«Wär nid gumpt...»: FCB-Fans lösen Mini-Erdbeben aus
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«Wär nid gumpt...»FCB-Fans lösen Mini-Erdbeben aus

Für die SRF-Sendung «Einstein» untersuchten Erdbebenforscher der ETH Zürich, ob das Synchronspringen der Bebbi seismologisch messbar ist.

von
lha

Damit hatte John Clinton nicht gerechnet. Der Erdbebenforscher der ETH Zürich war mit einem mobilen Seismometer am 3. Juni an der offiziellen FCB-Meisterfeier auf dem Barfüsserplatz. François Loriol, Redaktor des SRF-Wissensmagazins «Einstein» und FCB-Fan, initiierte das Experiment für die Sendung zum Thema Erdbeben, die am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde.

«Das Ergebnis der Messungen hat John schier umgehauen», erzählt Loriol. Auf allen Messanlagen, davon sind in der Region Basel rund 30 verteilt, schlugen die Sensoren aus. Bis nach Kaiseraugst. Clinton berechnete zwar keine exakte Magnitude des Mini-Bebens, das die synchron springenden 20'000 Bebbi auf dem Barfi in den Boden stampften, aber eine Schätzung. «Das wäre sicher 0,5 auf der Richterskala gewesen», so Loriol.

«Erdbebenzentrum der Schweiz»

Wissenschaftlich seriös sei diese Schätzung aber nicht. Aus dem schlichten Grund, weil Erbeben durch tektonische Bewegungen unter der Erde ausgelöst werden und nicht an der Oberfläche. Spürbar war das Meisterfeier-Beben allerdings nicht. «Die Sensoren sind einfach extrem sensibel», erklärt Loriol.

Das Experiment entstand mehr oder weniger spontan, als Loriol Anfang Juni mit den Erdbebenforschern in der Region unterwegs war. «Basel ist neben dem Wallis das Erdbebenzentrum der Schweiz und wir fragten uns, wie wir das gut einführen können», erzählt er.

Verheerende Schäden bei neuem grossen Beben

Eigentlich ging es den Machern der Sendung nämlich um die Frage, was wäre, wenn sich das grosse Beben von 1356 wiederholen würde. Dieses hatte Berechnungen zufolge eine Magnitude von 6,6 auf der Richter-Skala. Es ist das grösste in der Schweiz historisch dokumentierte Erdbeben.

«Der Schweizer Erdbebendienst der ETH geht von einer Schadenssumme von bis zu 100 Milliarden Franken, 6000 Toten und rund 60'000 Verletzten aus. Etwa die Hälfte aller Häuser in Basel würde beschädigt», so Loriol.

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