Aktualisiert 05.03.2004 15:42

FDP-Arbeitsgruppe sucht neuen Kopf für die Spitze

Einen Neubeginn erhofft sich die FDP vom Rücktritt ihrer Parteipräsidentin Christiane Langenberger.

Doch bereits einen Tag später dreht sich das Personalkarrussell so schnell, dass die Richtungsdiskussion kaum wird mithalten können.

«Es kommt mir vor, als suche man einen CEO, der aber nicht weiss, für welche Firma er tätig sein soll», sagte Nationalrat und FDP-Vizepräsident Ruedi Noser. Der Zürcher, der das Projekt «Avenir radical» leitet, sieht Personaldiskussionen «fehl am Platz». Er hätte ihnen eine Debatte über inhaltliche Fragen vorgezogen.

Nach dem Rücktritt Langenbergers kommt die FDP indes nicht um die Suche nach einem neuen Kopf an der Parteispitze herum. Jene Arbeitsgruppe, die sich im Rahmen von «Avenir radical» mit der Personalpolitik beschäftigt, will bis Ende Session einen Vorschlag präsentieren, wie Nationalrätin Marianne Kleiner sagte.

Mögliches Köpferollen

Die Arbeitsgruppe wolle bis in zwei Wochen auch klären, ob weitere Positionen in der Parteileitung neu zu besetzen seien, sagte die Ausserrhoder Politikerin und FDP-Vizepräsidentin weiter. Um diese Frage zu beantworten, werde man die für das Präsidium kandidierende Person einbeziehen.

«Wir stellen jede Position in Frage», sagte Kleiner. «Das heisst aber nicht, dass wir alle auswechseln.» Grundsätzlich nichts von einem Wechsel wissen will Vizepräsident Noser. Die Delegierten hatten ihn vor Jahresfrist ins Amt gewählt. «Ich würde gern weitermachen.» Wobei es auch auf die Konstellation ankomme.

Nie ein Diskussionsthema sei für ihn Generalsekretär Guido Schommer gewesen. Auch Schommer selbst will bleiben. Er habe an seinem Amt Freude, sagte er. Zudem wolle er Verantwortung mittragen- «wenn man das wünscht». Der St. Galler Nationalrat Peter Weigelt sieht diesen Wunsch im Augenblick nicht in Frage gestellt.

Ordentliche Neuwahl

Weigelt hatte bereits am Tag von Langenbergers Rücktritt angekündigt, mit einem - noch nicht näher erläuterten - neuen Team zur Wahl von Mitte April anzutreten. Eine gemeinsame Nomination schliesse er nicht aus, sagte er mit Blick auf die Suche der Arbeitsgruppe.

Im Prinzip gebe es aber keinen Bedarf für weitere Absprachen, sagte Weigelt. Die Delegiertenversammlung nehme im April ordentliche Neuwahlen vor. Als Team trete man an, weil gemeinsame Überzeugungen und Konsens in einer Führungsfunktion wichtig seien; nicht zuletzt in einem Milizsystem.

Frist bis Ende März

Bis zum 28. März haben die FDP-Kantonalparteien Zeit, um ihre Nominationen für das Parteipräsidium einzureichen. Kronfavorit ist für viele Medien der Zuger Ständerat Rolf Schweiger. Über seine Kandidatur entscheide er, wenn er wisse, warum ihn die Partei zum Präsidenten wolle, sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS.

Er wolle sich in keiner Weise dem rechten Flügel zuordnen lassen. In der Wirtschaftspolitik politisiere er zwar auf dieser Linie, nicht aber in gesellschafts-, kultur- oder teilweise auch in umweltpolitischen Fragen. (sda)

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