Aktualisiert 19.10.2012 09:54

«Amerika zerstören»FBI vereitelt Anschlag auf US-Zentralbank

Ein 21-Jähriger aus Bangladesch plante einen Anschlag auf die US-Notenbank Fed. Doch die 500-Kilo-Bombe in seinem Auto war nur eine Attrappe. Die Polizei war ihm auf die Schliche gekommen.

Die US-Bundespolizei FBI hat einen geplanten Bombenanschlag auf die US-Zentralbank in New York vereitelt. Ein 21-jähriger Mann aus Bangladesch, der Kontakte zu Al-Kaida gehabt und in den USA den Aufbau einer Terrorzelle geplant haben soll, wurde festgenommen.

Der Mann hatte am Mittwoch (Ortszeit) einen Kleinlaster vor dem Gebäude der Federal Reserve Bank (FED) geparkt. Was er nicht wusste: Die darin befindliche rund 500 Kilogramm schwere Bombe war harmlos, FBI-Agenten hatten ihm eine Attrappe untergeschoben.

Der Mann, der im Januar in die USA gereist war und im New Yorker Stadtteil Queens lebte, sei einzig und allein deshalb in die USA gekommen, weil er eine terroristische Attacke durchführen wollte, sagte die New Yorker Staatsanwältin Loretta Lynch: «Er arbeitete zielstrebig daran, seinen Plan auszuführen.» Der 21-Jährige habe mehrere Ziele für seinen Anschlag - darunter die New Yorker Börse oder US-Präsident Barack Obama - in Erwägung gezogen, sich dann aber letztlich für die Zentralbank entschieden, teilte das FBI mit.

Grösstes Goldlager der Welt

Die Notenbank thront wie eine Festung aus Kalk- und Sandstein in Manhattan, steht angeblich auf einem der grössten Goldlager der Welt und ist eines der bestbewachten Gebäude in der Metropole.

Die Behörden seien dem Mann namens Kasi Mohammad Reswanul Ahsan Nafis schon länger auf der Spur gewesen und hätten im Rahmen einer verdeckten Operation über Geheimagenten Kontakt zu ihm aufgenommen.

Anstelle des Sprengstoffs hätten sie eine Bombenattrappe in dem Kleinlaster untergebracht. Ein vermeintlicher Komplize, der bei der Fahrt dabei war, sei in Wirklichkeit ein Geheimagent gewesen.

«Amerika zerstören»

Nachdem der 21-Jährige den Kleinlaster geparkt und die vermeintliche Bombe präpariert hatte, nahm er nach Angaben des FBI in einem Hotel eine Videobotschaft auf, in der er die Verantwortung für die Tat übernahm. «Wir hören nicht auf, bis wir siegen oder als Märtyrer sterben», heisst es dem FBI zufolge darin.

In dem Video bekenne sich der Mann als Sympathisant von Al-Kaida. Er habe «Amerika zerstören» wollen, schrieb er in einer schriftlichen Erklärung. In dem Hotel sei der Verdächtige dann festgenommen worden, als er immer wieder versuchte, die nicht funktionsfähige Bombe zu zünden, erklärte das FBI.

Ein Gericht entschied am Mittwochnachmittag, dass der 21-Jährige zunächst weiter in Polizeigewahrsam bleiben müsse. Er wird sich nun wegen des versuchten Einsatzes von Sprengstoff und Kontakten zum Terrornetz Al Kaida verantworten müssen. In dem Hotel sei der Verdächtige dann auch festgenommen worden, als er immer wieder versuchte, die nicht funktionsfähige Bombe zu zünden, erklärte das FBI.

Mehrfach Anschläge verhindert

Das FBI hat mit Undercover-Einsätzen dieses Jahr nach eigenen Angaben bereits mehrere geplante Anschläge vereitelt.

Im Februar wurde ein 29-jähriger Marokkaner mit einer Sprengstoffweste in der Nähe des Kapitols in Washington festgenommen. Auch in diesem Fall war der Sprengstoff untauglich, der Mann wurde wegen eines versuchten Selbstmordanschlags angeklagt.

Im Mai nahmen Ermittler fünf selbst ernannte Anarchisten bei Cleveland fest, die eine vierspurige Autobahn-Brücke in die Luft sprengen wollten. Auch in diesem Fall hatte ein FBI-Agent den Männern Zünder und Plastiksprengstoff verkauft, die nicht funktionsfähig waren.

(Quelle: YouTube/WSJDigitalNetwork)

(Quelle: YouTube/ktnv) (sda)

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