Aktualisiert 13.09.2017 09:04

Aggressiver RasenpilzFCL-Spieler schleppten Pilz wohl aus Basel ein

Die FCL-Spieler schleppten den Rasenpilz in der Swissporarena wohl selbst ein: Sie hatten den Schädling beim Auswärtspiel in Basel aufgelesen.

von
Martin Messmer
Der FCL spielte Ende August in Basel - dort klebte den FCL-Spielern nicht nur das Pech an den Füssen, sondern auch die Sporen des asiatischen Reispilzes.

Der FCL spielte Ende August in Basel - dort klebte den FCL-Spielern nicht nur das Pech an den Füssen, sondern auch die Sporen des asiatischen Reispilzes.

Keystone/Georgios Kefalas

Anfang September wurde im St.-Jakob-Park der Rasen für rund eine Viertelmillion Franken neu verlegt. Er war von einem aggressiven Pilz befallen. Der FC Luzern sieht sich mit demselben Pilzproblem konfrontiert. Womöglich haben ihn die FCL-Spieler selber in die Swissporerana eingeschleppt: Am 30. Juli spielte Luzern in Basel auf dem Terrain, das vom Pilz befallen war.

Christian Moroge, Präsident der Sportplatzkommission des SVF, stützt diese These: «Wir vermuten, dass das genau so passiert ist, möglicherweise auch bei anderen Vereinen als beim FC Luzern. Das Wetter war feucht und warm, das beschleunigt das Wachstum der Sporen des asiatischen Reispilzes, der bei uns sonst nicht vorkommt.»

Schreiben der Liga

Wegen des Pilzproblems liess die Super League am 30. August sämtlichen Clubs ein warnendes Schreiben zukommen. «Aktuell sind mehrere Spielfelder in der Super League von einem aggressiven Pilz (Pyricularia grisea) befallen. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Pilz auch auf den Spielfeldern der Challenge League vorkommt», heisst es darin.

Die Swiss Football League riet den Clubs, dass alle Spieler und sonstige Personen ihre Fussballschuhe desinfizieren sollen, bevor sie ein Spielfeld betreten. Der FC Sion, der auf die neue Saison hin einen neuen Rasen verlegt hatte, wollte kein Risiko eingehen. Vor dem Spiel gegen Basel am 27. August mussten die Akteure ihre Schuhe in ein Desinfektionsbad stecken.

Der FCL hat den Pilz im Griff

Der FCL säte nach dem Schreiben sofort neu an und behandelte den Rasen. Beim FCL wird aber nicht desinfiziert. «Die Temperaturen sind zurückgegangen, weshalb sich der asiatische Reispilz momentan nicht mehr ausbreitet», so Medienchef Max Fischer.

In rund zehn Tagen soll der Platz, der stellenweise braune Flecken aufweist, wieder in gutem Zustand sein. Die Spieler freuen sich: «Sie bevorzugen einen Rasen in einem guten Zustand, weil sie gerne ein gepflegtes Passspiel aufziehen.»

Neuer FCL-Rasen frühestens im Sommer

Ein Experte aus der Fachgruppe Rasen Qualitätssicherung der SFL wird der Swissporarena dennoch wieder einen Besuch abstatten und prüfen, ob das Pilzproblem gelöst ist. «Je nachdem, wie schlimm die Situation ist, muss man allenfalls Tabula rasa machen», sagt Moroge.

Frühester Zeitpunkt, um in Luzern einen neuen Rasen anzulegen, sei aber erst in der nächsten Sommerpause. Der aktuelle Rasen in Luzern sei auch pilzlos nicht der beste: «Hier herrschen einjährige Flachwurzel-Gräser vor, die nicht widerstandsfähig sind.»

Furche, nicht Pilz verhinderte Tor

Übrigens: Dass der Pilzbefall in der Luzerner Swissporarena im Spiel gegen den FC Thun (2:2) ein Tor verhindert habe – ein Ball sprang auf dem Rasen im letzten Moment vor dem FCL-Tor plötzlich in eine andere Richtung auf – glaubt beim FCL niemand. Fischer: «Spieler und Experten sagen alle, das habe mit dem Pilz nichts zu tun. Das war einfach eine normale Furche im Rasen, wie es sie immer wieder mal geben kann.»

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