FCB-Abascal gehört zu den schlechtesten Basel-Trainern der Geschichte

Publiziert

Nach schwachem Auftritt FCB-Abascal gehört zu den schlechtesten Basel-Trainern der Geschichte

Guillermo Abascal steht als FCB-Trainer in der Kritik. Seit 13 Partien steht er an der Seitenlinie. Sein Punkteschnitt zeigt: Er gehört zu den erfolglosesten FCB-Coachs. Derweil holt der FC Basel Bernhard Heusler zurück ins Boot.

von
Nils Hänggi

Am Samstag zeigten die Basler eine Grusel-Vorstellung gegen Lausanne.

blue

Darum gehts

  • Ex-FCB-Boss Bernhard Heusler berät ab sofort die Basler. 

  • Ruhe herrscht dennoch nicht am Rheinknie. 

  • Viele FC-Basel-Fans sind sauer. 

  • Trainer Guillermo Abascal wird scharf kritisiert.

Ruhe? Das ist ein Zustand, den der FC Basel in letzter Zeit nicht wirklich kennt. Am Samstag gab es ein Grusel-Remis gegen Absteiger Lausanne (0:0), am Montagmorgen kommunizierte der FCB dann grosse Veränderungen auf der Führungsebene. Mehrere Verwaltungsräte scheiden ausGrund für die Änderungen sei, dass die Basler «zugunsten einer effizienten operativen Führung kurze Entscheidungswege und schlanke Strukturen» brauche. 

Dani Büchi sowie Marco Gadola scheiden aus der Holding aus. Den Verwaltungsrat der AG verlassen Johannes Barth, Reto Baumgartner, Christian Gross, Sophie Herzog und Gadola. Hinzu erhält der Ex-FCB-Präsident Bernhard Heusler eine neue Aufgabe. Der 58-jährige Ehrenpräsident, der von 2012 bis 2017 FCB-Boss war, steht ab sofort Führungsgremien, also Vereinsvorstand sowie Verwaltungsrat, in Fragen aller Art beratend und unterstützend zur Seite.

«Das ist unseren Farben nicht würdig»

Besonders der Name Heusler überrascht. Ja, es ist eine kleine Hammer-Meldung. Mit dem Namen verbinden viele Rotblau-Fans gute und erfolgreiche Zeiten. Zahlreiche Titel gewannen die Basler unter seiner Clubführung, der FCB spielte regelmässig in der Champions League, Talente wurden für viele Millionen Franken weiterverkauft. Und nun holt ihn der FC Basel zurück ins Boot. Den Mann also, unter dem der jetzige David-Degen-Club unangefochtener Serienmeister war. Auf Anfrage von 20 Minuten teilt der Club mit, dass Heusler die Basler «in seiner Funktion als Ehrenpräsident» berät. Seine Firma HWH hat also nichts damit zu tun.

Ob Heusler etwas nützt? Die Wut bei vielen FCB-Fans, sie ist gross. Auf Twitter zeigen sich viele stinksauer. Ein User meint: «Was die Mannschaft gegen Lausanne gezeigt hat, war unseren Farben nicht würdig.» Viele hinterfragten auch die Einstellung der FCB-Spieler. Zum wievielten Male lässt man aufgrund falscher Einstellung Punkte liegen? Zum wievielten Male vergeigt man eine ausgezeichnete Ausgangslage, da die Verfolger am Vortag gepatzt haben?», fragt sich ein Twitter-User. Und: «Neben dem spielerischen stimmt es auch im mentalen Bereich überhaupt nicht beim FCB.»

Bei Abascal und seinen Baslern läuft es nicht rund. 

Bei Abascal und seinen Baslern läuft es nicht rund. 

freshfocus

Rahmen und Sforza waren besser 

Aber nicht nur die Spieler bekommen ihr Fett weg – auch Trainer Guillermo Abascal. Der 33-Jährige, der seit Ende Februar Cheftrainer der Basler ist, konnte selten überzeugen. Bisher stand er bei elf Super-League-Spielen an der Seitenlinie und bei zwei Partien in der Conference League. Die Bilanz nach diesen 13 Spielen? Vier Siege, fünf Remis und vier Niederlagen (davon zwei gegen Marseille). Sein Punkteschnitt beträgt 1,31 Punkte.

Damit ist er seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 sogar schlechter als Ciriaco Sforza, der vor einem Jahr vom Hof gejagt wurde. Dessen Punkteschnitt betrug als FCB-Trainer nach 31 Partien 1,35. Generell waren nur wenige Trainer schlechter als Abascal. Karl Engel zum Beispiel (1,23, 48 Spiele), Marco Schällibaum (1, 3 Spiele) oder Jörg Berger (0,57, 14 Spiele). Abascal-Vorgänger Patrick Rahmen hatte hingegen einen Punkteschnitt von 2,03 (37 Spiele).

Taulant Xhaka kritisiert Mannschaft

Blue-Experte Marco Streller meint nach dem Peinlich-Remis gegen Lausanne: «Die letzten 15 Minuten waren unterirdisch, das würde ich mir als Trainer nicht gefallen lassen.» Auch spricht er von einem Basler «Hühnerhaufen» in der Schlussphase. Taulant Xhaka kritisiert nach dem 0:0 die Mannschaft. Gegenüber der «BZ Basel» wettert der 31-Jährige: «Es hatten viele Spieler eine Chance, sich zu zeigen. Sie mussten sich beweisen und eigentlich wollten wir ein Zeichen für die nächste Saison setzen. Aber das ist uns misslungen.» Ihn «nervt es sehr», dass er seit Wochen die gleichen Probleme erklären muss.

Am Donnerstag geht es weiter gegen die Grasshoppers. Dann müssen die Basler ein anderes Gesicht zeigen. Auch wenn es nicht mehr wirklich um viel geht. Klar, Platz zwei will der FCB absichern. Aber dank des Lausanne-Remis ist klar, dass die Basler definitiv in der Qualifikation für die Conference League dabei sein werden. Vielmehr wird es dann darum gehen, doch noch irgendwie einen Aufwärtstrend zum Ende der Saison zu verzeichnen. Denn: Das 0:0 gegen Lausanne muss spielerisch wohl als Rückschritt gewertet werden – trotz einigen Verletzten und Gesperrten. Nach GC folgen noch die Partien gegen Servette und Lugano. 

Für Abascal sind dies die letzten Chancen, um sich zu beweisen. Derzeit ist es schwer vorstellbar, dass er in der neuen Saison Cheftrainer sein wird. Doch wer soll dann für den jungen Trainer übernehmen? Fakt ist: Auch in der nahen Zukunft spricht nicht viel dafür, dass Ruhe beim FCB einkehrt. 

Deine Meinung

22 Kommentare