Aktualisiert 12.05.2012 21:25

Tor-FestivalFCB und FCL sind bereit für den Cupfinal

Meister Basel schiesst die Grasshoppers in einem verrückten Spiel 6:3 ab und Luzern besiegt Lausanne 3:2. Lausanne-Trainer Martin Rueda gibt nach der Niederlage seinen Rücktritt bekannt.

Spannung kann der FC Basel seinen Fans nicht mehr bieten. Dafür war er der Konkurrenz in dieser Saison zu überlegen. Doch die Mannschaft unterhält sein Publikum auch mit dem Meistertitel in der Tasche und ohne diverse geschonte Leistungsträger exzellent. Nach dem FC Zürich (5:1) vor einer Woche wurde auch der zweite Zürcher Verein demontiert. Die knapp mehr als 30 000 Zuschauer im St. Jakob-Park sahen nicht nur neun Treffer, sondern auch noch vier Pfostenschüsse und erhielten eine kleine Lektion in Regelkunde.

Den Sieg sicherte sich der FCB eigentlich schon in der ersten Halbzeit, als er innerhalb von zehn Minuten ein 0:1 in eine 2:1-Führung verwandelte. Valentin Stocker (28.) und Jacques Zoua (38.) trafen jeweils nach Vorlage von Xherdan Shaqiri, der im Gegensatz zu Marco Streller, David Abraham, Granit Xhaka und Yann Sommer nicht geschont wurde.

300. Tor für Alex Frei

Zum Spektakel wurde die Partie nach dem Seitenwechsel, genauer zwischen der 69. und der 73. Minute, als die Tore nicht nur sprichwörtlich im Minutentakt fielen. In dieser Phase trafen Alex Frei und Benjamin Huggel für Basel sowie Paiva und Steven Zuber für GC. Für Alex Frei, der eine knappe Viertelstunde vor Schluss mit einer Standing Ovation ausgewechselt wurde, war es der 24. Saisontreffer und das 300. Tor seiner Profikarriere. Trainer Heiko Vogel übergab dem Goalgetter ein Trikot mit der Nummer 300.

Weil das Verdikt klar zugunsten von Basel ausfiel, fielen weder die vier Pfostenschüsse noch das umstrittene 1:1 ins Gewicht. Schiedsrichter Bieri hatte den Treffer erst nach Konsultation mit einem seiner Assistenten anerkannt, weil es zunächst so aussah, als würde Stocker klar im Abseits stehen. Doch ein Zürcher hob die Offsideposition auf, weil er hinter der Grundlinie verharrte. In einer solchen Situation sieht das Regelwerk vor, dass der ausserhalb des Spielfelds stehende Spieler als letzter Verteidiger gezählt wird.

Das 1:1 beendete die Druckphase der Grasshoppers. Diese hatten nämlich eine halbe Stunde lang überzeugt und waren zu einigen guten Torchancen gekommen. Nach dem 1:0 von Paiva, der den dritten Basler Keeper Marcel Herzog schon nach vier Minuten bezwungen hatte, traf Zuber aus bester Position nur den Pfosten. Am Ende blieb den Grasshoppers aber nur eine weitere Niederlage. Unter Uli Forte wartet das Team weiterhin auf einen Sieg.

Basler krallen sich Rekord

Der FC Basel reist derweil mit der Referenz von 26 Meisterschaftspartien ohne Niederlage zum Cupfinal nach Bern. Länger blieb in der Schweizer Liga noch nie eine Mannschaft ungeschlagen. Bislang war dieser Rekord im alleinigen Besitz der Grasshoppers (Saison 1981/82).

Ferreiras Einwechslung, Ruedas Abschied

In Luzern mussten sich die Zuschauer über 50 Minuten gedulden, ehe sie die erste nennenswerte Torchance zu sehen bekamen. Danach nahm die Partie Fahrt auf. Florian Stahel schoss das 1:0 in der 64. Minute, und Lausanne glich eine knappe Viertelstunde vor Schluss aus. Die letzten Minuten gehörten dann in erster Linie Nelson Ferreira. Der in der 84. Minute eingewechselte Portugiese schoss innerhalb von zwei Minuten die Treffer zum 3:1 (85. und 87.) jeweils nach Pässen von Adrian Winter, einem weiteren eingewechselten Spieler. Luzern festigte mit dem Sieg seinen zweiten Platz.

