Super League: FCZ verliert Klassiker der Traumtore gegen Basel
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Super LeagueFCZ verliert Klassiker der Traumtore gegen Basel

Bittere Pleite gegen den Meister: Der abstiegsbedrohte FC Zürich unterliegt dem FCB 2:3. Breel Embolo entscheidet die Partie kurz vor Schluss mittels Elfmeter.

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ete/sco

Torschütze Davide Callà und Luca Zuffi äussern sich nach dem 3:2-Sieg in der 32. Runde gegen den FCZ. (Video: 20 Minuten)

Der FCB als Meister feststehend, der FCZ mitten im Kampf gegen den Abstieg. So weit ist die Schere zwischen den beiden grossen Schweizer Clubs kaum je auseinandergeklafft. Wenn man nur dieses eine Spiel vor nicht einmal 10'000 Zuschauern heranziehen würde, könnte man meinen, die beiden Teams seien etwa gleich weit und würden an der gleichen Front kämpfen.

Die gute Leistung kann für Sami Hyypiäs Mannschaft für den Kampf gegen die Relegation mehr wert sein als die null Punkte, die im Match gegen Basel letztlich herausgeschaut haben. Die Zürcher zeigten eine bemerkenswerte Moral.

Grünschnabel in FCB-Abwehr

Von den ersten Minuten an und trotz einer grundsätzlichen Überlegenheit der Basler wurde klar, dass sich der FCZ daheim im Klassiker nicht mehr derart desolat präsentieren würde wie zuletzt beim 0:4 in Thun. Die Vorzeichen waren auch besser, zumal Trainer Urs Fischer in seinem Meisterkader wegen einer für den FCB nicht mehr entscheidenden Verletzungsmisere nur gerade zwei Standardverteidiger zur Verfügung hatte: Marek Suchy und Adama Traoré. Fischer konnte nicht umhin, einen Grünschnabel in die Innenverteidigung zu stellen, den erst 18-jährigen Schweizer U18-Internationalen Eray Cümart.

Der FCZ machte sich die Unerfahrenheit des gebürtigen Türken zunutze. In der Szene beim zwischenzeitlichen Ausgleich von Philippe Koch mittels einem Aufsetzer aus rund 12 Metern hätte Cümart den Ball aus dem Strafraum befreien können oder müssen. Cümart sollte seinen Lapsus aber noch gutmachen. Sechs Minuten vorher hatte Matias Delgado mit einem ins Lattenkreuz gezirkelten Freistoss die Basler Führung erzielt.

Mit einigem Glück konnten die Zürcher das unentschiedene Ergebnis in die Pause bringen. Der starke Breel Embolo sorgte noch und noch für Gefahr vor dem Zürcher Tor. Er war es auch, der nach 33 Minuten einen Penalty herausgeholt hätte. Nach einem Foul von Philippe Koch im Strafraum verwehrte Schiedsrichter Nikolaj Hänni den Gästen den Penalty, der schon vor der Pause zum verdienten 2:1 hätte führen können.

Callàs Zauberfuss

Auch die zweite Halbzeit war sehenswert, allein schon dank der beiden exquisiten Tore. Für Basel verwertete David Callà mit einem aufreizend langsamen, für Goalie Yanick Brecher unhaltbaren Heber einen Steilpass von Matías Delgado. Wenig später glänzte Oliver Buff mit einem wunderbaren Freistoss zum 2:2. Es wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen. Dennoch war das Penaltytor von Embolo kurz vor Schluss für Basel der ebenfalls verdiente Lohn für eine professionelle Leistung, der den Abstiegskampf nicht verfälscht. Am Ursprung des Tores stand ausgerechnet der Rookie Cümart. Er holte gegen Goalie Brecher den Penalty heraus.

St. Gallen gibt Sieg aus der Hand

Der FC St. Gallen, leicht abstiegsgefährdet, hätte einen Sieg in Thun gebrauchen können. Daraus wurde allerdings nichts. Der eingewechselte Marco Rojas glich vier Minuten vor Schluss zum 2:2 aus. Was einen möglichen Abstieg in die Challenge League betrifft, kann sich der FCSG seiner Sache noch nicht ganz sicher sein. Anders wäre es, wenn die Ostschweizer eine fast 70 Minuten dauernde Überzahl genutzt hätten. Aber insofern war der Auftritt des Teams von Trainer Joe Zinnbauer enttäuschend, wenn auch nicht ganz so enttäuschend wie bei den Heimniederlagen gegen Basel (0:7) oder Vaduz (1:3).

