Jahreskartenpreise: FCB krebst nach Fan-Aufschrei zurück
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JahreskartenpreiseFCB krebst nach Fan-Aufschrei zurück

Der FC Basel plante auf 2017 eine massive Preiserhöhung bei einem Teil der Jahreskarten. Nach einem Fan-Aufschrei legte der Verein die Pläne am Montag auf Eis.

von
lha
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Dort, wo die Buchstaben BASE die Ränge zieren, hätten die Jahreskartenbesitzer für ihren Platz tiefer in die Tasche greifen sollen.

Dort, wo die Buchstaben BASE die Ränge zieren, hätten die Jahreskartenbesitzer für ihren Platz tiefer in die Tasche greifen sollen.

Keystone/Gaetan Bally
FCB-Präsident Bernhard Heusler vollzog am Montag nun aber eine Kehrtwende. Man wolle die Fans nicht vor den Kopf stossen. Über das Wochenende erreichten ihn zahlreiche Reaktionen aus den Sektoren C3 und C4

FCB-Präsident Bernhard Heusler vollzog am Montag nun aber eine Kehrtwende. Man wolle die Fans nicht vor den Kopf stossen. Über das Wochenende erreichten ihn zahlreiche Reaktionen aus den Sektoren C3 und C4

Keystone/Urs Flueeler
Der Verein hatte mit der Tarifanpassung die Preisgerechtigkeit im Stadion verbessern wollen. In Sektoren mit wesentlich grösserer Distanz zum Spielgeschehen kosten die Jahreskarten teilweise gleich viel oder gar mehr als im privilegierten Parkett des C.

Der Verein hatte mit der Tarifanpassung die Preisgerechtigkeit im Stadion verbessern wollen. In Sektoren mit wesentlich grösserer Distanz zum Spielgeschehen kosten die Jahreskarten teilweise gleich viel oder gar mehr als im privilegierten Parkett des C.

Keystone/Gaetan Bally

Gross war der Ärger bei den Jahreskarten-Besitzern, als der FC Basel ihnen die Rechnung für das Jahr 2017 zustellte. Für viele hätte das bedeutet, dass sie für ihren Sitzplatz im Stadion plötzlich viel tiefer in die Tasche hätten greifen müssen. In den Sektoren C3 und C4 hätte die Karte neu 840 Franken gekostet, das sind 265 Franken oder satte 46 Prozent mehr als noch dieses Jahr. Andere Sektoren wären dagegen günstiger geworden.

Es bleibt keim Konjunktiv. Am Montag verkündete Vereinspräsident Bernhard Heusler über das FCB-TV, dass die Preise nun doch nicht korrigiert würden. Zum plötzlichen Umschwung führten offenbar zahlreiche Rückmeldungen von Fans, die mit der neuen Tarifgestaltung nicht einverstanden waren. Heusler betont im Video aber: «Wir beugen uns nicht dem öffentlichen Druck.»

Fans drohten mit Boykott

Tatsache ist aber: Nach dem Versand der Rechnungen ergoss sich über dem FCB ein richtiger Shitstorm. «Wir fühlen uns verraten», schrieb ein Fan auf Facebook. «Springt man so mit treuen Fans um?», fragt ein anderer. Für das Spiel gegen Lausanne am kommenden Samstag wurde gar ein Fan-Boykott in den Sektoren C3 und C4 angekündigt.

«Wir kamen zum Ergebnis, dass das so nicht richtig ist», erklärt Heusler weiter. Zumindest nächstes Jahr bleiben die Preise der Saisonkarten gleich, aber mittelfristig würden die Tarife angepasst, kündet Heusler an. Man setze nun eine Arbeitsgruppe ein, die bis zur nächsten Generalversammlung des FCB Mitte 2017 ein Konzept ausarbeiten werde. Es gehe um «Gerechtigkeit im Stadion», wie der Präsident betont.

Privilegien für Alteingesessene

Was Heusler mit Gerechtigkeit oder historisch gewachsenen Ungerechtigkeiten meint, wird beim Blick auf die Tarife in den verschiedenen Sektoren sichtbar. So bezahlt man im Sektor G, weit über dem Spielfeld, teilweise gleich viel oder gar mehr als im C direkt am Spielfeldrand. Im C sind aber viele langjährige Saisonkartenbesitzer anzutreffen, die schon im alten Joggeli dort ihre Plätze hatten. «Jahreskarteninhaber sind eine wichtige Säule, die uns trägt. Die dürfen wir nicht derart vor den Kopf stossen, dass sie ihre Treue zum Club infrage stellen», so Heusler.

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