast täglich Unfälle auf der A3

Das zehn Kilometer lange Teilstück der A3 in der Linthebene ist zum Ärgernis geworden. Bei der Sanierung werden ein wenig bekanntes Verkehrsregime und eine Signalisation angewandt, die Lenkerinnen und Lenker an die Grenze zur Überforderung bringt.

Das 35 Jahre alte Teilstück der A3 zwischen Reichenburg SZ und Weesen SG wird total saniert. Die Arbeiten dauern noch bis Herbst und werden nächstes Jahr fortgesetzt. Mit den Bauarbeiten begannen die Probleme. Staus fast täglich, Blechschäden und zwei tödliche Unfälle im Bereich der Baustelle sind die bisherige Bilanz.

Die Glarner Ausgabe der «Südostschweiz» schrieb von einer «gefährlichen A3-Baustelle» und kommentierte Anfang August nach dem ersten tödlichen Unfall: «Am besten steigt man gleich auf den Zug um - damit kommt man sicher und ohne Stress zum Ziel.»

Wechselnde Verkehrsführung

Es kommt vor, dass Fahrzeuglenker falsche Ausfahrten erwischen oder angepeilte verpassen. Ungewohnt ist vor allem die wechselnde Spurenführung durch die lange Baustelle. Je nach Verkehrsaufkommen werden zwei Bahnen Richtung Zürich und eine Richtung Chur freigegeben oder umgekehrt.

Kurt Brunner, Präsident der Glarner Sektion des Automobil Clubs (ACS), spricht im Zusammenhang mit der Baustelle von einem «notwendigen Übel» und einem «Ärgernis». Die Verkehrsführung klappe nicht. Öffentlich geäussert hat sich bisher weder der Glarner ACS noch die Sektion des TCS. Man wolle die Situation noch gemeinsam analysieren, sagte Brunner.

Die Baustelle erfordere eine konzentrierte und vorsichtige Fahrweise, sagt Anton Landolt, Chef der Abteilung Spezialdienste bei der Glarner Kantonspolizei. Die Polizei überwache den Baustellen- Verkehr täglich mit erhöhter Präsenz und sei für die Ereignisbewältigung zuständig.

Geschick und Routine gefragt

Verantwortlich für die Projektierung der Baustelle ist die Filiale Winterthur des Bundesamtes für Strassen (Astra). Die «dynamische Verkehrsführung» sei anspruchsvoll und verlange von den Fahrzeuglenkern Geschick und Routine, sagt Mediensprecherin Karin Ammann.

Eine Zunahme der Zahl der Unfälle stellt die Mediensprecherin vehement in Abrede. Wieviele es genau waren, ist nicht leicht zu eruieren. Die «Südostschweiz» schrieb, bis Mitte Juli seien 20 gemeldet worden. Die Astra-Sprecherin gibt die Zahl mit «etwa 18» an. Die tödlichen Unfälle seien Einzelfälle und Gegenstand von Abklärungen.

Die A3-Baustelle hat laut Astra Versuchscharakter, weil diese Art von temporärer Verkehrsführung in der Schweiz nicht breit erprobt wurde. Die Baustelle sei sorgfältig geplant worden, der Baufortschritt gut, grundlegende Änderungen seien nicht vorgesehen. Es bestehe auch kein Erfordernis für Veränderungen, das System sei mehrheitlich gut aufgenommen worden, betont die Astra-Sprecherin. (sda)

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