11.06.2015 10:23

Boris Becker

«Federer kann unmöglich so nett sein, wies scheint»

Es gibt keine packenden Rivalitäten mehr im Tenniszirkus, weil die Spieler Angst davor haben, über ihre Gegner zu lästern. Dies behauptet Boris Becker.

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Alle Duelle zwischen Federer und Djokovic2019, ATP-Finals, Round RobinRoger Federer - Novak Djokovic 6:4, 6:3Head-to-Head: 23:26

Alle Duelle zwischen Federer und Djokovic2019, ATP-Finals, Round RobinRoger Federer - Novak Djokovic 6:4, 6:3Head-to-Head: 23:26

AP/Alberto Pezzali
2019, Wimbledon, FinalRoger Federer - Novak Djokovic 6:7, 6:1, 6:7, 6:4, 12:13Head-to-Head: 22:26

2019, Wimbledon, FinalRoger Federer - Novak Djokovic 6:7, 6:1, 6:7, 6:4, 12:13Head-to-Head: 22:26

epa/Andy Rain
2018, Paris, HalbfinalRoger Federer - Novak Djokovic 6:7, 7:5, 6:7Head-to-Head: 22:25

2018, Paris, HalbfinalRoger Federer - Novak Djokovic 6:7, 7:5, 6:7Head-to-Head: 22:25

epa/Christophe Petit Tesson

Boris Becker, seit Dezember 2013 Trainer von Novak Djokovic, hat sich in seiner neuen Autobiografie unter anderem zum Thema Freundschaften unter den Tennis-Stars von heute geäussert. Vieles sei «gespielt». Der Deutsche liefert ein konkretes Beispiel, welches vor dem Gipfeltreffen in Wimbledon für einige Diskussionen sorgen dürfte: Es sei ein «offenes Geheimnis» im Tennis-Zirkus, dass Roger Federer und Novak Djokovic sich nicht mögen. Es «kann nicht möglich sein», dass Federer so nett sei, wie es den Anschein mache.

«Der Grund, weshalb Federer einer der bestbezahlten Athleten aller Zeiten ist, liegt darin, dass ihn alle mögen.» Das sei eigentlich gar nicht möglich, lautet Beckers Fazit gemäss dem «Telegraph». «Er macht Geld mit seinem Image, aber würde er weniger verdienen, wenn er mehr von seinen wahren Gefühlen preisgeben würde?», fragt sich der 47-jährige Deutsche weiter.

Becker beschreibt das Geschehen auf der ATP-Tour als «politisch etwas zu korrekt» und wünscht sich die Zeiten zurück, als er noch aktiv war. «Es gibt grossartige Charaktere, aber sie geben sich nicht so, wie sie könnten, weil sie Angst haben. Sie werden gebüsst, zudem gibt es überall auf den Plätzen Mikrofone, die jedes Geräusch aufzeichnen.» So sei es nicht mehr möglich, den angestauten Frust während einer Partie in Worte zu fassen.

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