Im Hoch: Favre - der König vom Borussia-Park
Aktualisiert

Im HochFavre - der König vom Borussia-Park

Borussia Mönchengladbach ist unter Lucien Favre das Überraschungsteam der Bundesliga. Diesmal droht dem Schweizer kaum das gleiche Schicksal wie bei Hertha Berlin.

von
Herbie Egli
Lucien Favre hat gut lachen als Trainer von Borussia Mönchengladbach. (Bild: Keystone)

Lucien Favre hat gut lachen als Trainer von Borussia Mönchengladbach. (Bild: Keystone)

Als Lucien Favre am 14. Februar dieses Jahres bei Borussia Mönchengladbach als Retter einsprang, glaubten nicht viele Leute an ein Wunder. Neun Monate später wird der 54-jährige Schweizer Trainer in den höchsten Tönen gelobt. Er hat das Team nicht nur vor dem Abstieg gerettet, sondern zu einer Top-Mannschaft geformt. Gladbach spielt an der Tabellenspitze mit und ist neben Dortmund und Hannover die einzige Mannschaft, die Bayern diese Saison bisher bezwang.

Favres Borussen-Hoch kommt nicht von ungefähr. Der ehemalige Zürcher Meistertrainer setzt auch in Gladbach auf junge Spieler. Allen voran blüht Jungnationalspieler Marco Reus immer mehr auf. Der 22-jährige Stürmer schoss diese Saison bereits zehn Treffer. Beim 5:0-Erfolg gegen Werder Bremen am Samstag gelang Reus sogar ein Dreierpack. Mit dem 20-jährigen Mittelfeldspieler Patrick Herrmann versteht er sich schon fast blind. Auch dieser wird unter Favre immer stärker. Nach dem Spiel wollte ein Reporter wissen, was der Mannschaft noch fehle? Favres Antwort: «Dass wir auch schlechte Spiele gewinnen.» Davon ist die Borussia momentan weit entfernt.

Kein zweites Hertha

Als Favre im Sommer 2007 von der Schweiz in die Bundesliga zu Hertha Berlin wechselte, setzte man grosse Hoffnungen in ihn. Diese erfüllte der Romand auch. In der Saison 2008/09 führte Favre die Hertha auf den 4. Rang und damit ins europäische Geschäft. Zu Beginn der Folge-Saison wurde er nach sechs Niederlagen in Serie und dem frühen Cup-out jedoch entlassen. Ihm wurde zum Verhängnis, dass mit Simunic, Voronin und Pantelic gleich drei Leistungsträger den Verein in der Sommerpause verliessen und diese aus finanziellen Gründen nicht ersetzt wurden.

Favre droht das gleiche Schicksal in Gladbach wohl kaum. Natürlich liegt es in der Luft, dass Reus den Verein Ende Saison verlassen könnte, wenn er weiterhin viele Tore schiesst. Bayern hat sein Interesse am Stürmerjuwel jedenfalls schon angemeldet, obwohl der 22-Jährige noch einen Vertrag bis 2015 besitzt. Der deutsche Rekordmeister müsste also tief ins Portemonnaie greifen. Reus' Marktwert beträgt momentan rund 15 Millionen Euro – Tendenz steigend. Mit diesem Geld könnte sich Favre guten Ersatz leisten und hätte nicht solche Finanzprobleme, die ihm in Berlin schlussendlich den Job kosteten.

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