Bei den Lausannern, die eigentlich mit dem Klassenerhalt ihr Saisonziel erreicht haben, ging es dann nach dem 1:3 drunter und drüber. Jocelyn Roux schoss den Anschlusstreffer, Jérôme Sonnerat und Ibrahim Tall sahen die Rote Karte und vor allem gab Trainer Martin Rueda nach dem Schlusspfiff seinen Rücktritt auf Ende Saison bekannt.

Basel - Grasshoppers 6:3 (2:1)

St. Jakob-Park. - 30'026 Zuschauer. - SR Bieri.

Tore: 4. Paiva (Zuber) 0:1. 28. Stocker (Huggel) 1:1. 38. Zoua (Shaqiri) 2:1. 46. Feltscher (Eigentor/Shaqiri) 3:1. 69. Alex Frei (Zoua) 4:1. 71. Huggel (Andrist) 5:1. 72. Paiva (Betrtucci) 5:2. 73. Zuber (Bertucci) 5:3. 81. Zoua (Fabian Frei) 6:3.

Basel: Herzog; Degen, Kusunga, Dragovic, Steinhöfer; Shaqiri (68. Andrist), Huggel (82. Cabral), Yapi, Stocker; Alex Frei (78. Fabian Frei), Zoua.

Grasshoppers: Bürki; Toko, Lang, La Rocca, Bauer; Landeka, Abrashi; Callà (58. Brahimi), Paiva, Zuber; Feltscher (58. Bertucci).

Bemerkungen: Basel ohne Chipperfield, Voser (alle verletzt), Abraham, Sommer und Granit Xhaka (alle nicht im Aufgebot). GC ohne Adili, Cabanas, Taulant Xhaka, Coulibaly, De Ridder, Pavlovic, Smiljanic (alle verletzt) und Mustafi (gesperrt). 25. Pfostenschuss von Zuber. 35. Lang lenkt Flanke von Steinhöfer an den eigenen Pfosten. 73. Pfostenschuss von Bertucci, Zuber trifft im Nachschuss ins Tor. 74. Pfostenschuss von Frei. Verwarnungen: 12. La Rocca. 24. Bauer. 57. Landeka. 63. Bertucci (alle Foul).

Luzern - Lausanne-Sport 3:2 (0:0)

Swissporarena. - 10'671 Zuschauer. - SR Graf.

Tore: 64. Stahel (Gygax) 1:0. 77. Junior Negrao (Foulpenalty) 1:1. 86. Ferreira (Winter) 2:1. 87. Ferreira (Winter) 3:1. 89. Roux (Marazzi) 3:2.

Luzern: Zibung; Renggli, Stahel, Puljic; Thiesson, Wiss (67. Sarr), Hochstrasser, Lustenberger; Gygax (84. Ferreira), Lezcano, Hyka (59. Winter).

Lausanne-Sport: Favre; Bah, Katz, Tall, Sonnerat; Marazzi, Sanogo (71. Prijovic), Pasche (71. Junior Negrao), Lang; Khelifi (63. Muslin), Roux.

Bemerkungen: Luzern ohne Kukeli (gesperrt), Sorgic und Bento (beide verletzt). Lausanne-Sport ohne Avanzini, Chakhsi (beide gesperrt), Coltorti, Meoli und Moussilou (alle verletzt). 91. Rote Karte gegen Sonnerat. 95. Gelb-rote Karte gegen Tall. Verwarnungen: 11. Hyka (Unsportlichkeit). 27. Tall. 32. Katz (beide Foul). 44. Sonnerat (Reklamieren). 45. Lang. 76. Sarr. 93. Puljic (alle Foul).

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(si)

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