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TraumlosFCZ gegen Ronaldo, Ronaldinho und Ben Arfa

AC Milan, Real Madrid und Marseille heissen die lukrativen und erwartet schweren Champions-League-Gegner des FC Zürich. Dies ergab die Auslosung in Monaco, die dem Schweizer Meister mit der Gruppe C wahrlich ein absolutes Traumlos bescherte.

Der FC Zürich trifft in der Champions-League-Gruppenphase auf die erhofft namhaften Gegner. Der Schweizer Meister wurde in die Gruppe C mit Milan, Real Madrid und Marseille gelost. Damit trifft er auf drei ehemalige Champions-League-Sieger und ist krasser Aussenseiter. Der FCZ wird Spieler wie Clarence Seedorf, Andrea Pirlo (Milan), Kaká, Cristiano Ronaldo (Real Madrid), Fernando Morientes und Gabriel Heinze (Marseille) empfangen.

Milan, 7-facher Meistercup- und Champions-League-Sieger, ist auch nach dem Abgang von Kaká zu Real Madrid noch exzellent besetzt. Mit Pirlo und Gennaro Gattuso besitzen die Mailänder ein Mittelfeld von grosser Klasse. Real Madrid baute sich unter dem neuen Präsidenten Florentino Perez für nahezu 150 Millionen Euro ein neues Starensemble zusammen. Das von Didier Deschamps trainierte Marseille verstärkte sein Team, das letztes Jahr unter Eric Gerets in Frankreich den zweiten Platz belegte, unter anderem mit Morientes, Heinze und Lucho Gonzalez, der für die Vereins-Rekordablöse von 25 Millionen Euro von Porto wechselte.

Der FCZ kann sich nicht nur auf namhafte Spieler, sondern auch auf spektakuläre Auswärtspartien freuen. Das San Siro (Milan), das Santiago Bernabéu (Real) und das Velodrome (Marseille) sind allesamt beeindruckende und meistens stimmungsvolle Stadien. Sportlich wird die Aufgabe für den FCZ allerdings sehr schwierig. Das am schwächsten einzustufende Marseille hat immerhin ein Jahresbudget von 100 Millionen Euro.

Der FCZ steht in der wohl spektakulärsten Gruppe. Zündstoff birgt daneben vor allem die Gruppe A (Bayern München, Juventus Turin, Bordeaux und Maccabi Haifa). Der Schweizer Nationalgoalie Diego Benaglio bekommt es mit Wolfsburg mit Manchester United, ZSKA Moskau und Besiktas Istanbul zu tun. Ludovic Magnin hatte mit Stuttgart genauso Losglück (Sevilla, Glasgow Rangers, Urziceni/Rum) wie Johann Djourou und Philippe Senderos mit Arsenal (Alkmaar, Olympiakos Piräus, Standard Lüttich). Starke Konkurrenz gibt es für Philipp Degen und seinen FC Liverpool (Lyon, Fiorentina und Debrecen/Un).

Vor der Auslosung der Champions-League-Gruppen wurden in Monaco die wertvollsten Spieler der letzten Saison ausgezeichnet:

Spieler der Saison:

Lionel Messi (Arg/Barcelona).

Stürmer:

Messi.

Mitelfeldspieler:

Xavi (Sp/Barcelona).

Verteidiger:

John Terry (Eng/Chelsea).

Torhüter:

Edwin van der Sar (Ho/Manchester United)

Und so wurden die Gruppen der Champions League ausgelost:

Gruppe A:

Bayern München

Juventus

Bordeaux

Maccabi Haifa

Gruppe B:

Manchester United

ZSKA Moskau

Besiktas Istanbul

VfL Wolfsburg

Gruppe C:

AC Milan

Real Madrid

Marseille

FC Zürich

Gruppe D:

Chelsea

FC Porto

Atlético Madrid

Apoel Nikosia (Zyp)

Gruppe E:

Liverpool

Lyon

Fiorentina

Debrecen (Ung)

Gruppe F:

Barcelona

Inter Mailand

Dynamo Kiew

Rubin Kazan (Russ)

Gruppe G:

FC Sevilla

Glasgow Rangers

VfB Stuttgart

Unirea Urziceni (Rum)

Gruppe H:

Arsenal London

Alkmaar

Olympiakos Piräus

Standard Lüttich

Eine weisse Fahne für den FCZ?

Ancillo Canepa lächelte und drückte dem neben ihm ­sitzenden Fredy Bickel die Hand. Die Uhr stand auf 18.51 Uhr: Barcelonas Stürmerstar Lionel Messi und Real-Legende Emilio Butrageño hatten den FC Zürich soeben der Gruppe C zugelost. Jener Hammer-Gruppe, in welcher mit Milan (3), ­Real (3) und Marseille (1) total sieben Champions-League-Triumphe versammelt sind.

Der Präsident und der Sportchef des FCZ sassen mit Vertretern der 31 anderen Klubs der europäischen Elite im Grimaldi-Forum in Monaco und freuten sich über das grosse Los. «Jetzt hoffe ich, dass ich unseren Präsidenten dazu überreden kann, mit einem guten Glas Wein darauf anzustossen», so Bickel kurz später zu 20 Minuten. Der Sportchef setzt der Mannschaft hohe Ziele: «Wir wollen europäisch überwintern.» Mit anderen Worten: Der FCZ will mindestens einen aus dem Trio ehemaliger Champions-League-Sieger hinter sich lassen! Bickel: «An Herausforderungen wächst man.»

Die Spieler und Trainer verfolgten die Auslosung zuhause vor dem TV. Vertei­diger Florian Stahel blickt ­bereits voraus auf das Duell ­gegen Real und dessen ­Superstar Cristiano Ronaldo: «Vermutlich kommt er über meine Seite.» Stahel und Mittelfeldspieler Silvan Aegerter sind sich einig: «Eine sensationelle Gruppe!» Trainer Bernard Challandes ist da nicht so sicher: «Natürlich sind das Traumgegner, aber die Champions League kann auch zum Alptraum werden.» Eine weisse Fahne besitze er nicht, scherzt Challandes, «und ich werde auch keine kaufen.» Er wolle mit dem FCZ nicht einfach nur dabei sein, sondern auch «etwas zeigen». Die nahe Zukunft allerdings heisst nicht Bernabeu-Stadion, sondern Brügglifeld. Dort spielt der FCZ morgen in der heimischen Meisterschaft. Challandes: «Meine Sorge heisst Aarau, nicht Real.»

Sandro Compagno

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