ATP in Cincinnati: Federer gewinnt US-Open-Hauptprobe
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ATP in CincinnatiFederer gewinnt US-Open-Hauptprobe

Roger Federer holt sich den Titel in Cincinnati zum vierten Mal nach dem fast epischen 6:7, 7:6, 6:4 gegen Mardy Fish. Der Schweizer ist bereit für das US Open.

von
fox
Roger Federer: Turniersieg Nummer 63 ist im Trockenen.

Roger Federer: Turniersieg Nummer 63 ist im Trockenen.

Bei 4:4 und 30:30 im Entscheidungssatz ging ein Raunen durch die vollbesetzten Ränge, nachdem Roger Federer eine Vorhand am Rahmen getroffen hatte. Doch der Ball ging nicht, wie von männiglich erwartet, ins Out, sondern senkte sich ins Feld, was Fish leicht irritierte und seinerseits zu einem Vorhand-Fehler zwang. Wenige Sekunden später schaffte Federer den einzigen Service-Durchbruch der Partie, kurz danach servierte er zur erfolgreichen Titelverteidigung aus. «Es war eine gute Partie für uns beide, ich hätte dies auch gesagt, wenn ich veroren hätte», so Federer, «es hätte wirklich auf beide Seiten kippen können.»

Tatsächlich war die Differenz zwischen dem «besten Spieler aller Zeiten» (so das Lob von Fish) und dem Bezwinger von Andy Murray und Andy Roddick nur minim. Federer wäre fast zum Verhängnis geworden, dass er im ersten Satz vier Breakbälle ebenso wenig ausnützen konnte wie im Tiebreak ein 5:4 bei eigenem Aufschlag.

Im zweiten Durchgang hatte dann der sehr gefährliche Aufschläger Fish trotz Defizite von der Grundlinie aus ein minimes Plus. Seine einzige Chance zum Servicedurchbruch der ganzen Partie verstrich aber und im Tiebreak war er aber chancenlos. Ironie der Geschichte: Vor der 1:7-Klatsche in der Kurzentscheidung hatte Fish in dieser Woche sechs von sieben Tiebreaks gewonnen.

InViertel- und Halbfinal hatte Federer in der nacht jeweils in zwei Sätzen gewonnen. Sowohl gegen Nikolai Dawydenko (6:4, 7:5) als auch gegen Nadal-Bezwinger Marcos Baghdatis (6:4, 6:3) hatte er seine aufsteigende Formkurve bestätigt.

Ex-aequo mit Björn Borg

Erstmals seit dem Australian Open Ende Januar verlässt Federer damit wieder ein Turnier als Champion. Er hat nun 63 Turniersiege auf dem Konto und ist damit in der ewigen Rangliste auf Platz 5 vorgestossen und zu Björn Borg aufgeschlossen. Zu Platz 4 und Pete Sampras fehlt nun nur noch ein Titel. Bei den Masters-1000-Turnieren hat er nun 17 Kronen, womit er gemeinsam mit Andre Agassi hinter Rafael Nadal Platz 2 einnimmt (18). In Cincinnati liess er sich die Trophäe zum vierten Mal überreichen, ein Kunststück, das in den achtziger Jahren auch Mats Wilander gelang. «Am Anfang meiner karriere war es hier zu heiss und zu schnell für mich, aber irgendwann hat sich das gebessert. Jetzt spiele ich sehr gerne hier», so Federer.

Der Baselbieter reist nun mit viel Matchpraxis und Selbstvertrauen aus den beiden Endspiel-Teilnahmen innert Wochenfrist als Nummer 2 der Welt nach New York. Er kann damit frühestens im Endspiel auf Rafael Nadal treffen. Federer stand im Vorjahr im Endspiel und hat damit 1200 Punkte zu verteidigen. Federer wird im «big apple» früh eintreffen, dort einige Sponsoren- und Medientermine wahrnehmen und sich dann auf das letzte Major- Turnier des Jahres vorbereiten, das am 30. August beginnt. (fox/si)

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