Bewegende Studie: Faulheit rafft jährlich 5,3 Millionen dahin
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Bewegende StudieFaulheit rafft jährlich 5,3 Millionen dahin

Für Couch-Potatos kommt es jetzt ganz dick: Sie müssen mit einem deutlich höheren Krankheitsrisiko leben. Körperliche Inaktivität tötet laut einer neuen Studie mehr Menschen im Jahr als das Rauchen.

von
phi
Dieser Löwin in Hagenbecks Tierpark in Hamburg kann man Faulheit angesichts eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten wohl nicht vorwerfen.

Dieser Löwin in Hagenbecks Tierpark in Hamburg kann man Faulheit angesichts eingeschränkter Bewegungsmöglichkeiten wohl nicht vorwerfen.

Ein Drittel der erwachsenen Weltbevölkerung ist körperlich inaktiv. Dieser «Couch-Potato-Lebensstil» kostet jährlich über fünf Millionen Menschen das Leben, wie eine von der britischen Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlichte Studie berichtet.

Anders ausgedrückt sind das etwa zehn Prozent der Todesfälle weltweit, die auf mangelnde körperliche Betätigung zurückzuführen sind, so die Forscher um I-Min Lee von der Harvard Medical School in Boston. 31,1 Prozent der Menschen über 15 Jahren - das sind 1,5 Milliarden - bewegten sich nicht ausreichend. Und bei den Jüngeren sind die Zahlen noch deutlicher: Satte 80 Prozent der 13- bis 15-Jährigen liegen auf der faulen Haut.

«Wenig überraschend liegen Nordamerika und Europa an der Spitze»

Körperlich inaktiv ist der Studie zufolge, wer nicht mindestens fünf Mal die Woche einer gemässigten oder drei Mal die Woche einer kräftigen körperlichen Tätigkeit nachgeht. Demnach ist Inaktivität bei Frauen häufiger als bei Männern und nimmt im Alter zu. Die Daten basieren auf Befragungen der «World Health Organisation» über die Aktivitäten von Bewohnern diverser Länder. Weil je nach Kultur die eigene Bewegung über- oder unterschätzt werden kann, sind jedoch auf Fehler möglich.

Dabei gilt das Motto: je reicher, desto fauler. «Wenig überraschend liegen Nordamerika und Europa an der Spitze der Bewegungsmuffel», stellt die «New York Times» lakonisch fest. 43,3 Prozent der Amerikaner und 24,8 Prozent der Europäer trainieren demnach nie. Doch auch in Russland und im Mittleren Osten seien es mehr als 30 Prozent, in Afrika 27 Prozent. Ganz oben im Faul-Ranking steht Malta: 72 Prozent der 419 000 Einwohner sind angeblich inaktiv.

Mehr Tote als durchs Rauchen

Eine zweite Studie verglich den Einfluss körperlicher Aktivitäten auf verschiedene Krankheiten. 2008 war demnach mangelnde Bewegung für mehr als 5,3 Millionen der weltweit insgesamt 57 Millionen Todesfälle verantwortlich. Zum Vergleich: Zigaretten kosten jährlich 5,1 Millionen Raucher das Leben. Inaktivität verursacht den Forscher zufolge sechs Prozent der Fälle von koronarer Herzkrankheit, sieben Prozent der Typ-2-Diabetes sowie zehn Prozent der Brust- und Dickdarmkrebsfälle.

Damit sich die Menschen ausreichend körperlich betätigen, statt überwiegend mit dem Auto zu fahren oder vor dem Computer zu sitzen, empfehlen die Wissenschaftler die Sicherheit für Fussgänger und Fahrradfahrer durch geeignete Massnahmen zu erhöhen, den Schulsport stärker zu fördern und mehr Trainingsplätze kostenlos zur Verfügung zu stellen. (phi/sda)

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