Judenfeindlichkeit am Match: FCSG-Fans schockieren mit Nazi-Spruchband
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Judenfeindlichkeit am MatchFCSG-Fans schockieren mit Nazi-Spruchband

«Fussball macht frei». Dieser Spruch prangte am Donnerstag auf einem Transparent der FCSG-Fans am Auswärtsspiel in Luzern. Dies soll eine Retourkutsche sein.

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tso/pz
Auf dem Transparent der St. Galler Fans prangte am Match vom Donnerstag der Spruch: «Fussball macht frei». Die Anlehnung an die Nazi-Parole "Arbeit macht frei" ist offensichtlich und schockiert.

Auf dem Transparent der St. Galler Fans prangte am Match vom Donnerstag der Spruch: «Fussball macht frei». Die Anlehnung an die Nazi-Parole "Arbeit macht frei" ist offensichtlich und schockiert.

Zwischen den Anhängern des FC St. Gallen und des FC Luzern brodelt es. Wie aus Fankreisen beider Clubs zu vernehmen ist, beleidigen sich die Fangruppen schon länger gegenseitig mit antisemitischen Äusserungen. So trieben FCL-Fans kürzlich bei einem Auswärtsspiel in St.Gallen einen als Juden stilisierten «St. Galler» vor dem Match durch die Strassen. Das Ereignis empörte und zog eine Anzeige der St. Galler Stadtpolizei nach sich.

Am Match vom Donnerstag zwischen dem FCL und dem FCSG in Luzern schlugen die St. Galler Fans zurück. «Fussball macht frei», prangte auf einem ihrer Transparente – eine klare Anlehnung an den Spruch «Arbeit macht frei», der an den Eingängen mehrerer Konzentrationslagern der Nazis angebracht war. In diesen Lagern sind während des Zweiten Weltkriegs Millionen von Juden systematisch vernichtet worden.

Untersuchungen eingeleitet

«Ich vermute, dass dies eine klare Reaktion der St. Galler auf die schwachsinnige Judenaktion der FCL-Fans war», sagt Leser-Reporter Hans Scheidegger, der 20 Minuten das Bild vom grenzwertigen Plakat geschickt hat. Selber langjähriger FCL-Anhänger, distanziert er sich vom Antisemitismus beider Fanlager. Er finde es abscheulich, dass die Fehde zwischen dem FCL und FCSG mit antijudaistischen Beleidigungen ausgetragen wird. «Derartige Beleidigungen haben im Fussball nichts zu suchen», meint er.

Die Luzerner Fans wurden für ihre Judenaktion im Februar wegen Verletzung der Antirassismus-Strafnorm angezeigt. Den St. Galler Fans könnte nun dasselbe blühen. Urs Wigger, Mediensprecher der Luzerner Polizei teilt auf Anfrage von 20 Minuten mit: «Die Staatsanwaltschaft hat Kenntnis vom Transparent und prüft nun, ob ein Anfangsverdacht wegen einer Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm gegeben ist.»

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