ATP-Turnier Dubai: Federer lässt Djokovic keine Chance
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ATP-Turnier DubaiFederer lässt Djokovic keine Chance

Roger Federer zeigt gegen Novak Djokovic Tennis auf höchstem Niveau. «FedEx» gewinnt 3:6, 6:3, 6:2 und steht im Final des ATP-Turniers in Dubai. Dort trifft er auf Tomas Berdych.

Roger Federer greift in den Vereinigten Emiraten nach dem ersten Turniersieg seit Mitte Juni 2013. Damals gewann er im westfälischen Halle auf Rasen aber bloss ein Turnier der untersten Kategorie (250). In Dubai könnte der 32-jährige Basler seinen grössten Triumph seit August 2012 feiern, als er sich als Nummer 1 der Welt am Masters-1000-Turnier von Cincinnati durchsetzte. In Ohio hatte Federer am 18. August 2012 auch letztmals einen Widersacher aus den Top 2 besiegen können (Novak Djokovic im Halbfinal mit 6:0, 7:6).

In Dubai deutete eine Stunde lang wenig auf Federers grossen Sieg hin. Novak Djokovic erwischte den besseren Start und kontrollierte bis zum 6:3, 2:2 das Geschehen. Roger Federer hingegen spielte schon im ersten Satz durchaus gut. Schon da gelangen ihm mehr Gewinnschläge (8) als unerzwungene Fehler (6). Ab dem zweiten Satz änderte Federer die Taktik.

Er agierte noch offensiver. Zu Beginn des dritten Satzes rückte er sogar zweimal sofort nach dem Aufschlag Djokovics ans Netz vor (Chip-and-Charge), so wie einst Stefan Edberg spielte, Roger Federers Berater. Und trotz des erhöhten Risikos vermochte Federer die Fehlerquote tief zu halten. Ihm unterliefen während der drei Sätze lediglich 20 unerzwungene Fehler bei 26 Gewinnschlägen.

Djokovic unterlaufen zu viele Fehler

Und Federer feierte seinen ersten grossen Sieg seit anderthalb Jahren nicht, weil der Gegner schwächelte. Auch Novak Djokovic zeigte eine starke Leistung, auch er produzierte mehr Winner (24) als unforced errors (23). In den entscheidenden Momenten behielt aber Federer den kühleren Kopf. Als es Mitte des zweiten Satzes kurz regnete, liess sich Djokovic aus der Ruhe bringen. Er kassierte in dieser Phase das erste Break (zum 2:4 im zweiten Satz). Und den ersten Aufschlagdurchbruch im Entscheidungssatz begünstigte Djokovic mit einem Doppelfehler beim Breakball.

Federer schaffte in der letzten Dreiviertelstunde der Partie drei Breaks, derweil Djokovic nach dem Aufschlagdurchbruch zu Beginn der Partie seine weiteren fünf Breakbälle allesamt verschlug. Im dritten Satz besass der Serbe noch vier Breakbälle: zwei zum 1:1 und zwei zum 3:5. Nach einer Stunde und 46 Minuten verwandelte Federer mit einem Servicewinner den ersten Matchball.

Gewinnt «FedEx» zum sechsten Mal?

Anschliessend strahlte der Schweizer über beide Backen. In der Weltrangliste wird sich dieser Grosserfolg über Djokovic aber vorerst noch nicht umgehend positiv auswirken. Selbst wenn Federer das Turnier gewinnt, bleibt er für den Moment die Nummer 8 der Weltrangliste. Allerdings belegt seine Match-Bilanz von 12:2 Siegen, dass es Federer im Moment bedeutend besser läuft als im Vorjahr.

Deshalb wird es Federer auch nicht beunruhigen, dass er vor einem Jahr in Dubai in den Halbfinals gegen Tomas Berdych (ATP 6), seinen Finalgegner vom Samstag, nach vergebenen Matchbällen mit 6:3, 6:7 (8:10), 4:6 verloren hat. Berdych qualifizierte sich mit einem 7:5, 7:5 über Philipp Kohlschreiber erneut für das Endspiel in Dubai; der Tscheche ist mittlerweile seit elf Einzeln unbesiegt. Roger Federer, der älteste Top-10-Spieler seit zehn Jahren (Andre Agassi), könnte das Turnier von Dubai zum sechsten Mal nach 2003, 2004, 2005, 2007 und 2012 gewinnen.

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