Aktualisiert 08.02.2019 18:06

Ideell an die Wand fahrenFCB-Fans protestieren gegen Indien-Engagement

Der FCB kauft sich mit einer Investition von rund einer Million Franken beim indischen Club Chennai City FC ein. Die Fans machen auf einem Transparent ihrem Ärger Luft.

von
ete

Roland Heri informiert über die Hintergründe zum Indien-Engagement des FCB und versucht die Fans zu beschwichtigen, dass dadurch kein Transfer weniger gemacht wird. (Video: 20 Minuten)

«Mir hätte no paar Froge abseits vo Rendite», heisst es auf einem Transparent, das einige rotblaue Anhänger am Freitagmittag vor dem Mediencenter aufgehängt haben. Neben dem Ärger, dass sich der FCB bei einem fremden Club einkauft, sind die Fans der Meinung, dass ihr FCB «ideell an die Wand gefahren» werde.

Roland Heri steht vor dem Transparent. Die Gelegenheit, den jungen Männern, die es montiert haben, Antworten zu liefern, bekommt der CEO nicht. Dafür informierte er wenige Minuten vor der Aktion die Medien über die Hintergründe des Deals. Über die lässt er den Fans ausrichten: «Das überschaubare Investitionsvolumen in Indien verhindert keinen Transfer. Ich betone gerne, dass die Investition in die Zukunft gerichtet ist, um Einnahmequellen zu erschliessen, die schliesslich der ersten Mannschaft und dem ganzen Club zugute kommen sollen.»

Weniger als 10 Prozent

Schon eingangs des Gesprächs hielt Heri fest, dass die von diversen Medien kolportierten 15 Millionen völlig absurd sind. «Es sind weniger als 10 Prozent», so Heri. Also rund eine Million Franken. «Es ist kein Geheimnis», so der CEO der Basler weiter, «dass es definitiv nicht mehr so einfach wird, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Deshalb ist es wichtig, dass ein Club, insbesondere auch ein Schweizer Club, ein ertragreiches, seriöses und langfristiges Standbein aufbaut. Insofern sind wir auf das Vertrauen angewiesen, dass die Clubleitung die richtigen Entscheide fällt.»

Vorderhand stellt der FCB sein Know-how für den Aufbau von Ausbildungsstätten und seine Spezialisten für die Ausbildung der jungen Talente in Indien zur Verfügung. In einem nächsten Schritt wird Nachwuchschef Massimo Ceccaroni zusammen mit den neuen Partnern ein Konzept ausarbeiten und im Herbst auch für einige Monate nach Indien reisen, um bei der Umsetzung zu helfen. Natürlich verspricht sich Rotblau von seiner Investition auch Gewinn.

Aber noch nicht so bald. «So schnell wird kein Chennai-Spieler bei uns auftauchen», so Heri am Freitag. «Aber wir haben uns selbstverständlich vertraglich das Erstzugriffsrecht auf indische Talente zugesichert und verdienen mit, wenn diese einst transferiert werden sollten.» Zudem ist der FCB auch an anderen Einnahmen (Zuschauer, Sponsoren und TV-Rechte) beim indischen Tabellenersten beteiligt.

E-Sports nur im Hinterkopf

Noch kein Thema sei der interessante Markt für E-Sports gewesen, als man die Gespräche vor 12 Monaten aufnahm. «Es ist wohl allen klar, dass die Entwicklung nicht zwischen zwei wunderschönen Basler Gemeinden stattfinden wird», sagt Heri, aber E-Sports sei kein Bestandteil des aktuellen Vertrages. Die Wachstumszahlen in Asien seien aber exorbitant und die Entwicklung werde in Europa noch überraschen.

Sorgen müssten sich die Fans aber keine machen. «Oberste und wichtigste Aufgabe des FC Basel ist und bleibt der sportliche Erfolg der 1. Mannschaft.»

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