Hornusserfest: FDP-Käser paffte trotz Rauchverbot
Aktualisiert

HornusserfestFDP-Käser paffte trotz Rauchverbot

Hans-Jürg Käser, Berner Regierungspräsident, rauchte trotz Verbot in einem Festzelt und greift nun noch das neue Gesetz an. Das ruft die Lungenliga auf den Plan.

von
Simone Hubacher

Am Eidgenössischen Hornusserfest in Höchstetten paffte Regierungspräsident Hans-Jürg Käser (FDP) genüsslich seine Pfeife – trotz kantonalem Rauchverbot. Käser entgegnete laut «Berner Zeitung», er sei sich einfach nicht bewusst gewesen, dass ein auf allen Seiten ­offenes Festzelt auch zu den öffentlichen Räumen zähle. Und er sparte gestern auch nicht mit Kritik am neuen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen: «Ein Gesetz muss mit Augenmass gemacht werden – das ist in meinen Augen hier nicht der Fall gewesen.»

Diese Aussage stösst bei der Lungenliga auf Unverständnis. «Dass Herr Käser das Gesetz angreift, das die Kantonsregierung erlassen hat, ist stossend», sagt Simon Küffer. Grossrat Ruedi Löffel (EVP), Initiant des Rauchverbots, stösst ins selbe Horn: «Regierungspräsident Käser greift mit seiner Äusserung eine andere Direktion an – das ist bedauerlich.»

Anders sieht das Casimir Platzer, Präsident von Gastro­Bern. «Die Umsetzung des Gesetzes ist so konfus, dass nicht mal die Regierung weiss, wo man rauchen darf», sagt er. Das Gesetz sei praxisfremd. Deshalb gebe er nicht auf: «Beim Bundesgericht ist immer noch unsere Beschwerde hängig.»

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