FCZ Schweizer Meister 2008/09: FCZ lanciert Meisterparty mit Derby-Sieg

Aktualisiert

FCZ Schweizer Meister 2008/09FCZ lanciert Meisterparty mit Derby-Sieg

Für den FC Zürich war es die Meisterkür, für die Grasshoppers ein Spiel um die Ehre. Gross weh getan haben sich die beiden Teams vor den Ferien nicht mehr. Der Match endete vor 22'500 Zuschauern mit einem 2:1-Sieg des FCZ.

von
Peter Haab

Der FC Zürich brachte von der ersten Minute an Farbe ins Spiel: Nicht mit den gewohnten Ball-Stafetten auf kleinstem Raum. Sondern mit blau-weiss gefärbten Haaren. Weiss war auch die dominierende Farbe auf den Tribünen. Der FCZ hatte die Fans gebeten für den Fest-Anlass ganz in weiss im Stadion zu erscheinen. Wie schon vor zwei Jahren, als es im letzten Spiel gegen GC allerdings um alles oder nichts ging.

Ein Derby der Gesten

Es war der Abend der grosszügigen Gesten im Züricher Letzigrund: Trainer Bernard Challandes bedankte sich bei seinem Ersatztorhüter Andrea Guatelli für die grenzenlose Loyalität während der ganzen Saison und nominierte ihn für das letzte Meisterschaftsspiel gegen die Grasshoppers für die Startformation. «Johnny Leoni hat das sofort verstanden und akzeptiert», sagte Challandes. «Auch für ihn war klar, dass Guatelli den Einsatz bei diesem Spiel verdient hat.»

Weitere Geschenke wollte Challandes allerdings nicht verteilen. Obwohl es ja die Grasshoppers gewesen waren, die den FC Zürich mit dem Sieg gegen Basel vorzeitig zum Meister gekrönt hatten, forderte er von seiner Mannschaft nochmals einen Sieg: «Es wäre doch irgendwie traurig, wenn wir den Meistertitel mit einer Niederlage im letzten Spiel feiern müssten.»

Kaum Torchancen im ersten Durchgang

Zwei Torchancen auf beiden Seiten – sonst war die erste Halbzeit im Letzigrund kein Hit. Dem gemächlich dahin plätschernden Spiel zum Trotz: In der Südkurve herrschte 90 Minuten lang ununterbrochen Feststimmung. In der 53. Minute hatten die FCZ-Fans dann endlich richtig Grund zum Feiern. Alain Rochat spitzelte einen Eckball Richtung GC-Tor, Massimo Colomba konnte zwar noch abwehren, der Ball war jedoch bereits hinter der Linie. Zwei Minuten später sorgte Zarate, der aus offside-verdächtiger Position gestartet war, mit dem Ausgleich für GC für einen vorübergehenden Dämpfer.

Die beiden FCZler Almen Abdi und Eric Hassli machten bis zur 60. Minute nie wirklich den Eindruck, als ob sie YB-Stürmer Seydou Doumbia die Krone des Torschützen-Königs um jeden Preis abspenstig machen wollten. Auch wenn sich Abdi, der vor dem Match nur zwei Treffer hinter Doumbia zurücklag, die Penalty-Chance in der 69. Minute natürlich nicht entgehen liess, und mit Saisontreffer Nummer 19 den FCZ-Sieg sicherstellte.

Fans stürmten den Rasen bei Pokalübergabe

Rund zehn Minuten dauerte es, bis nach Spielschluss auf dem Rasen die Bühne für die Übergabe des Meisterpokals aufgebaut war. So lange hielt es die FCZ-Fans aber nicht mehr auf der Tribüne.

Als FCZ-Captain Hannu Tihinen den Meisterpokal entgegennahm, war der Letzigrunds bereits zur grössten Tanzbühne in Zürich geworden. Und als die Mannschaft zu den Klängen des Sechseläuten-Marsches auf der Leichtathletik-Bahn die Ehrenrunde beginnen wollte, gab es für die Fans definitiv kein Halten mehr. Tihinen und seine Kollegen wurden von den Fans teilweise derart stark gegen die Werbebanden gedrückt, dass den Sicherheits-Leuten angst und bange wurde, und der Speaker die Leute mehrmals zur Vernunft anhalten musste.

Doch die Begeisterung war kaum zu stoppen, jeder wollte den Pokal mal mit den eigenen Händen berühren.

Als die Ehrenrunde auch um 22.45 Uhr noch nicht gestartet werden konnte, verschwand die FCZ-Mannschaft in der Kabine. Die Sicherheitsleute hatten grosse Bedenken geäussert, und dem Team empfohlen, auf die geplante Ehrenrunde zu verzichten. Schade, denn das war kein gelungener Abschluss eines zuvor so schönen Abends. Doch die Zustände im Letzigrund waren nach Spielschluss teilweise chaotisch und die Sicherheit der Leute in gewissen Situationen nicht mehr gewährleistet.

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