Europa League: FCZ sichert sich zu zehnt einen Punkt

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Der FC Zürich holt auswärts gegen Vaslui einen verdienten Punkt. Das 2:2 erzielten die Schweizer in Unterzahl. Im anderen Spiel der Gruppe D siegt Sporting gegen Lazio mit 2:1.

Auch wenn die Zürcher in der Schlussphase das Glück in Anspruch nehmen mussten (Vaslui traf in der 88. Minute die Latte) - der Punkt für das Team von Urs Fischer war mehr als verdient.

Nach einer Stunde war es vom israelischen Schiedsrichter Masiah klar benachteiligt worden, als dieser nach einem harmlosen Rempler von Raphael Koch auf den Penaltypunkt zeigte und Koch vom Platz stellte. Wesley (ex GC) verwandelte sicher zum 1:1. Der Gegentreffer war besonders ärgerlich, da Sekunden zuvor auf der Gegenseite ein klares Foul gegen Marco Schönbächler an der Strafraumgrenze nicht gepfiffen worden war.

Eine Viertelstunde nach dem 1:1 lag das Heimteam sogar in Front, als Temwanjera ideal lanciert wurde und Leoni mit einem Schuss in die nahe Ecke keine Chance liess. Den Zürchern drohte eine weitere Niederlage, doch im Gegenzug gelang dem eingewechselten Mehmedi nach einer Freistossflanke von Ricardo Rodriguez der Ausgleich.

Vor dem Platzverweis gegen Koch hatten die Zürcher eine Stunde lang das Geschehen auf dem wegen des Regens schwierig bespielbaren Terrain ohne Probleme kontrolliert. Alphonse hatte die Gäste in der 32. Minute verdient in Führung gebracht. Der Franzose, der am letzten Wochenende gegen die Young Boys aufgrund seines üblen Fouls gegen Farnerud und des daraus resultierenden Platzverweises noch einer der Zürcher Buhmänner gewesen war, traf nach einer perfekten Flanke von Captain Silvan Aegerter mit einem Flugkopfball.

Der Zürcher Führungstreffer hatte sich angekündigt. Den Gästen boten sich die ersten Torchancen des Spiels. Amine Chermiti scheiterte mit einem Schuss aus spitzem Winkel knapp am gegnerischen Torhüter, die Zürcher waren vor der Pause das bessere Team.

Sporting schlägt auch Lazio

Sporting Lissabon führt nach zwei Runden die Gruppe D der Europa League an. Die Portugiesen, die zum Auftakt im Zürcher Letzigrund 2:0 gewonnen hatten, bezwangen auch Lazio Rom nach einer ähnlich dominanten ersten Halbzeit 2:1.

Der Sporting-Express ist definitiv ins Rollen gekommen. Nach dem schwachen Saisonstart hat das Team von Domingos Paciencia nun fünfmal in Serie gewonnen. Und wie vor zwei Wochen in Zürich hatte es den Erfolg den Toren von Ricky van Wolfswinkel und Emiliano Insua zu verdanken. Van Wolfswinkel, der vom Staff des holländischen Verbandes beobachtet wurde, brachte Sporting mit einem wunderbaren Absatztrick in Führung. Er verwertete in der 21. Minute eine Hereingabe auf sehenswerte Weise.

Dass Sporting den Vorsprung mit einem Tor Differenz verdientermassen in die Pause brachte, war Insuas Verdienst. Nach dem Ausgleich durch Miroslav Klose, der nach einer Freistossflanke den Ball nur noch über die Linie zu befördern brauchte (41.), erzielte der argentinische Aussenverteidiger das 2:1. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit wurde der Schuss von Insua aus rund 30 Metern noch minim, aber entscheidend abgelenkt. So effizient Insua vor dem gegnerischen Tor war, so wenig nachvollziehbar war seine dämliche Aktion (Ellbogenschlag), die zu einer 40-minütigen Unterzahlsituation für Sporting führte.

