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FCZ vs. Real MadridFCZ: Ein Doppelschlag reichte nicht

Das Spiel des Jahres, ja vielleicht sogar des Lebens, wie Trainer Bernard Challandes vor der Partie sagte, endete wie vielerorts erwartet mit einer Niederlage des FC Zürich. Dabei keimte nach einem Doppelschlag zum 2:3 gar die Hoffnung auf ein Wunder. Dieses blieb aber aus: Real siegte mit 5:2.

von
Reto Fehr
Zürich

Mit viel Mut nahm das «Null-Chancen-Team» aus Zürich, wie eine spanische Zeitung im Vorfeld schrieb, die Partie gegen das grosse Real Madrid in Angriff. Schon vor dem Anpfiff spuckten die Fans des Aussenseiters grosse Töne: «FCZ dä einzig Meischter i dere Gruppe, aber dank dä UEFA chönd au ihr CL spiele», stand auf einem Spruchband in der Südkurve.

Tatsächlich war es in den Anfangsminuten der Schweizer Meister, welcher zauberte – und nicht die Galaktischen aus Madrid. Stahel lancierte in der 8. Minute seinen Mitspieler mittels Lobball, nur eine Zeigerumdrehung später versuchte ausgerechnet Abwehrrecke Tihinen nach einem Durcheinander Casillas per Hakentrick zu bezwingen. Es blieb beim Versuch. Aber die Zuschauer hatten in diesen ersten zehn Minuten Freude an ihrer Truppe.

Doch Real besann sich langsam aber sicher seiner Stärke und kam mit schnellen Angriffen über die Flügel immer besser ins Spiel. Erstmals deutete sich Gefahr in der 24. Minute an. Superstar Cristiano Ronaldo durfte aus gut 22 Metern zum Freistoss antreten. Er tat dies wie immer: Setzte den Ball, machte einige Schritte zurück, einen zur Seite und stand dann breitbeinig da. Pfiffe und Schmährufe begleiteten den Portugiesen bei seinem Ritual. Sekunden später brach Jubelgeschrei aus. Ronaldo hatte nicht etwa getroffen, sondern den Ball meterweit neben das Gehäuse geballert.

Nur kurze Schadenfreude

Die Schadenfreude der Zuschauer hielt jedoch nicht lange an. Man sieht sich ja bekanntlich immer zweimal im Leben. Nur zwei Minuten später erlebte der Letzigrund praktisch ein Déjà-vu. Mit einer Ausnahme: Dieses Mal traf Ronaldo. Unter gütiger Mithilfe Leonis schlug das Leder im Netz ein. Statt der FCZ-Fans machten sich jetzt erstmals die Seguidores der Königlichen bemerkbar. Ohne wirklich zu überzeugen kam es noch besser für die Gäste. In der 34. Minute legte Higuain vor dem Tor quer auf Captain Raúl und dieser musste nur noch einschieben. Real hatte Spiel und Gegner im Griff. Kurz vor der Pause dann die vermeitliche Vorentscheidung in dieser Partie. Der Argentinier Gonzalo Higuain überrannte Tihinen wie einen Schulbuben und schob überlegt zum 3:0 ein. Leoni war chancenlos. Genauso wie seine Vorderleute über weite Strecken der ersten Halbzeit.

Für den zweiten Abschnitt stand vor allem noch eine Frage im Raum: Erzielt der FCZ seinen 50. Treffer im Europa-Cup gegen die Galaktischen?

Eine Schwalbe bringt Spannung zurück

Nach dem Pausentee brachte Challandes Djuric, welcher für mehr Druck sorgte. Doch es war auch Real, das dies zuliess. Die Königlichen schienen schon im Flugzeug nach Hause zu sein. Die drei Punkte selbstredend mit im Gepäck. So erarbeitete sich der Aussenseiter einige Möglichkeiten für einen Treffer. Margairaz köpfelte am zweiten Pfosten einen Ball am Tor vorbei (52.) und der junge Philipp Koch brachte das Leder freistehend aus elf Metern an Casillas vorbei (61.).

Aber die Zürcher gaben nicht auf. In der 63. Minute lancierte Margairaz mit einem herrlichen Pass in die Tiefe Alphonse. Der Franzose legte den Ball geschickt am herausstürmenden Casillas vorbei und fiel – im ersten Moment ohne Berührung des Keepers – hin. Schiedsrichter Martin Atkinson gab nach kurzem Zögern den gesuchten Elfmeter. Margairaz verwandelte souverän, der Letzigrund tobte. Das Jubiläumstor war gegen die wohl berühmteste Klubmannschaft der Welt geglückt. Doch, dass der Lärmpegel im Letzigrund nach dem 1:3 noch Potenzial nach oben hatte, bewiesen die 24'500 Fans eine Minute später. Aegerter brachte mit seinem Kopftor nach einem Corner die Stimmung zum Explodieren. Wie aus dem Nichts, kämpfte sich der FCZ innert wenigen Sekunden in die Partie zurück. Heisse 25 letzte Minuten standen noch an.

