Luzern: FDP-Frau übt Kritik an Flutopferspende
Aktualisiert

LuzernFDP-Frau übt Kritik an Flutopferspende

Die Stadt Luzern spendet 45 000 Franken an die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan. Sonja Döbeli, FDP-Grossstadträtin, findet das daneben.

von
Martin Erdmann/Rahel Schnüriger
Sonja Döbeli von der FDP.

Sonja Döbeli von der FDP.

Mit der Spende des Luzerner Stadtrats für die Betroffenen der Flutkatastrophe in Pakistan ist Sonja Döbeli von der FDP gar nicht einverstanden. «Der Stadtrat hat das in Eigenregie entschieden», ärgert sich die Vize-Fraktionschefin: Spenden sei nicht die Aufgabe der Stadt, sondern ihrer Bürger. Wenn die öffentliche Hand spenden wolle, dann auf Bundesebene – diese sei für die Pflege internationaler Beziehungen zuständig. «Die Stadt gerät durch die Halbierung der Unternehmenssteuer schon so in die roten Zahlen», warnt sie.

Der Stadtrat lässt sich von diesen Argumenten nicht von seiner solidarischen Haltung abbringen: «Wir werden trotz Sparbemühungen weiterhin Menschen in Not helfen», kündet Finanzdirektor Stefan Roth an. Dazu werde vom Parlament jährlich eine Summe im tiefen sechsstelligen Bereich reserviert.

Bei den anderen Parteien stösst Döbelis Kritik auf Stirnrunzeln. Markus Mächler, CVP-Fraktionschef, findet dass die Spende «absolut vertretbar» sei in Anbetracht der 600 Millionen Franken, die die Stadt im Jahr umsetze. Auch SP-Fraktionschef Dominik Durrer hält Döbelis Aufregung über die 45 000 Franken für «übertrieben». Für Edith Lanfranconi von den Grünen ist die Spendenaktion «ganz selbstverständlich.»

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