Aktualisiert 18.04.2014 19:23

Gegen BrasilienFed-Cup-Frauen kämpfen gegen den Abstieg

Zwei Monate vor den Fussballern erleben die Tennisspielerinnen das Abenteuer Brasilien: Sie spielen ab dem Samstag in der Provinzstadt Catanduva um den Verbleib in der Weltgruppe.

Das Team von Heinz Günthardt wird dabei erstmals von der 17-jährigen Belinda Bencic (ATP 91) angeführt. Timea Bacsinszky (WTA 162), Viktorija Golubic (WTA 163) und Amra Sadikovic (WTA 298) komplettieren das Schweizer Damenteam.

Kampf gegen Hitze, Wasser und unbekannte Gegner

Die brasilianischen Fedcup-Frauen wollen nach 23 Jahren wieder in die Weltgruppe aufsteigen - und dafür tun sie fast alles. So wird das Playoff der Weltgruppe II gegen die Schweiz nicht an einem der Orte gespielt, an denen auch ATP- und WTA-Turniere stattfinden, sondern in der Provinzstadt Catanduva, rund 400 Kilometer nordwestlich von São Paulo. Im Landesinneren ist es so richtig heiss, konstant über 30 Grad. Zudem regnete es in den vergangenen Tagen immer wieder heftig, so dass die Plätze im lokalen Tennisklub sehr tief sind. Auch für das Wochenende werden vereinzelt intensive Niederschläge erwartet.

Timea Bacsinszky (WTA 162), mit 15 Fedcup-Begegnungen die mit Abstand erfahrenste Spielerin im Schweizer Team, lächelte nur, als sie auf die Hitze angesprochen wurde. «Wir können damit umgehen und werden bereit sein», gab sie sich zuversichtlich. Auf dem Papier ist das Schweizer Team leicht zu favorisieren. Die beiden Nummern 1, Belinda Bencic (WTA 91) respektive Teliana Pereira (WTA 92), sind in der Weltrangliste nur durch einen Platz getrennt, doch auf der zweiten Position hat das Team von Heinz Günthardt Vorteile. Aber Günthardt warnte: «Das Ranking ist das eine, doch die Wahrheit gibt es nur auf dem Platz, und die kann auch anders aussehen.» Er habe aber grosses Vertrauen in seine Spielerinnen, vor allem dank der grösseren Ausgeglichenheit.

Bencic ist gefordert

Angesichts des Heimvorteils der Südamerikanerinnen ist deshalb ein enges Duell zu erwarten. Die erst 17-jährige Bencic, French-Open- und Wimbledon-Champion bei den Junioren, führt in Abwesenheit von Stefanie Vögele (private Gründe) und Romina Oprandi (konzentriert sich nach langer Verletzungspause vorerst auf ihre Einzelkarriere) erstmals die Schweizer Equipe an. Die in Wollerau wohnhafte Ostschweizerin bleibt deswegen aber ganz ruhig. «Es ist egal, welche Nummer ich im Team habe. Ich fühle keinen zusätzlichen Druck», sagte sie. Wie stark sie im Teamwettbewerb ist, zeigte Bencic bei der 2:3-Niederlage in der ersten Runde in Frankreich, als sie beide Einzel gewann.

Nun trifft sie heute Samstag mit Paula Cristina Gonçalves (WTA 289) auf ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Nicht so Bacsinszky, die das Duell gegen Brasilien eröffnet (18.00 Uhr Schweizer Zeit). Die 25-jährige Pereira hat eine Fedcup-Bilanz von 20:4 Siegen und wurde vom Internationalen Verband eben mit dem Heart Award für ihr Engagement im Teamwettkampf ausgezeichnet. Die in diesem Jahr wieder erstarkte Bacsinszky erhielt gegenüber der fast gleich klassierten Viktorija Golubic den Vorzug wegen ihrer Erfahrung und weil sie sich auf Sand sehr wohl fühlt.

Weltgruppe II. Playoff.

Brasilien - Schweiz (in Catanduva, Sand):

Samstag, 18.00 Uhr: Teliana Pereira - Timea Bacsinszky, gefolgt von Paula Cristina Gonçalves - Belinda Bencic. -

Sonntag, 18.00 Uhr: Pereira - Bencic, gefolgt von Gonçalves - Bacsinszky, gefolgt von Gonçalves/Pereira - Viktorija Golubic/Amra Sadikovic.

Brasilien: Teliana Pereira (WTA 92), Laura Pigossi (WTA 263), Gabriela Ce (WTA 286), Paula Cristina Gonçalves (WTA 289). - Captain: Carla Tiene.

Schweiz: Belinda Bencic (WTA 91), Timea Bacsinszky (WTA 162), Viktorija Golubic (WTA 163), Amra Sadikovic (WTA 298). - Captain: Heinz Günthardt.

Der Sieger verbleibt in der Weltgruppe II, der Verlierer steigt in die Kontinentalzone ab. (si)

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