Eskalation vor Derby: FCZ-Fan von Gummischrot am Kopf getroffen

Aktualisiert

Eskalation vor DerbyFCZ-Fan von Gummischrot am Kopf getroffen

Blutige Auseinandersetzung vor dem Zürcher Derby: Auf dem Weg zum Stadion hat die Polizei FCZ-Fans eingekesselt. Die Beamten setzten dabei auch Gummischrot ein und verletzten einen Anhänger am Kopf.

von
ame

Das fünfte Zürcher Derby in dieser Saison sorgte schon vor dem Anpfiff für Zündstoff. Wie Leserreporter M. B. berichtet, wurden FCZ-Fans während ihres Marsches Richtung Stadion von der Polizei eingekesselt. Dabei setzten die Beamten laut M.B. sowohl Wasserwerfer als auch Gummischrot ein und verletzten einen Anhänger des Zürcher Stadtclubs am Kopf. Eine Blutlache vor dem Reisebüro Nunes an der Badenerstrasse zeugt davon.

M.B. gegenüber 20 Minuten: «Die Fans haben sich ruhig verhalten und nur ein wenig gefeiert. Der Einsatz von Gummischrot war völlig grundlos.» Auch der Verletzte sei keineswegs aggressiv gewesen. Mehrere Leserreporter bestätigten diese Aussagen. M.B. selbst war nur als Zuschauer vor Ort und ist weder FCZ- noch GC-Anhänger.

Massiver Einsatz illegaler Pyrotechnik

Die Stadtpolizei Zürich bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten den Einsatz eines Wasserwerfers und von Gummischrotgeschossen. Sprecher Michael Wirz: «Der Mann erlitt bedauerlicherweise eine Rissquetschwunde, die vor Ort behandelt wurde. Er musste aber nicht ins Spital gebracht werden.» Wieso der Fan am Kopf getroffen wurde, müsse noch abgeklärt werden.

Den Einsatz von Gummischrot und des Wasserwerfers sei nötig gewesen, um den Fanmarsch Richtung Stadion zu stoppen, so Wirz. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte, wurden die Anhänger friedlich zum Letzigrund begleitet.

Im Stadion mussten die Spieler der beiden Zürcher Vereine in den ersten zehn Minuten ohne die Unterstützung ihrer Fans auskommen. Nicht etwa wegen den Ausschreitungen vor dem Stadion, sondern wegen einer gemeinsamen Protestaktion der beiden Fan-Lager. Grund dafür ist ein revidiertes Konkordat, das Gewalt an Sportveranstaltungen verhindern soll. Am 9. Juni 2013 wird im Kanton Zürich darüber abgestimmt.

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