FCZ nach 1:0-Sieg im Derby wieder Leader - Constantin genervt
Aktualisiert

FCZ nach 1:0-Sieg im Derby wieder Leader - Constantin genervt

Der FC Zürich ist dank einem 1:0-Sieg im Spitzenkampf gegen Stadtrivale GC neuer Leader in der Super League. Der FC Basel besiegte Aufsteiger Sion mit 3:1 - sehr zum Unmut von Sion-Präsident Christophe Constantin. Schaffhausen und Luzern trennten sich 1:1.

Mit dem 73. Sieg im 206. Zürcher Stadtderby hat Meister Zürich die Grasshoppers mit dem 1:0 wieder vom Leaderthron der Axpo Super League gestossen. Basel hat mit dem 3:1 gegen Sion seinen Rückstand auf die Spitze auf sieben Punkte verringert. Schaffhausen glückte gegen Luzern die Cuprevanche nur halbwegs. Mario Cantaluppi vermochte mittels Handspenalty den Führungstreffer Schaffhausens durch Fernandez zum 1:1 auszugleichen. Heute bietet sich St. Gallen gegen Thun die Gelegenheit, auf Platz 3 vorzurücken, und die Young Boys trachten mit einem Heimsieg gegen Aarau, den Anschluss an die obere Tabellenhälfte nach 15 Runden nicht zu verlieren.

FCZ nach Derbysieg wieder Leader

Matchwinner für den amtierenden Meister FC Zürich war der erst während der Saison von Lausanne verpflichtete Brasilianer Eudis, der mit einem Sonntagsschuss aus rund 25 Metern herrlich in die entferntere hohe Torecke traf und bei seinem fünften Einsatz sein erstes Tor für den FCZ erzielte. Der FCZ konnte sich in der zweiten Halbzeit bei seinem ausgezeichneten Goalie Johnny Leoni bedanken: Der 22-jährige Schlussmann vereitelte in der turbulenten Schlussphase gleich mehrfach gegen Biscotte (64.), Antonio Dos Santos (76./86. und 93.) und Eduardo (86.) den verdienten Ausgleichstreffer des Gastgebers. Und als er für einmal geschlagen schien, prallte ein Freistossball von Dos Santos (53.) vom Pfosten ins Feld zurück.

GC-Trainer Krassimir Balakov, der damit auch nach dem vierten Anlauf auf den ersten Sieg gegen den Stadtrivalen warten muss, hatte seine Mannschaft gut auf den spielstarken Gegner eingestellt. Er wollte das 0:0 so lange wie möglich halten und erst in der letzten halben Stunde volles Risiko gehen. «Mit dem Sonntagsschuss von Eudis habe ich aber nicht rechnen können», verteidigte der Bulgare nach Spielschluss seine von Vorsicht geprägte Taktik.

Der FCZ stand in der eigenen Abwehr sehr kompakt. Vor allem die beiden Abfangjäger im Mittelfeld, die Jung-Internationalen Blerim Dzemaili und Gökhan Inler bildeten ein Bollwerk, an dem die Grasshoppers lange nicht vorbei kamen. Nur eine Torchance verzeichnete GC in der ereignislosen ersten Hälfte, doch als der Leader im zweiten Umgang mehr Druck erzeugte, reihten sich die Möglichkeiten aneinander. «Wer die Chancen nicht verwertet, kann kein Spiel gewinnen», zitierte Balakov eine alte Fussball-Weisheit. Gestern wurde sie wieder einmal bewahrheitet.

Titelverteidiger FCZ übernahm dank dem vierten Auswärtssieg im erstmals ausverkauften Hardturmstadion zum dritten Mal in dieser Saison die Tabellenführung. Trainer Lucien Favre sprach in seiner Analyse auch von Glück: «Die Partie hätte auch 1:1, 2:2 oder mit einer Niederlage für uns ausgehen können. In der ersten Halbzeit waren wir jedoch die bessere Mannschaft, und deshalb ist unser Erfolg nicht unverdient.»

Sterjowskis Blitztor

Nach dem 1:5 in St. Gallen und dem 0:3 im Cup bei den Young Boys hat Sion auch in Basel (1:3) und somit die dritte Auswärtspartie unter Marco Schällibaum nacheinander verloren.

Bereits nach 14 Sekunden brachte der Australier Mile Sterjovski Basel in Front, und nach einer halben Stunde baute Goalgetter Mladen Petric mit einem wuchtigen Kopfstoss zum 2:0 aus. Mit einem Freistoss aus 25 Metern zum 3:0 sorgte der Kroate mit seinem 12. Saisontor für die endgültige Entscheidung. Sanel Kuljic' Kopfballtor eine Minute vor Schluss zum 3:1 war nurmehr Makulatur.

Glücklicher Punktgewinn für Luzern

Schaffhausen konnte sich für die peinliche Vorstellung im Cup (0:2) gegen Luzern nicht revanchieren. Nach rund 80 torlosen Minuten endete die Partie doch noch mit 1:1. Mit einem Kopfball brachte der argentinische Stürmer Fernandez die Gastgeber in der 82. Minute in Führung, doch Routinier Mario Cantaluppi glich wenig später mit einem von Verteidiger Sereinig verschuldeten Handspenalty aus. Insgesamt traf Schaffhausen viermal das Torgestänge. Fernandez setzte einen Foulelfmeter an die Latte und auch Renfer, Pires und El Haimour trafen das Aluminium. Luzern schmeichelte daher der Punktgewinn sehr.

Axpo Super League, 15. Runde. Am Samstag:

Basel - Sion 3:1 (2:0)

St.-Jakob-Park. - 22 925 Zuschauer. - SR Wildhaber.