Erst durch die personelle Überlegenheit kam Lazio Rom, das im ersten Gruppenspiel gegen Vaslui (2:2) überraschend Punkte eingebüsst hatte, zu Chancen. Die beste vergab Aussenverteidiger Abdoulay Konko, dessen Schuss in der 70. Minute von der Latte ins Feld zurückprallte, den Rebound jagte der nach der Pause eingewechselte Djibril Cissé in den Lissaboner Nachthimmel. Und Captain Tommaso Rocchi brachte in der 87. das Kunststück fertig, freistehend neben das Tor zu köpfeln. Für den Stürmer wäre es das 100. Tor im Lazio-Dress gewesen.

Lazio, das am 20. Oktober nächster Gegner des FC Zürich sein wird, manövrierte sich und seinen Trainer Edy Reja mit dem zweiten Fehltritt in der Europa League in eine delikate Situation. Reja hatte angekündigt, gegen Sporting mindestens einen Punkt gewinnen zu wollen. Dieses Vorhaben misslang, nun wartet für den mit dem Auswärtsspiel in der Serie A gegen Fiorentina die nächste heikle Aufgabe.

FC Vaslui - FC Zürich 2:2 (0:1)

Stadionul Ceahlaul, Piatra Neamt. - 2500 Zuschauer. - SR Masiah (Isr).

Tore: 32. Alphonse (Aegerter) 0:1. 61. Wesley (Foulpenalty) 1:1. 77. Temwanjera (Adailton) 2:1. 78. Mehmedi (Freistoss Rodriguez) 2:2.

Vaslui: Cerniauskas; Milanov, Papp, Farkas, Milisavljevic (72. Jovanovic); Pavlovic, Sanmartean; Bello (46. Costin), Wesley, Adailton; Temwanjera.

Zürich: Leoni; Philippe Koch, Raphael Koch, Teixeira, Rodriguez; Schönbächler (87. Chikhaoui), Zouaghi, Aegerter, Nikci (63. Mehmedi); Chermiti (63. Barmettler), Alphonse.

Bemerkungen: FCZ ohne Djuric, Béda (beide verletzt), Drmic, Brunner (beide nicht im Aufgebot), Gajic, Brecher (beider auf der Tribüne). 60. Rot gegen Raphael Koch (Foul).

Verwarnungen: 15. Wesley, 45. Temwanjera, 74. Pavlovic, 92. Barmettler (alle Foul).

Sporting Lissabon - Lazio Rom 2:1 (2:1)

José Alvalade. - 33'725 Zuschauer. - SR Gumienny (Be).

Tore: 21. Van Wolfswinkel 1:0. 40. Klose 1:1. 45. Insua 2:1.

Sporting Lissabon: Rui Patricio; Pereira, Onyewu, Anderson Polga, Insua; Fernandez (69. André Santos), Rinaudo, Schaars; Carrillo (52. Evaldo), Van Wolfswinkel, Capel (74. Carriço).

Lazio Rom: Marchetti; Konko, Diakité, Dias (69. Radu), Lulic; Gonzalez, Cana, Brocchi (63. Sculli); Hernanes; Klose (46. Cissé), Rocchi.

Bemerkungen: Sporting Lissabon ohne Ismailow, Jeffren, Pereirinha und Rodriguez, Lazio Rom ohne Biava, Mauri (alle verletzt) und Zauri (gesperrt). 50. Gelb-rote Karte gegen Insua (Unsportlichkeit). 72. Lattenschuss von Konko.

Verwarnungen: 22. Hernanes. 32. Dias. 44. Rinaudo (alle wegen Fouls). 45. Insua (Unsportlichkeit). 51. Diakité und Pereira (beide wegen Unsportlichkeit). 56. Cissé (Foul). 91. Sculli (Unsportlichkeit) und Rocchi (Reklamieren). (si)

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