Federer mit dem Express zum dritten Masters-Titel
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Federer mit dem Express zum dritten Masters-Titel

Roger Federer hat zum dritten Mal nach 2003 und 2004 das Masters gewonnen. Der Weltranglisten-Erste schlug in Schanghai in seinem vierten Final in Folge beim Saisonschlussturnier den Amerikaner James Blake in einer Stunde 37 Minuten hochüberlegen 6:0, 6:3, 6:4.

Die Bilanz mit 5:0 Siegen hatte zwar deutlich für Federer gesprochen. Gleichwohl hatten sich die 15000 Zuschauer im vollbesetzten Qi Zhong Stadium einen ausgeglicheneren Final erhofft, zumal nach Blakes starken Auftritte in den vergangenen Tagen. Auch Federer selber hätte sich mit Sicherheit nicht gedacht, dass ihm der letzte Schritt zum Titel so einfach fallen würde. Er nahm aber von Beginn an das Heft resolut in die Hand und machte schnell deutlich, dass er die Saison nicht mit einer Niederlage beenden wollte. Er liess Blake auch nach dem traumhaften Start nicht den Hauch einer Chance und behielt auch in den raren kritischen Momenten die Ruhe. So machte er im ersten Satz im gleichen Game (bei 4:0) fünf, im zweiten Abschnitt (bei 1:1) vier Break-Möglichkeiten Blakes zunichte. Und als dem Afro-Amerikaner im dritten Satz dann doch noch der Servicedurchbruch (5:3) gelang, kam dies nur noch der Resultatkosmetik gleich.

Mit dem dritten Masters-Titel nach 2003 und 2004 ergänzte Federer sein Palmarès zum Abschluss seiner bisher besten Saison mit einem weiteren Highlight. Mit dem Australian Open, Wimbledon, dem US Open, dem Masters und den Championships auf Key Biscayne hat er fünf der bedeutendsten sechs Turniere gewonnen. Er ist nach Pete Sampras, Ivan Lendl, Ilie Nastase, Boris Becker und John McEnroe erst der sechste Spieler, der das Masters (mindestens) dreimal für sich entschieden hat.

Mit zwölf Turniersiegen stellte Federer ausserdem eine persönlichen Bestmarke auf; in den letzten zwei Jahren hatte er es jeweils auf elf Titel gebracht. Auch in finanzieller Hinsicht ist Federer in einsame Sphären aufgestiegen. Mit den 1,52 Millionen Dollar steigerte er sein Preisgeld in diesem Jahr auf 8,3 Millionen Dollar und übertraf so als erster Spieler die Acht-Millionen-Grenze in einer Saison.

Der 26. Februar 2007 wird für Federer zu einem weiteren "Rekordtag". Er, der das Ranking seit dem 2. Februar 2004 anführt, wird dannzumal seine 161. Woche als Nummer 1 hinter sich haben und Jimmy Connors als Besten ablösen. Der Amerikaner hatte die Top-Position vom 29. Juli 1974 ohne Unterbruch während 160 Wochen bis zum 22. August 1977 inne gehabt. Federer beendet die Saison mit 8370 Punkten und hat damit 3900 mehr als der zweitplatzierte Rafael Nadal. Er wird selbst dann ganz oben bleiben, wenn er bis Ende Februar leer ausgehen und der Spanier alle seine Turniere gewinnen würde.

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