Wunder blieb aus

Doch das Wunder fand den Weg nach Zürich nicht. Die Gastgeber versuchten wohl angetrieben von den Fans den Ausgleich noch zu erzielen, aber der neunfache Champions-League- und Meistercup-Sieger aus Spanien riss sich nochmals zusammen und schaukelte den Vorsprung mehr oder weniger souverän über die Zeit. Ausser dem Black-out der Königlichen nach rund 20 Minuten in der zweiten Halbzeit hatte der Favorit keine grosse Mühe, mit dem Schweizer Meister, welcher sich bei seinem ersten Auftritt in der Königsklasse teuer verkaufte.

Für die definitive Entscheidung sorgte erneut Cristiano Ronaldo. Sein Freistoss in der 89. Minute faustete Leoni ins eigene Tor zum 2:4. Es war nicht der Abend des FCZ-Keepers. Es kam gar noch dicker für den Walliser. Guti stürmte in der 93. Minute alleine auf den Goalie und überlobte diesen herrlich zum 5:2. Da war er doch noch, der Zauber von Real Madrid. Lange begnügte sich das Star-Ensemble zuvor mit Zweckfussball. Trotzdem: Das erste Spiel der Zürcher in der Königsklasse macht Lust auf mehr. Am 30. September reist der FCZ zur AC Milan. Ob der Coup dann gelingt?

UEFA Champions League, 1. Runde

FC Zürich - Real Madrid 2:5 (0:3)

Letzigrund. - 24 500 Zuschauer (ausverkauft). - SR Atkinson (Eng).

Tore: 27. Cristiano Ronaldo 0:1. 34. Raúl 0:2. 45. Higuain 0:3. 64. Margairaz (Foulpenalty) 1:3. 65. Aegerter 2:3. 89. Cristiano Ronaldo 2:4. 93. Guti 2:5.

FC Zürich: Leoni; Stahel (88. Gajic), Tihinen, Rochat, Koch; Aegerter, Tico (66. Abdi); Vonlanthen, Margairaz, Alphonse; Hassli (46. Djuric).

Real Madrid: Casillas; Arbeloa, Pepe, Albiol, Drenthe; Lassana Diarra, Xabi Alonso (59. Gago); Kaká, Raúl, Cristiano Ronaldo; Higuain (68. Guti).

Bemerkungen: FC Zürich ohne Chikhaoui (verletzt); Real Madrid ohne Sergio Ramos (rekonvaleszent). Verwarnungen: 16. Kaká (Foul). 23. Drenthe (Foul). 24. Stahel (Foul). 50. Tico (Foul). 63. Casillas (Foul). 68. Gago (Foul). 74. Arbeloa (Foul). 82. Lassana Diarra (Foul).

LIVE-TICKER

mit Res Blum

Und dann ist das Spiel auch aus, Real setzt sich erwartungsgemäss durch.

94. Tor für Real, Guti überlobt Leoni und stellt auf 2:5.

90. Vier Minuten Nachspielzeit. Und gleich die nächste Chance für Ronaldo, diesmal kann Leoni Schlimmeres verhindern.

89. Tor für Real! Leoni sieht ganz alt aus, lässt einen Freistoss von Ronaldo passieren.

87. Die Zeit läuft dem FCZ langsam davon, noch drei Minuten plus Nachspielzeit, Challendes bringt mit Gajic noch einen frischen Mann.

84. Gago mit einem Schuss aus der 2. Reihe, der Ball senkt sich gefährlich, Leoni noch dran - Eckball.

82. Gelb für Diarra, der im Zweikampf keine Freunde kennt.

76. Koch verhindert das 2:4, steht genau in der Schussbahn des Balles, Leoni wäre wohl geschlagen gewesen, der anschliessende Eckball bringt nichts ein.

74. Gelb für Guti.

69. Gelb für Gago, Real wirkt ein bisschen nervös, so schnell ist eine 3:0 Führung weg, das kratzt auch an den Nerven der Superstars.