Der die Partie stark beeinflussende Platzverweis gegen Dennis Hediger nach nur 25 Minuten war umstritten. Zwei Minuten davor war Hediger wegen einer Unbeherrschtheit gegen den ihn foulenden Mario Mutsch völlig zurecht verwarnt worden. Aber die zweite von Schiedsrichter Adrien Jaccottet verhängte Gelbe Karte war sehr streng. Hedigers Foul in der Platzmitte war weder schlimm, noch prellte er damit den Gegner um eine Chance. Hediger selber brauchte nach dem Spiel Worte, die ungewöhnlich sind. Sinngemäss sagte er, er habe sich in diesen Minuten einfach nicht beherrscht, er habe überreagiert, und so etwas dürfte ihm nicht passieren. Der 29-jährige Berner ist wohl nicht von ungefähr Captain in der Berner Oberländer Mannschaft.

Thuns verdienter Ausgleich

In Führung ging kurz nach dem Platzverweise allerdings die dezimierte Mannschaft. Enrico Schirinzi verwertete souverän ein einen zurecht verhängten Foulpenalty, den der Linksverteidiger Florent Hanin mit einem ungeschickten Foul an Gonzalo Zarate verschuldet hatte. Die Thuner Führung hielt aber nur drei Minuten an. Albert Bunjaku ging vor dem Thuner Tor vergessen. Er verwertete per Kopf mühelos eine präzise Flanke von Danijel Aleksic.

In der zweiten Halbzeit konnten die St. Galler die nummerische Überlegenheit trotz des erstmaligen Führungstors von Aleksic nach 63 Minuten nicht konsequent ausspielen. Die Thuner kamen mehrmals dem Ausgleich nahe, der dann auch verdient war. In diesem Kalenderjahr sind die Thuner in der Stockhorn Arena ungeschlagen.

Zürich - Basel 2:3 (1:1)

9636 Zuschauer. - SR Hänni.

Tore: 10. Delgado (Freistoss) 0:1. 16. Philippe Koch (Bua) 1:1. 54. Callà (Delgado) 1:2. 60. Buff (Freistoss) 2:2. 88. Embolo (Foulpenalty) 2:3.

Zürich: Brecher; Brunner, Nef, Kukeli; Philippe Koch, Buff, Grgic, Vinicius; Chiumiento (82. Etoundi), Bua; Kerschakow.

Basel: Vaclik; Aliji, Cümart, Suchy, Traoré; Zuffi, Fransson; Callà, Delgado (64. Bjarnason), Boëtius (77. Itten); Embolo.

Bemerkungen: Zürich ohne Yapi, Alesevic, Schönbächler, Kleiber, Sanchez (alle verletzt), Kecojevic (familiäre Gründe) und Cabral (nicht im Aufgebot). Basel ohne Steffen (gesperrt), Janko, Xhaka, Lang, Hoegh, Samuel, Safari, Degen, Akanji und Sporar (alle verletzt). Super-League-Debüt des 18-jährigen Eray Cümart. Verwarnungen: 58. Aliji (Foul), 69. Vinicius (Foul), 76. Nef (Foul).

Thun - St. Gallen 2:2 (1:1)

5139 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 28. Schirinzi (Foulpenalty) 1:0. 30. Bunjaku (Aleksic) 1:1. 63. Aleksic (Hanin) 1:2. 89. Rojas (Joss) 2:2.

Thun: Ruberto; Bigler, Sulmoni, Bürki, Joss; Zarate (79. Ferreira), Hediger, Wieser (84. Siegfried), Schirinzi (84, Rojas); Buess, Munsy.

St. Gallen: Lopar; Hefti, Angha, Wiss, Hanin; Bunjaku, Aleksic, Mutsch (46. Leitgeb), Gaudino, Aratore (93. Mathys); Salli.

Bemerkungen: Thun ohne Faivre, Rapp, Wittwer, Sutter, Schindelholz und Reinmann (alle verletzt). St. Gallen ohne Tafer, Thrier (beide verletzt) und Dziwniel (rekonvaleszent). Lattenstreifschuss: 26. Bunjaku. Gelb-Rote Karte: 25. Hediger. Verwarnungen: 23. Mutsch (Foul), 23. Hediger (Unsportlichkeit), 55. Bunjaku (Foul), 78. Sulmoni (Foul).

Zum Liveticker im Popup (ete/sco/sda)

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