Fatah Sieger der palästinensischen Kommunalwahlen
Aktualisiert

Fatah Sieger der palästinensischen Kommunalwahlen

Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat die Kommunalwahlen vom Donnerstag klar gewonnen.

Die Fatah habe 59,9 Prozent der Stimmen erzielt, sagte der Leiter der Wahlbehörde, Firas Iari, am Freitag.

Sie habe die radikalislamische Hamas deutlich auf Platz zwei verwiesen. Die Hamas kam demnach auf 33,3 Prozent der Stimmen. Laut dem palästinensische Wahl-Komitee gewinnt die Fatah damit 52 von 84 Gemeinderäten im Westjordanland und im Gaza-Streifen.

Die grösste Konkurrentin der Fatah, die radikale Hamas- Organisation, habe in 24 Gemeindevertretungen die Mehrheit erreichen können. In vier Gemeinderäten hätten kleinere Parteien gewonnen, und in vier weiteren Gemeinden gebe es keine eindeutige Mehrheit.

Ein offizielles Ergebnis stand noch aus. Die Hamas zweifelte die Zahlen bereits an und lehnte es ab, ihre Niederlage einzugestehen. Zuvor hatte es geheissen, dass mit offiziellen Ergebnissen erst am Sonntag zu rechnen sei.

Stimmungstest

Die Wahlen galten als wichtiger Stimmungstest für den Einfluss der Hamas. Zu den Urnengängen waren mehr als 400 000 Stimmberechtigte aufgerufen; nach Angaben der Wahlleitung 80 Prozent davon ihre Stimme ab. Mehr als 2500 Kandidaten, unter ihnen 399 Frauen, bewarben sich um die gut 900 Mandate.

Unter den 76 Ortschaften im Westjordanland waren die drei Städte Bethlehem, Kalkilija und Salfit. Im Gazastreifen befanden sich unter den insgesamt acht Ortschaften zwei Städte: Rafah und Beit Lahja.

Rund 3000 Polizisten sorgten für die Sicherheit bei dem Urnengang. Europäische und US-Beobachter waren vor Ort, um die Wahl zu überwachen.

Ein Sieg der Fatah bei der Kommunalwahl dürfte der zuletzt unter Popularitätsverlust leidenden Fatah vor den im Juli geplanten Parlamentswahlen neuen Auftrieb geben.

Vorherige Wahlrunden

In ersten Wahlrunden im Januar im Gaza-Streifen und im Dezember im Westjordanland machten der Fatah-Bewegung vor allem Korruptionsvorwürfe schwer zu schaffen. Die Hamas dagegen konnte damals wegen ihrer kompromisslosen Haltung im Kampf gegen Israel und wegen ihres sozialen Einsatzes in den Gemeinden punkten.

(dapd)

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