Chaostage: FCSG-Fans kritisieren neuen Contini-Vertrag

Aktualisiert

ChaostageFCSG-Fans kritisieren neuen Contini-Vertrag

Der FC St. Gallen kommt nicht zur Ruhe. Fans bezeichnen die Vereinsführung als chaotisch. Neuster Kritikpunkt: die Vertragsverlängerung von Trainer Contini.

von
jeb
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An der Pressekonferenz am Freitag (8. September 2017) gibt FC St. Gallen Präsident  Stefan Hernandez (links) bekannt, dass der Vertrag von Cheftrainer Giorgio Contini (rechts) vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2019 verlängert wird.

An der Pressekonferenz am Freitag (8. September 2017) gibt FC St. Gallen Präsident Stefan Hernandez (links) bekannt, dass der Vertrag von Cheftrainer Giorgio Contini (rechts) vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2019 verlängert wird.

20 Minuten/jeb
Dies in der selben Woche, in der es in der Unternehemsführung zu drei Abgängen gekommen ist. Die Fans kommentieren das mit einem Banner beim Fussballspiel gegen den FC Zürich im Stadion Letzigrund (Samstag, 9. September 2017).

Dies in der selben Woche, in der es in der Unternehemsführung zu drei Abgängen gekommen ist. Die Fans kommentieren das mit einem Banner beim Fussballspiel gegen den FC Zürich im Stadion Letzigrund (Samstag, 9. September 2017).

Keystone/Walter Bieri
Im Fanforum wird kritisiert, dass der Vertrag mit Contini verlängert wird, obwohl noch kein Sportchef ernannt wurde.

Im Fanforum wird kritisiert, dass der Vertrag mit Contini verlängert wird, obwohl noch kein Sportchef ernannt wurde.

Screenshot

An der Pressekonferenz vor dem Match gegen den FC Zürich gab der FC St. Gallen überraschend bekannt, dass der Vertrag mit Cheftrainer Giorgio Contini vorzeitig um ein Jahr bis Sommer 2019 verlängert wird.

Dies zum Ende einer Woche, in der es in der Unternehmensführung zünftig gekracht hatte. Innerhalb einer Woche kam es zum Bruch mit Pascal Kessli, dem CEO der FC St. Gallen Event AG, dem Verwaltungsrat Micheal Hüppi und Marco Sessa, Leiter Stadionbetrieb und Infrastruktur. Hüppi und Präsident Stefan Hernandez lieferten sich zudem in den Medien eine veritable Schlammschlacht.

Absurder Zeitpunkt

Die Reaktionen auf die Verlängerung fielen mitunter heftig aus. Die «NZZ am Sonntag» sieht die Verlängerung als Reaktion auf den Wirbel um den Verein. Dass die Verlängerung für Contini kommt, bevor man dessen Vorgesetzten, also den Sportchef, gefunden hat, sei absurd, kommentierte die Zeitung.

So empfinden auch die Fans. In ihrem Forum bezeichnen sie die vorzeitige Verlängerung als völlig unnötig. «Warum wartet man nicht, bis der neue Sportchef gefunden ist?», fragt sich ein Fan. Dann hätte man zuerst schauen können ob Trainer und Sportchef gut miteinander funktionieren und sich sportlicher Erfolg einstellt.

Doch das Vorgehen passe zur Führung des Vereines. «Sie wollte irgendein Zeichen setzen und tat dies mit dieser im Moment völlig unnötigen Vertragsverlängerung. Diese Führung ist einfach nur peinlich und handelt unprofessionell.»

Interview Stefan Hernandez

Stefan Hernandez, Präsident des FC St. Gallens über die Abgänge, Continis Vertragsverlängerung und die Suche nach dem Sportchef.

Kontinuität mit Contini

Das sieht Daniel Last, Sprecher des FC St. Gallen naturgemäss anders: «Wir suchen den bestmöglichsten Mann als Sportchef und nehmen uns dafür die nötige Zeit. Mit Herrn Contini sind wir seit längerer Zeit im Gespräch. Er macht einen guten Job, hatte jedoch nur einen Vertrag bis Ende Saison. Um Kontinuität zu erreichen, haben wir den Vertrag vorzeitig verlängert.»

Der neue FCSG-Trainer Giorgio Contini

Der erste Arbeitstag beim abstiegsbedrohten FC St.Gallen. (Video: 20 Minuten)

Wird Sportchef aus dem Clan kommen?

Ein anderer Fan sieht es weniger problematisch, dass der Sportchef noch nicht gewählt ist: Dieser werde ja wohl ebenfalls aus dem «Clan» kommen. «Da muss man nicht warten mit der Verlängerung.» Als Clan wird eine Personengruppe rund um Berater Donato Blasucci bezeichnet, die laut «Blick» sehr viel Einfluss im Klub hat. Der Gruppierung werden Nachwuchs-Chef Marco Otero, Goalie Daniel Lopar und Cheftrainer Giorgio Contini zugerechnet.

«Beim FC St. Gallen gibt es keinen Clan», sagt Sprecher Last. «Gäbe es diesen ominösen, einflussreichen Clan, müsste man sich fragen, wieso denn der Sportchef nicht schon gewählt wurde», entgegnet Last den Fan-Spekulationen.

Gefahr von zwei Ex-Trainer auf Lohnliste

Die vorzeitige Vertragsverlängerung könnte den Verein auch teuer zu stehen kommen. Der «Sonntagsblick» schreibt in der aktuellen Ausgabe, dass Joe Zinnbauer, Ex-Trainer vom FC St. Gallen, doch nicht bei Greuther Fürth unter Vetrag kommt. Der Deal mit dem Verein aus der 2. Bundesliga sei in letzter Sekunde geplatzt. «Damit hätten die Espen rund 300'000 Franken Lohnkosten ein sparen können», so die Zeitung.

Auch die Fans weisen darauf hin: «Nichts gegen Contini, aber zurzeit kann man wohl kaum beurteilen, wohin die Reise diese Saison gehen wird», schreibt ein Fan im Forum. «Was geschieht, wenn nun diese Hinrunde mies endet? Handlungsraum hat man dann auch keinen mehr, weil zwei Ex-Trainer ertragen wir auf der Lohnliste kaum.»

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