«Schande von Zürich»: FCZ verzichtet auf einen Rekurs
Aktualisiert

«Schande von Zürich»FCZ verzichtet auf einen Rekurs

Die Geschäftsleitung des FC Zürich hat am Montag entschieden, keinen Rekurs gegen das Urteil der Liga zum Chaos-Derby einzureichen. Sie erachtet den Entscheid jedoch als «einseitig und nicht ausgewogen».

von
mon

Am Freitag hatte die Swiss Football League rund sechs Wochen nach dem abgebrochenen Zürcher Derby entschieden, dass dieses mit einer 0:3-Forfaitniederlage für den FCZ gewertet wird. Die Verantwortlichen des FC Zürich wollten sich daraufhin in Ruhe überlegen, ob sie den Entscheid akzeptieren oder Rekurs einlegen wollen. Nach einer Sitzung am Montagnachmittag haben sie ihrerseits ein Urteil gefällt: Der FCZ wird nicht rekurrieren.

Allerdings weist der Verein in einer Medienmitteilung darauf hin, dass man den Entscheid der Disziplinarkommission der Swiss Football League als «einseitig und nicht ausgewogen» erachte. Die Kommission habe GC als Heimmannschaft und Platzverantwortlichen «schwerste Versäumnisse» vorgeworfen. Dazu publiziert der FCZ Auszüge aus der Urteilsbegründung, wonach beispielsweise der Sicherheitsschef der Liga gesagt haben soll: «Nach meiner Einschätzung waren klar zu wenig Einsatzkräfte am Einsatzort.»

Rekursverzicht trotz «intakter Erfolgschancen»

Der FCZ hat nun also trotzdem beschlossen, auf einen Rekurs zu verzichten, obwohl er gemäss Mitteilung seine Erfolgschancen «für intakt hält». Der Verein behalte sich weiter vor, gegenüber den Verantwortlichen Schadenersatz-Ansprüche geltend zu machen. Ausserdem werde das Verhalten der fehlbaren Personen «aufs Schärfste verurteilt» und man werde alles daran setzen, «dass diese zur Verantwortung gezogen werden». Der FCZ will den Fall nun juristisch ad acta legen und keine weiteren Stellungsnahmen mehr dazu abgeben.

Die Liga hatte dem FC Zürich nicht nur eine 0:3-Forfaitniederlage aufgebrummt, auch müssen beim nächsten Heimderby des Vereins beide Fankurven geschlossen bleiben. Ausserdem müssen sowohl der FCZ als auch GC je eine Busse von 50 000 Franken und 3000 Franken Verfahrenskosten bezahlen. Das Derby war am 2. Oktober in der 78. Minute beim Stand von 2:1 für GC abgebrochen worden. Nachdem ein Fan aus dem FCZ-Umfeld zwei bengalische Fackeln in den Sektor der GC-Anhänger geschleudert hatte, kam es zu panikähnlichen Szenen im Stadion.

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