Ungewöhnliche Unterlage: Federer erlebt in Madrid sein blaues Wunder

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Ungewöhnliche UnterlageFederer erlebt in Madrid sein blaues Wunder

Beim Masters-1000-Turnier von Madrid wird erstmals überhaupt auf blauem Sand gespielt. Für die Topstars ist die Premiere aber alles andere als eine willkommene Abwechslung.

von
pre

Wie der blaue Sand in die Halle kommt. (Quelle: YouTube/<a href="http://youtu.be/ULeN0EtEFqc" target="_blank">REALDMASL</a>)

Beim ATP-Masters-1000-Turnier von Madrid, das am 6. Mai beginnt, gibt es eine Weltpremiere: Erstmals wird auf blauem Sand Tennis gespielt. Turnierbesitzer Ion Tiriac argumentiert, dass die Zuschauer auf dem blauen Sand den Ball besser sehen würden als auf der gewohnten, roten «terre battue». Gut möglich, dass auch Hauptsponsor «Mutua» seine Hand im Spiel hat. Die Farbe der spanischen Versicherungsunternehmen ist traditionell hellblau.

Was für die Zuschauer eine willkommene Abwechslung sein kann, ist den meisten Spielern aber ein Dorn im Auge. Kritsiert wird die kurze Angewöhnungszeit an die neue Unterlage. Allen voran Rafael Nadal, der als ausgeprägtes «Gewohnheitstier» gilt, zeigte sich wenig angetan von der Änderung der Sandfarbe bei seinem Heimturnier.

«Sandplatztennis wird traditionell auf roten Plätzen gespielt, nicht auf blauen. Was ein grosses Turnier ausmacht, ist die Historie im Tennis. Meiner Meinung nach ist das ein Fehler. Die Spieler gewinnen dadurch nicht. Das Tennis gewinnt dadurch nicht. Nur der Turnierbesitzer gewinnt dadurch», echauffiert sich der Spanier.

Murray: «Keine Ahnung, wie es sein wird»

Die Weltnummer 1 Novak Djokovic sieht dem Ganzen etwas gelassener, aber trotzdem kritisch entgegen. «Soweit ich weiss, stimmen die meisten Topspieler dieser Änderung nicht zu. Ich habe noch nie auf blauem Sand gespielt, Rafa und Roger auch nicht. Ich bin nicht wirklich glücklich darüber», sagt der Serbe, der die Idee aber durchaus interessant findet.

Mehr Verständnis für die Änderung der Platzfarbe hat hingegen Andy Murray. «Das wird eine neue Erfahrung. Es macht das Turnier einzigartig und ein bisschen anders, was für die Tour gut ist. Ich habe aber kein Ahnung, wie es ist, auf einem blauen Sandplatz zu spielen», gibt der Schotte an.

Roger Federer, der in Madrid nach einer über einmonatigen Pause, wieder ins Turniergeschehen eingreifen wird, hat sich noch nicht öffentlich zur Platzfarbe in Madrid geäussert. Die Weltnummer 3 bereitet sich in der Schweiz auf die Sandplatzsaison vor, gilt aber wie Nadal eher als Tennis-Traditionalist.

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