Aktualisiert 05.08.2008 19:00

US-NotenbankFed lässt Leitzins unverändert

Die US-Notenbank hat den Leitzins erneut bei 2 Prozent belassen. Ökonomen hatten die Entscheidung angesichts anziehender Inflation einerseits und schwacher Konjunktur andererseits erwartet.

Die Notenbank muss derzeit auf der einen Seite gegen eine hohe Inflationsrate kämpfen, was eigentlich für eine Zinserhöhung spräche. Zugleich schwächelt aber die US-Konjunktur vor allem wegen der Immobilienkrise, was wiederum Anlass für eine Senkung sein könnte. Derart in der Zwickmühle, entschied die Fed sich am Dienstag zum zweiten Mal in Folge, nicht an der Zinsschraube zu drehen.

Davor hatte die Notenbank wegen der Immobilien- und Finanzmarktkrise in den vergangenen Monaten den Leitzins sieben Mal in Folge gesenkt. Die letzte Senkung erfolgte im April, als der Leitzins um 0,25 Punkte auf 2 Prozent verringert wurde. Dies ist der niedrigste Stand seit 2004.

Der Zinssatz bei Banken für Verbraucher und Unternehmen beträgt derzeit 5 Prozent, der niedrigste Wert seit 2004.

Die schwierige Situation auf dem Kreditmarkt, der Abschwung auf dem Immobilienmarkt und die hohen Energiepreise «werden wahrscheinlich noch die nächsten Quartale das Wirtschaftswachstum belasten», erklärte die Notenbank. Auf längere Sicht sollten aber die beträchtlichen Zinssenkungen der letzten Monate sowie das Bereitstellen von frischem Geld für die Kapitalmärkte dabei helfen, wieder zu einem «moderaten Wirtschaftswachstum» zurückzukehren. Mit Blick auf die Inflation geht die Fed von einem nachlassenden Preisdruck in den nächsten Monaten aus. Die Inflationsprognose bleibe «höchst unsicher».

(sda)

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