67. Wechsel bei beiden Teams, Abdi für Okonkwo, Guti für Higuain.

65. Tor für den FCZ! Aegerter köpft nach Eckball zum 2:3 ein, der Letzigrund tobt.

64. Tor für den FCZ! Margairaz übernimmt und trifft souverän in die hohe Ecke, Casillas chancenlos - nur noch 1:3.

63. Penalty für den FCZ! Alphonse schindet einen Penalty heraus.

62. Vonlanthen bedient Koch auf Höhe des Elfmeterpunkts, der Junge zieht gleich ab, sîeht seinen Schuss aber von Casillas geblockt.

60. Stunde vorbei, die Stimmung im Letzigrund ist weiterhin prächtig, trotz des 0:3 Rückstand feiern die FCZ-Fans diesen Abend.

59. Für Alsonso gehts nicht weiter, er wird durch Gago ersetzt.

56. Xabi Alonso liegt verletzt am Boden, hat sich im Zweikampf mit Vonlanthen weh getan.

52. Djuric holt gegen Pepe einen Freistoss raus, Vonlanthen führt aus, Margairaz hat die Chance, mit dem Kopf scheitert der Romands aber und lässt eine der wenigen Zürcher Möglichkeiten ungenutzt.

48. Ronaldo kommt schon wieder gefährlich vors Zürcher Tor, diesmal findet sein Zuspiel aber kein Abnehmer, der FCZ kann befreien.

46. Anstoss zur 2. Halbzeit. Hält der FCZ den Schaden in Grenzen?

46. Die Spieler sind zurück auf dem Rasen, keine Wechsel zur Pause, also bleiben Kaká und Ronaldo dem Zürcher Publikum noch ein wenig erhalten. Beim FCZ kommt Djuric für Hassli ins Spiel.

Pause im Letzigrund, der FCZ liegt nicht ganz unerwartet mit 0:3 zuruck. Nach einer beherzten halben Stunde des FCZ sorgten die haushohen Favoriten aus Spanien mit drei Toren vor der Pause bereits für die Entscheidung in diesem Spiel. Das erste, haltbare Gegentor hat den Zürcher bereits das Genick gebrochen, danach hatten die Iberer leichtes Spiel. Für die 2. Halbzeit muss sich der FCZ aber nochmals aufraffen.

45. Tor für Real, Higuan lässt Tihinen stehen und trifft an Leoni vorbei zum 0:3! Wie durch Butter marschieren die Real-Stars durch die FCZ-Abwehr. Und Leoni hat heute auch nicht seinen besten Tag...

43. Die erste Halbzeit nähert sich dem Ende, Real hat die Partie jetzt fest im Griff, die Spanier lassen die Zürcher laufen und versuchen, den Vorsprung weiter auszubauen.

38. Mit diesem zweiten Gegentor innert weniger Minuten sind die Zürcher schlecht bedient, aber Real hat auch einen Gang hochgeschaltet, die Zürcher tauchen fast gar nicht mehr vor Casillas auf.

35. Tor für Real! Higuain bedient Raúl in der Mitte, der sich nicht zweimal bitten lässt und das Leder zum 0:2 über die Linie drückt.

31. Das Tor für die Spanier war nicht gerade zwingend, nun darf sich der FCZ aber nicht hängen lassen und muss so konzentriert wie bisher auftreten.

27. Tor für Real! Leoni kann den hart, aber nicht zu präzise geschossenen Freistoss nicht abwehren und der Ball schlägt zum 0:1 ein.

27. Nächster Freistoss für Real, wiedern nimmt der Portugiese Mass.

25. Freistoss für Real, 27m, Ronaldo nimmt Mass, zielt aber zu hoch, keine Gefahr für Leoni.

24. Aber mit Stahel sieht auch der erste Zürcher den gelben Karton.

23. Nächste Gelbe Karte gegen einen Real Spieler, Drenthe lässt Stahel über die Klinge springen, zurecht die Verwarnung.

20. Real übernimmt so langsam das Spieldiktat, der FCZ zieht sich sehr weit zurück, um den Spaniern vor dem eigenen Abwehrzone wenig Raum zu bieten.

17. Real kommt, wenn gefährlich, meist über die linke Seite. Nächster Eckball für Real, aber die Zürcher stehen mit 10 Mann im und um den eigenen 16er und können klären.

16. Gelb für Kaká, hält Aegerter am Leibchen zurück, da kennt der englische Schiri kein Pardon.

15. Die Startviertelstunde ist vorbei, der FCZ muss sich bislang nicht verstecken, spielt diszipliniert und mit viel Laufbereitschaft.

