ATP-Turnier in Schanghai: Federer gewinnt und setzt neue magische Marke
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ATP-Turnier in SchanghaiFederer gewinnt und setzt neue magische Marke

Roger Federer besiegt im Achtelfinal von Schanghai im Schweizer Duell Stanislas Wawrinka in drei Sätzen. Damit ist er am Montag 300 Wochen an der Spitze der Weltrangliste.

Roger Federer schrammte im Schweizer Achtelfinal des ATP-Masters-1000-Turniers in Schanghai knapp am Ausscheiden vorbei. Der Baselbieter setzte sich zum Schluss gegen Stanislas Wawrinka aber doch noch sicher mit 4:6, 7:6 (7:4), 6:0 durch.

Eineinhalb Sätze lang war Wawrinka der bessere Spieler und hatte im zweiten Teil des zweiten Satzes sogar den zweiten Sieg im dreizehnten Duell mit Federer vor Augen. Beim Stande von 3:3 führte er bei Aufschlag Federer 30:0, zwei Games später hatte er sogar eine Breakmöglichkeit. Diesem «kleinen Matchball» wird Wawrinka noch ein Weilchen nachtrauern, setzte er doch ohne Not eine Rückhand ins Netz.

Federer dreht im Tiebreak auf

Durch das gewonnene Game erhielt Federer Auftrieb, hatte bei 6:5 schon einen Satzball, konnte ab dem Tiebreak seine gewohnte Leichtigkeit wieder abrufen und spielte ganz stark. Wawrinka wehrte sich zwar nach Kräften, machte bei 3:6 einen weiteren Satzball Federers mit dem schönsten Punkt des Abends zunichte, musste dann aber den Satzausgleich hinnehmen. Er verlor damit auch das sechste Tiebreak gegen seinen Davis-Cup-Kollegen.

Von da an erlebten die Zuschauer, die grossmehrheitlich auf der Seite des Maestro standen, wie wenig es im Tennis braucht, damit nach einem Wechsel des viel zitierten Momentums die Spielphysiognomie dauerhaft ändert. Federer, der im gesamten Startsatz nur zwei Winner zustande gebracht hatte, reihte nun Gewinnschlag an Gewinnschlag und zog rasch mit Doppelbreak auf 3:0 davon, worauf Wawrinkas Gegenwehr rasch erlahmte. Einseitiger hätte der Satz nicht verlaufen können; das Punkteverhältnis von 24:5 spricht Bände. Für Federer war es der 870. Matchgewinn auf der Tour, womit er zum in dieser Rangliste fünftplatzierten Andre Agassi aufgeschlossen hat.

300. Woche als Nummer 1 auf sicher

In der Schlussphase trat Federer definitiv wieder wie eine Nummer 1 auf. Dank der Viertelfinal-Qualifikation steht nun auch fest, dass er zumindest vorerst weiter auf der Position verbleibt, die er im Juli in Wimbledon mit dem Gewinn des 17. Major-Titels zurückerobert hat. Federer geht am Montag in seine insgesamt 300. Woche an der Rankingspitze, wird aber den Atem von Novak Djokovic bis Jahresende im Nacken spüren. Der Serbe, der mit einem Sieg gegen Feliciano Lopez ebenfalls die Runde der letzten acht erreicht hat, hat nur etwas mehr als einen Sechstel der Punkte Federers zu ersetzen.

Ehe es am Samstag im Halbfinal zur Olympia-Revanche gegen Andy Murray kommen könnte, geht Federer am Freitag (20 Minuten Online berichtet ab 14 Uhr live) noch einmal als klarer Favorit auf den Platz. Sein Viertelfinal-Gegner heisst Marin Cilic (ATP 16). Den grossgewachsenen Kroaten hat er in allen drei bisherigen Partien bezwungen.

Erster Satzgewinn gegen eine Nummer 1

Angesichts des frustrierenden Matchverlaufes wird es Wawrinka schwer fallen, mit etwas Distanz noch Positives mitzunehmen, obwohl es doch, abgesehen von der Ausgeglichenheit der Begegnung, viel Positives gab. Er gewann gegen Federer erstmals nach 14 Sätzen wieder einen Umgang und nahm im 22. Satz erstmals überhaupt einer aktuellen Weltnummer 1 einen Satz ab.

Schanghai. ATP-Masters-1000 (3,53 Millionen Dollar/Hart). Achtelfinals:

Roger Federer (Sz/1) s. Stanislas Wawrinka (Sz/13) 4:6, 7:6 (7:4), 6:0.

Novak Djokovic (Ser/2) s. Feliciano Lopez (Sp) 6:3, 6:3.

Andy Murray (Gb/3) s. Alexander Dolgopolow (Ukr) 6:2, 6:2.

Tomas Berdych (Tsch/4) s. Sam Querrey (USA) 6:2, 6:7 (3:7), 6:4.

Jo-Wilfried Tsonga (Fr/5) s. Marcos Baghdatis (Zyp) 6:2, 7:6 (7:2).

Radek Stepanek (Tsch) s. John Isner (USA/8) 6:4, 6:7(5:7), 6:3.

Marin Cilic (Kro/10) s. Fernando Verdasco (Sp) 4:6, 6:1, 6:4.

Viertelfinal-Tableau:

Federer (1) - Cilic (10)

Murray (3) - Stepanek

Tsonga (5) - Berdych (4)

Janko Tipsarevic (Ser/6)/Tommy Haas (De) - Djokovic (2) (si)

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