Anschlag auf Obama: FBI verhaftet möglichen Giftbrief-Absender
Aktualisiert

Anschlag auf ObamaFBI verhaftet möglichen Giftbrief-Absender

Nachdem zwei Briefe mit hochgiftigem Inhalt, adressiert unter anderen an Barack Obama, abgefangen wurden, hat die Bundespolizei nun einen weiteren Verdächtigen festgenommen.

von
aeg

Der Versand von Gift-Briefen an US-Präsident Barack Obama hat eine neue Festnahme nach sich gezogen. Ein 41-jähriger Mann sei in der Nacht auf Samstag in seinem Haus in Mississippi von FBI-Spezialagenten festgenommen worden, teilte FBI-Sprecherin Deborah Madden mit. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Erst am Dienstagabend hatten Polizisten in Schutzanzügen das Haus des Verdächtigen durchsucht.

An Obama, einen Senator sowie eine Richterin in Mississippi waren in der vergangenen Woche Briefe mit der hochgifitigen Substanz Rizin geschickt worden. Der Verdacht fiel zunächst auf den 45-jährigen Elvis-Presley-Imitator Paul Kevin C. In dessen Haus und Auto entdeckten Beamte jedoch keine Spuren von Rizin, bis zuletzt bezeichnete sich C. als unschuldig. Die Vorwürfe gegen ihn wurden schliesslich fallengelassen.

Alibi des Briefeschreibers ist wasserdicht

Schon bald geriet jedoch ein zweiter Mann ins Visier der Ermittler, der Kontakte zum bisher beschuldigten C. unterhielt. Laut Curtis sprachen die beiden über eine gemeinsame Veröffentlichung eines Buches über eine angebliche Verschwörung um den Schwarzmarktverkauf von Körperteilen. Später hätten sie sich allerdings zerstritten.

Beide kennen die Richterin

Auch der neue Verdächtige beteuert, nichts mit den Gift-Briefen zu tun zu haben. «Ich weiss nicht, wie viel mehr ich von dem Ganzen noch aushalten kann», sagte er am Dienstag vor Journalisten, als sein Haus in Tupelo stundenlang durchsucht wurde.

Sowohl der alte als auch der neue Verdächtige kennen Richterin Sadie Holland, an die eine der Gift-Briefe ging. Hollande verurteilte C. im Jahr 2004 wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Anwalt in Tupelo zu sechs Monaten Haft. Zudem war Hollandes Familie in politische Scharmützel mit dem neuen Verdächtigen verwickelt: Dieser hatte sich 2007 als republikanischer Kandidat für die Wahl des US-Repräsentantenhauses gegen Hollandes Sohn aufstellen liess, unterlag jedoch schliesslich.

Der Fall der mutmasslichen Giftbriefe hatte sich von Anfang an sehr merkwürdig dargestellt. Er wurde vergangene Woche kurz nach dem Bombenanschlag auf den Bostoner Stadtmarathon bekannt, bei dem drei Menschen getötet und 188 verletzt wurden. (aeg/sda)

Deine Meinung