Aktualisiert 14.07.2012 18:55

Prognose der KapitäneFCB wird Meister, für St. Gallen wird es eng

Die vier Captains aus Basel, Bern und Zürich sind sich einig: Der FC Basel wird erneut Meister, aber auch mit Sion ist zu rechnen. Und: St. Gallen oder Lausanne steigt ab.

von
Eva Tedesco

Von Montag bis Donnerstag lief auf 20 Minuten Online die grosse Super-League-Umfrage. Rund die Hälfte der 6000 teilnehmenden User sieht den FC Basel als Meister. Ein Fünftel der Stimmen räumt dem FC Sion Chancen ein. Wie aber schaut es unter den Protagonisten aus? 20 Minuten Online befragte Marco Wölfli, Marco Streller, Vero Salatic und Mathieu Béda zu ihren Zielen, wer Meister wird oder absteigen muss und zu einem Teamkollegen, der Überraschungspotential hat.

Marco Wölfli will mit YB in der Tabelle so weit rauf wie möglich. Konkret vom Titel redet er nach einer verpatzten letzten Saison nicht. «Basel ist für mich wieder der Favorit. Aber auch Sion hat sich verstärkt. Luzern hat viel vor und mit Zürich ist immer zu rechnen.» Mathieu Béda, der neue Captain des FCZ, hält aber den Ball flach. Auch beim Franzosen ist die Erinnerung an eine schlechte Saison noch nicht verblasst. «Wir wollen am Ende einen Europacup-Platz erreichen. Aber ich denke, dass diese Meisterschaft ausgeglichener sein wird, als die vergangene.»

Salatic spricht von einer schwierigen Saison

Wie sein Zürcher Kollege startet auch Nikosia-Rückkehrer Vero Salatic in sein erstes Amtsjahr als Captain. Der GC-Spielführer: «Nach dem katastrophalen letzten Jahr können wir jetzt nicht hinstehen und sagen, dass wir um den Meistertitel mitspielen. Es wird nicht einfach für uns.» Seine Titelkandidaten sind der FCB und Sion.

Und was sagt der Captain des FCB? Marco Streller weiss, dass die Ansprüche an seine Mannschaft nach einer grandiosen Saison nicht kleiner geworden sind. «Ich bin guten Mutes und überzeugt, dass wir die Titelverteidigung schaffen werden.» Dem Bebbi betont aber, dass die Meisterschaft kein Selbstläufer wird. «Der FC Sion hat sich spektakulär verstärkt, ich habe auch Luzern auf der Rechnung, YB und den FCZ – ich kann fast alle aufzählen. Aber es ist auch die eine oder andere Überraschung möglich», so Streller.

Lausanne und St. Gallen machen den Abstieg unter sich aus

So einig wie bei den Meisterkandidaten sind sich die Kapitäne auch beim Absteiger, der 2012/13 direkt ermittelt wird. Die Barrage wurde auf die neue Spielzeit hin abgeschafft. Wölfli, Streller, Salatic und Béda nennen Lausanne und St. Gallen als mögliche Abstiegskandidaten. Béda: «Man muss abwarten. Es ist noch zu früh, um eine Prognose abzugeben, denn ich habe die Mannschaften nach der Sommerpause noch nicht spielen gesehen.» Und Wölfli erinnert: «Gerade Lausanne hat in der letzten Saison bewiesen, dass es möglich ist, dass eine Mannschaft plötzlich Aufschwung bekommt und jeder jeden schlagen kann.»

Unerwartete Antworte antwort gibt YB-Captain Wölfli auf die Frage nach jenem Spieler, der zur Überraschung der Saison werden könnte. Der Keeper hofft auf Mario Raimondi: «Er musste im letzten Jahr unten durch und umso mehr hoffe ich, dass er nun zum Zug kommt und zeigen kann, was er drauf hat.»

Streller hält viel von David Degen

Salatic setzt auf die Jungen wie Nassim Ben Khalifa, Izet Hajrovic oder Shkelzen Gashi. «Gashi hat in der letzten Saison beim FC Aarau viele Tore gemacht. Ich hoffe, dass er das auch bei GC schafft.» FCZ-Verteidiger Béda will keinen Druck auf einen Kollegen ausüben, aber auch er legt sich fest: «Mario Gavranovic ist gut drauf und ich hoffe, dass er in der Super League einschlägt.»

Etwas überraschend ist auch die Wahl von Streller. Der FCB-Captain: «Ich hoffe auf David Degen. Ich halte sehr viel von ihm. Er hat unglaubliche Power und zählt – wenn er Freude am Spiel verspürt – für mich zu den besten Spielern, die es in unserem Land gibt. Diese Freude wollen wir ihm vermitteln.» Und der FCB hat das offensichtlich schon erfolgreich angefangen: Der einzige Torschütze beim Saison-Auftaktsieg am Freitag gegen Servette hiess – David Degen...

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