Finanzkrise: FBI ermittelt gegen Finanzgiganten
Aktualisiert

FinanzkriseFBI ermittelt gegen Finanzgiganten

Die US-Bundespolizei FBI hat wegen der Finanzkrise Ermittlungen gegen vier bedeutende Finanzinstitutionen aufgenommen. Bei den Untersuchungen soll geklärt werden, ob die Unternehmenschefs durch «Desinformationen» zu deren finanzieller Schieflage beigetragen haben.

Gegen die Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac, die Investmentbank Lehman Brothers sowie die Versicherungsgruppe AIG seien Ermittlungen wegen Betrugsverdachts eingeleitet worden, erklärten zwei ranghohe Beamte der Nachrichtenagentur AP.

Die Schieflage der vier Finanzgiganten war mit Auslöser für das von der Regierung vorgeschlagene Rettungspaket für die Finanzmärkte, das US-Steuerzahler bis zu 700 Milliarden Dollar kosten könnte. Die Beamten, die nicht namentlich genannt werden wollten, erklärten, die Ermittlungen befänden sich im Anfangsstadium und würden sich auf die Unternehmen und deren Führungsebene beziehen.

26 Firmen im Visier des FBI

Damit ermittelt das FBI inzwischen gegen 26 US-Finanzunternehmen. FBI-Direktor Robert Mueller hat zuvor erklärt, die Ermittlungen sollten ergeben, ob sich einzelne Finanzinstitute Bilanzbetrug, falsche Wertangaben oder Insiderhandel zu Schulden kommen liessen.

Die US-Regierung hat die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, die etwa die Hälfte aller US-Hypotheken direkt oder indirekt garantieren, unlängst übernommen. Die Finanzhilfe für die zeitweise verstaatlichten Institute könnten die Steuerzahler mit 100 Milliarden Dollar belasten.

Lehman Brothers musste in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden. Und die Pleite des Versicherers American International Group (AIG) konnte vergangene Woche nur mit einem Notkredit der Zentralbank in Höhe von 85 Milliarden Dollar verhindert werden. (dapd)

Deine Meinung