Tore: 1. Sterjovski 1:0. 31. Petric 2:0. 82. Petric 3:0. 89. Kuljic 3:1.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Nakata, Chipperfield; Ba; Kuzmanovic (57. Rakitic), Ergic, Buckley (64. Berner); Sterjovski (80. Caicedo), Petric.

Sion: Vailati; Gaspoz, Sarni, Kali, Mijadinoski; Ahoueya (56. Obradovic), Gelson, Chedli, Carlitos (56. Regazzoni); Diallo (71. Saborio), Kuljic.

Bemerkungen: Basel ohne Carignano, Eduardo, Dzombic und Smiljanic (alle verletzt). Sion ohne Chihab, Meoli, João Pinto, Luis Carlos und Di Zenzo (alle verletzt). 55. Pfostenschuss von Gaspoz. Verwarnungen: 40. Sarni, 63. Majstorovic, 82. Mijadinoski (alle Foul).

Grasshoppers - Zürich 0:1 (0:1)

Hardturm. - 17 666 Zuschauer (ausverkauft). - SR Bertolini.

Tor: 12. Eudis 0:1.

Grasshoppers: Coltorti; Sutter, Schwegler, Weligton, Jaggy; Renggli (87. Blumer), Seoane (71. Salatic); Eduardo, Dos Santos, Biscotte; Ristic (68. Pinto).

Zürich: Leoni; Stahel, Barmettler, Tihinen, Rochat; Dzemaili, Inler; Margairaz, Cesar; Eudis (61. Pouga), Rafael (92. Kollar).

Bemerkungen: Grasshoppers ohne Langkamp (verletzt) und Denicolà (rekonvaleszent). Zürich ohne Von Bergen (gesperrt), Alphonse, Schneider, Stanic und Stucki (alle verletzt). 53. Freistoss Dos Santos an den Pfosten. Verwarnungen: 62. Pouga (Foul), 66. Stahel (Foul), 90. Margairaz (Reklamieren).

Schaffhausen - Luzern 1:1 (0:0)

Breite. - 2605 Zuschauer. - SR Busacca.

Tore: 82. Fernandez 1:0. 84. Cantaluppi (Handspenalty) 1:1.

Schaffhausen: Herzog; Da Silva (73. Geiser), Sereinig, Bochud, El Haimour; Tarone, Pires, Diogo, Truckenbrod (73. Weller); Fernandez, Renfer (91. Todisco).

Luzern: Zibung; Sam, Mettomo, Dal Santo, Calapes (86. Bader); Paquito (85. Andreoli), Cantaluppi, Martin Berisha (54. N'Tiamoah), Claudio Lustenberger; Fabian Lustenberger; Maliqi.

Bemerkungen: Schaffhausen ohne Neri, Fabinho, Fernando und Senn (alle verletzt). Luzern ohne Tchouga (gesperrt), Aziawonou, Righetti, Lambert, Mamone und Mehmeti (alle verletzt), SL-Debüt von Martin Berisha (19). 53. Fernandez schiesst Foulpenalty an die Latte. 4. Pfostenschuss von Renfer. 6. Lattenstreifschuss von Pires, 38. Lattenschuss von El Haimour. Verwarnungen: 43. Berisha, 60. Truckenbrod, 62. Bochud, 73. Pires (alle Foul), 83. Fernandez (Unsportlichkeit, übertriebener Torjubel), 84. Herzog (Reklamieren). (si)

Constantin denkt nach: Die Auswärtsflaute der Walliser hält an. Nach dem 1:5 in St. Gallen und dem 0:3 im Cup bei den Young Boys bezog Sion in Basel mit dem 1:3 die dritte Auswärtsniederlage unter Marco Schällibaum nacheinander. Die Miene von Sions Präsident Christian Constantin heiterte sich nie auf. «Es muss sich etwas ändern», meinte der allmächtige Chef und Geldgeber der Walliser. «Ich habe nun das ganze Wochenende Zeit nachzudenken». Ob Trainer Schällibaums Tage schon gezählt sind, oder ob undisziplinierte Spieler abgeschoben werden? Denn es zeigte sich erneut, dass Sion wohl gefällig kombiniert, gute Einzelspieler besitzt, aber keine Mannschaft ist. Homogenität und Zielstrebigkeit sind Fremdworte. Die Abwehr ein unsortiertes und wackliges Bollwerk.

Super League. Torschützenliste (nach drei Spielen der 15. Runde): 1. Petric (Basel/&2) 12. 2. Kuljic 11. 3. Alex (St. Gallen) 10. 4. Aguirre (St. Gallen) und Raffael (Zürich), je 9. 6. Dos Santos (Grasshoppers) 7. 7. Ristic (Grasshoppers) 6. 8. Antic (Aarau) und Häberli (Young Boys), je 5. 10. Ergic (Basel), Eduardo (Grasshoppers, Paquito (Luzern), Regazzoni , Margairaz (Zürich) und Keita (Zürich), je 4.

16. Carlitos , Cantaluppi (Luzern/&1), Tchouga (Luzern), Obradovic , Varela (Young Boys), Gohouri (Young Boys), Marcos (Young Boys), Joao Paulo (Young Boys), Alphonse (Zürich) und Cesar (Zürich), je 3.

25. Sermeter (Aarau), Chipperfield (Basel), Sterjovski (Basel/&1), Majstorovic (Basel), Kuzmanovic (Basel), Biscotte (Grasshoppers), Leon (Grasshoppers), Renggli (Grasshoppers), Salatic (Grasshoppers), Saborio , Di Zenzo , Fernandez (Schafhausen/&1), Neri (Schaffhausen), Tarone (Schaffhausen), Koubsky (St. Gallen), Tapia (Thun), Rama (Thun), Raimondi (Young Boys), Mettomo (Luzern), N'Tiamoah (Luzern) und Abdi (Zürich), je 2.

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