FDP-Wähler liessen Partei im Regen stehen

Aktualisiert

FDP-Wähler liessen Partei im Regen stehen

Die FDP ist bei der Abstimmung über das Familienzulagengesetz vom vergangenen 26. November von ihrer Basis im Stich gelassen worden.

Dies zeigt die am Freitag veröffentlichte Vox-Analyse. Die Nachbefragung zum Osthilfegesetz ergab einen tiefen Graben zwischen der SVP und den anderen bürgerlichen Parteien.

Das Forschungsinstituts gfs.bern und das Institut für Politikwissenschaft an der Universität Bern fanden bei der Nachbefragung heraus, dass die FDP bei der Abstimmung über die Harmonisierung der Kinderzulagen von ihrer Anhängerschaft richtiggehend desavouiert wurde. 69 Prozent der FDP-Sympathisanten hiessen die Vorlage gut, zu der die Partei die Nein-Parole gefasst hatte. Die Zahl der Abweichler war auch bei der CVP und der SVP mit 29 Prozent beziehungsweise 42 Prozent recht gross. Nahezu geschlossen stimmten die SP-Sympathisanten für das Gesetz, das landesweit mit 68,0 Prozent Ja angenommen wurde. Hauptmotiv für die Annahme war laut der Analyse der Harmonisierungsgedanke.

Beim Osthilfegesetz mit der Kohäsionsmilliarde, das von 53,4 Prozent der Stimmenden angenommen wurde, zeigte die Analyse, dass Zustimmung oder Ablehnung am stärksten von der parteipolitischen Orientierung der Stimmenden geprägt war. So legten 90 Prozent der SVP-Sympathisanten ein Nein in die Urne. Umgekehrt wurde die Vorlage von 86 Prozent der SP-Anhänger angenommen. Bei den Anhängern von FDP und CVP stimmten 71 beziehungsweise 65 Prozent zu. Damit bestätige sich die Erkenntnis der letzten beiden Europa-Abstimmungen über Schengen/Dublin und die erweiterte Personenfreizügigkeit, dass die Parteiorientierung das Stimmverhalten am stärksten präge, heisst es in der Untersuchung. Zudem habe sich der Graben zwischen der SVP und den anderen bürgerlichen Parteien im Vergleich zu früheren Europa-Abstimmungen wie zum EWR massiv vertieft. (dapd)

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