FDP riskiert keinen Alleingang
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FDP riskiert keinen Alleingang

Die Delegierten der FDP Kanton Bern haben am Montagabend Hans-Jörg Käser und - überraschend - Eva Desarzens für die Regierungsratswahlen 2006 nominiert. Murrend beschloss die FDP auch ein Zusammengehen mit dem bürgerlichen Partner SVP.

Die 331 Delegierten der FDP Kanton Bern nominierten den 56- jährigen Langenthalter Stadtpräsidenten Hans-Jörg Käser und die 48- jährige Vechiger Vizegemeindepräsidentin Eva Desarzens für die Kantonswahlen in die Exekutive vom kommenden Jahr. Damit entschieden sich die Delegierten aber auch gegen den Berner Jura.

Die beiden Nominierten setzten sich durch gegen Philippe Müller (Bern), Béatrice Devaux Stilli (Orvin), Flavio Torti (Reconvilier) und Christian Stauffer (Brügg).

Käser, der bereits im ersten Wahlgang mit Abstand das beste Resultat erzielte, wurde im zweiten Wahlgang mit 175 Stimmen klar gewählt. Im 5. Wahlgang entschieden sich die Delegierte mit 169 Stimmen für Desarzens.

Kritik an SVP

«Arroganz zahlt sich in der Politik nie aus», sagte Fulvio Pelli, Präsident FDP-Schweiz, vor den Delegierten im Kursaal Bern. Pelli sagte dies mit Blick auf den Entscheid der bernischen SVP vom Samstag mit vier Kandidierenden anzutreten.

Auch Johannes Matyassy, Präsident der Berner FDP, wählte deutliche Worte: «Die FDP des Kantons Bern ist gegen den Macht- und Mehrheitsanspruch der SVP.»

Dennoch entschied sich die FDP für eine gemeinsame Liste mit der SVP. Ein Alleingang schien den Delegierten zu riskant. Gehe es doch darum die bürgerliche Mehrheit in der Regierung zu halten.

SVP und FDP sind seit 1990 immer gemeinsam zu den Regierungsratswahlen angetreten. Die SVP erhielt jeweils drei, die FDP zwei Listenplätze. Mit der Viererkandidatur peilt die SVP den verfassungsmässig garantierten Regierungssitz des Berner Juras an.

(sda)

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