12. Stahel wird nach einem Foul an Ronaldo ermahnt, Schiri Atkinson stellt den Verteidiger kurz zur Rede und gibt ihm den Tarif bekannt.

10. Auf der Gegenseite verhindet Leoni gegen Higuain mit einem starken Reflex die frühe Führung für Real.

9. Stahel setzt erfolgreich nach und holt einen Eckball raus. Margairaz bringt die Flanke, dann kommt Tihinen zum Ball, per Absatztrick versucht es der Finne, Casillas riecht den Braten und krallt sich das Leder.

8. Zürich lässt den Ball gut in den eigenen Reihen zirkulieren, zumindest bis vor den Real-16er.

5. Okonkwo muss sich kurz draussen pflegen lassen, sollte aber wieder mittun können.

3. Drente setzt sich ein erstes Mal auf der linken Seite durch, seine Flanke kann aber von der FCZ-Abwehr neutralisiert werden.

2. Der FCZ im Vorwärtsgang, Alphonse wird das erste Mal aus dem Offside zurückgepfiffen.

1. Schiedsrichter Atkinson aus England gibt den Ball frei.

- Die beiden Teams kommen aufs Feld, die Champions League Hymne dröhnt durch den Letzigrund.

- Nur noch wenige Minuten bis zum Kickoff - die Aufstellungen der beiden Teams sind bekannt, Real mit Kaká und Ronaldo in der Startelf.

20 Minuten Online berichtet ab 20.45 Uhr live vom Debüt des FCZ in der Champions League.

Vor dem Spiel

Einen attraktiveren Einstand in der Champions League hätte sich kein FCZ-Vertreter wünschen können. Real bringt alles mit. Eine unglaublich ruhmreiche Vergangenheit, eine sündhaft teure Mannschaft - und mit Cristiano Ronaldo und Kaká zwei der begehrtesten Figuren im Weltfussball. Der Glanz- und Glamour-Faktor ist eigentlich fast nicht mehr zu überbieten.

Wahnwitzige Investitionen

Die Fakten sind bekannt und ohnehin unvergleichbar. Zürich sorgte aus Schweizer Sicht letztmals 1977 für internationale Schlagzeilen, als Köbi Kuhn und Co. im Meistercup den Halbfinal gegen Liverpool erreichten. 13 Jahre zuvor hatte er gegen Real Madrid den Halbfinal ebenso klar verloren. Den spärlichen Zürcher Highlights stehen Reals neun Europacupsiege im Meisterwettbewerb gegenüber.

Internationale Fussball-Historiker haben statistisch erhoben, dass Real Madrid mit deutlichem Vorsprung vor Juventus Turin «Europas Klub des Jahrhunderts» ist. Der 31-fache spanische Meister ist auch ohne historischen Beleg die beste und nobelste Adresse für den internationalen Fussball-Adel.

Wahnwitzige 375 Millionen Franken hat Real-Präsident Florentino Pérez im Sommer investiert. Die Traumfabrik soll neue Titel produzieren. Real denkt täglich an den nächsten Triumph in der Champions League; der Schatten von «Barça» ist für Pérez unerträglich. Solche Zahlen und Ziele kennt das FCZ-Personal nur aus den Hochglanzbroschüren der UEFA.

Die Zürcher sind in einer überschaubareren Region beheimatet. Sie dürfen den «königlichen» Besuch mit guten Gründen als Erlebnis des Jahres (oder gar der Karriere?) deklarieren. Von ihnen erwartet niemand etwas. Ihnen ist primär einmal zu wünschen, dass sie sich nicht wie Basel vor einem Jahr von Barcelona (0:5) ohne Konzept blossstellen lassen.

Der wertvolle Imagegewinn

Jahrelang hat sich der FCZ vergeblich um einen Platz im weltweit wichtigsten Klub-Wettbewerb bemüht. Der Zauber genügte oft nur für die nationale Galerie. Seit den souveränen Siegen gegen Ventspils hat nun aber für den Schweizer Champion eine neue Zeitrechnung begonnen. Die europäischen Sterne glühen in diesem Herbst erstmals auch im Letzigrund.

Zürich partizipiert nach GC, Basel und Thun als vierte Equipe der Super League am Millionengeschäft. Die fetten Einnahmen - 9,2 Millionen Euro hat der FCZ bereits verdient - garantieren dem Klub eine finanziell sorgenfreie nächste Saison. Längerfristig ist der beträchtlichte Imagegewinn wohl mehr wert. Dreimal wird das Stadion randvoll besetzt sein, Hunderttausende verfolgen die Spiele live am TV.

