Reto Nause: «FCB-Marsch war nicht friedlich»
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Reto Nause«FCB-Marsch war nicht friedlich»

Beim Marsch der FCB-Fans durch Bern kam es zu keinen grösseren Problemen. Der Berner Sicherheitsdirektor Nause nahm die Stimmung dennoch als aggressiv wahr.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause hat den Marsch der Basler Fussballfans durch die Stadt als «nicht friedlich» erlebt. Die Stimmung sei aggressiv gewesen, die Fans hätten zahlreiche Petarden abgefeuert und Passanten verängstigt. Er bezeichnete dies auf Anfrage als «Fan-Unkultur».

Dank dem Einsatz der Polizei sei es zu keinen grösseren Vorfällen gekommen, räumte Nause ein. Im Bahnhof und in der Stadt habe er aber zahlreiche Unbeteiligte erlebt, die Angst gehabt hätten, darunter viele Familien mit kleinen Kindern.

Daneben sei es während des Marsches zu einzelnen Tätlichkeiten gekommen. Eine heikle Situation habe es auch gegeben, als der Fanzug auf der Kornhausbrücke ÖV-Fahrzeuge kreuzte. Er sei nicht bereit, solche Szenen zu akzeptieren, erklärte ein sichtlich verärgerter Nause.

SBB gibt Druck der Fans nach

Die Ankündigung des Fanmarsches der Basler hatte in den vergangene Tagen in Bern für Aufregung gesorgt. Die Basler wollten mit dem Umzug durch die Innenstadt gegen den Einsatz eines mobilen Sicherheitszauns demonstrieren, mit dem die Berner Polizei jeweils den Weg vom Stadion zur nahen Bahnstation Wankdorf absperrt.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause hatte diesen Zaun in der Lokalpresse als «Raubtierkäfig» bezeichnet und so den Zorn der Fussballfans auf sich gezogen.

Beim Bahnunternehmen SBB setzten die Basler Fans vor einigen Tagen durch, dass ihr Extrazug am Sonntag nicht wie üblich bis zur Bahnstation beim Stade de Suisse fuhr, sondern bis zum Berner Hauptbahnhof, damit die FCB-Fans ihren Protestmarsch antreten konnten.

Tue die SBB dies nicht, würden die Fans nicht den für sie bestimmten Extrazug, sondern die regulären Züge zur Anreise benutzen. Genau dies wollten aber die SBB-Verantwortlichen verhindern und beugten sich dem Druck der Fans.

Wütender Nause

Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) war über diese Erpressung der Basler Fans sehr verärgert. Es könne nicht angehen, dass Fans die Regeln diktierten und die Sicherheitsauflagen der Kantonspolizei derart in den Wind geschlagen würden.

Nause sieht aber auch die Verantwortlichen der Fussball- Nationalliga in der Pflicht. Diese hätten es sich «zu einfach gemacht», kritisierte Nause. «Die Liga verdient das Geld und wir haben die Kosten», ereiferte sich der Stadtberner Sicherheitsdirektor und fügte an, diese Haltung mache ihn wirklich wütend.

Seiner Ansicht nach hätte die Liga nach Androhung des Fanmarsches den FCB 3:0 forfait verlieren lassen sollen.

(sda)

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