Sponsoren schätzen solche Plattformen selbstredend. Der FCZ kann sich auf dem umkämpften (einheimischen) Markt noch besser positionieren als bisher. In der öffentlichen Wahrnehmung besitzt die Champions League nahezu den Stellenwert eines Auftritts der nationalen Auswahl. Im Falle des FCZ kommt dazu, dass mit Real, Milan und Marseille drei europäische Topklubs in Zürich gastieren werden.

Das Real-Prinzip

Mit einem frühen Coup könnte der FCZ seine Anhänger vermutlich dauerhaft elektrisieren. Ein Remis gegen die wahrscheinlich teuerste Equipe der 107-jährigen Geschichte von Real Madrid wäre ein unbezahlbar starker Auftakt. Vom Punktgewinn träumen sie in Zürich alle. Die Hoffnung, von den Fussballfürsten unterschätzt zu werden, ist ihr bestes Argument. Andere Anzeichen für eine Sensation sind nicht auszumachen.

Günter Netzer, in den Siebzigerjahren selber Darsteller am Hofstaat von Real, kennt die Ansprüche in der spanischen Metropole exakt. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» stellte er dem FCZ keine günstige Prognose: «Es ist total verboten, dass die Spieler von Real in dieser Saison irgendwen unterschätzen. Real gewinnt 2:0. Die Zürcher sollen alles geben und alles geniessen.»

In der Primera Division sind die Madrilenen perfekt gestartet. Überhebliche Auftritte leisteten sie sich (bis jetzt) keine. An der Seitenlinie steht mit Manuel Pellegrini kein Phantast, sondern ein smarter Coach mit über 22-jähriger Erfahrung in verschiedenen Ligen. Der chilenische Ingenieur und Fussball-Trainer plant mit mehreren Aufstellungen; unter seiner Leitung wird rotiert.

Cristiano Ronaldo trat beim 3:0 gegen Espanyol Barcelona erst in der Schlussphase ein. Captain Raúl, mit 64 Treffern in 123 Champions-League-Spielen längst Inhaber eines Legendenstatus, sass ebenfalls nur auf der Bank - neben ihm Ruud van Nistelrooy. Dem von Milan gekauften Kaká gewährte Pellegrini mehr Auslauf. In Zürich wird der Brasilianer dafür wohl nur in der zweiten Reihe sitzen.

Leser-Reporter beim Spiel

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Stimmen zum Spiel:

Bernard Challandes (FCZ-Trainer): «Ich bin ein wenig gespalten. Ich akzeptiere die Niederlage zwar, das ist klar. Am Anfang machten wir ein sehr gutes Pressing, wir hatten in den ersten 20 Minuten keine Angst und eine gute Organisation. Nach dem ersten Tor verloren wir aber unsere Ordnung. In dieser Phase spielte Real sehr, sehr gut und mit Souveränität. Ihre Effizienz war hoch. Wir verloren den Ball zu schnell. In der Halbzeit forderte ich das Team zur Solidarität auf. Die Chancen kamen und wir packten sie. Da hatte ich den Eindruck, dass noch mehr möglich gewesen wäre. Nach 70 Minuten waren wir noch im Spiel, das war gut. Was mich gestört hat sind die beiden Freistösse von Cristiano Ronaldo. Waren es wirklich Fouls oder schützt man nur ihn? Diese beiden Tore waren entscheidend.»

Manuel Pellegrini (Real-Coach): «Wir haben das Spiel jederzeit im Griff gehabt. Nach dem 3:0 liessen wir ein bisschen nach. Der FCZ kam nach zwei Standardsituationen heran. Aber danach haben wir nochmals zugelegt und das Spiel in der verdienten Höhe gewonnen. Es kann sein, dass wir bei Standardsituationen gegen uns ein leichtes Konzentrationsproblem haben. Ich aber zufrieden, dass wir fünf Tore geschossen haben. Und als der Gegner aufkam, haben wir die Kontrolle sofort wieder übernommen.»

Florian Stahel (Zürich): «Wir können natürlich nicht zufrieden sein mit dem Resultat. Positiv war, dass wir eine Reaktion nach dem 0:3 zeigten, und dass es dadurch bis fast am Ende spannend war.»

Christoph Metzelder (Ersatzspieler Real Madrid): «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt, und den FCZ meist unter Kontrolle gehabt. Aber die Zürcher haben sich sehr gut verkauft und ein tolles Spiel gezeigt. Aus meiner Sicht waren unsere letzten beiden Tore sehr unglücklich für den FCZ.»

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