Federer putzt Hewitt weg - Halbfinal gegen Hingis-Lover

Aktualisiert

Federer putzt Hewitt weg - Halbfinal gegen Hingis-Lover

Roger Federer hat im Viertelfinal des Masters-Series-Turniers von Montreal den ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt klar mit 6:3, 6:4 bezwungen. Im Halbfinal trifft der Schweizer heute auf den Tschechen Radek Stepanek.

Lleyton Hewitt ist nicht mehr Roger Federers Angstgegner - eher schon der Lieblingsgegner. In den Viertelfinals von Montreal feierte Federer mit 6:3, 6:4 den zehnten Sieg in Folge gegen Hewitt. Nächster Gegner ist Radek Stepanek.

Seit knapp einem Monat wird Lleyton Hewitt (ATP 21) von Roger Federers ehemaligem Coach Tony Roche (bis Mai 2007) betreut. Roche weilt nicht in Nordamerika, «und ich weiss auch nicht, ob die beiden schon zusammen trainiert haben» (Federer), auf jeden Fall hat Roche für Hewitt den entscheidenden Tipp, wie Federer zu bezwingen ist, noch nicht gefunden. Der 26-jährige Australier war im Gegensatz zu Karlovic (1. Runde) und Fognini (2. Runde) aber durchaus in der Lage, Federers Tempo in den Grundlinien-Duellen mitzuhalten. Federer: «Es war ein exzellentes Spiel - und zwar von beiden.»

Obwohl Hewitt kämpfte wie in seinen stärksten Tagen, kontrollierte Federer die Partie permanent. Die Weltnummer 1 aus Oberwil/BL geriet nie in Rückstand, schaffte zum 4:2 im ersten Satz das erste Break, wehrte danach zwei Breakbälle Hewitts (zum 3:4) mit Aufschlag-Assen ab und sicherte sich den ersten Satz nach 47 Minuten mit 6:3. Im zweiten Satz realisierte Federer Service- Durchbrüche zum 1:0 und zum 4:3. Lleyton Hewitt besass seine stärksten Momente, als er im zweiten Satz das Re-Break zum 2:2 schaffte und danach zum einzigen Mal während der gesamten Partie ein Aufschlagspiel problemlos durchbrachte. Federer reagierte jedoch umgehend, gewann vier der letzten fünf Games und verwandelte nach 86 Minuten den zweiten Matchball.

Für Federer läuft in Kanada fast alles perfekt. Bei seinen letzten zwei Teilnahmen gewann er das Turnier. Auch im Halbfinal trifft er nochmals auf einen ungesetzten Gegner. Nur Rafael Nadal tat dem Schweizer bislang den Gefallen nicht, sich frühzeitig aus dem Turnier zu verabschieden, was Federers Position an der Weltranglistenspitze konsolidieren würde. Nadal fightete sich bislang durch das Turnier. In der Startrunde gegen Marat Safin wehrte er zwei Satzbälle ab (7:6, 6:0). Und in den Achtelfinals stand er gegen Gstaad-Sieger Paul-Henri Mathieu am Rand einer Niederlage, als er 3:6 zurücklag und zu Beginn des zweiten Satzes sechs Breakbälle abwehren musste. Aber Nadal fand den Rhythmus gerade noch rechtzeitig und setzte sich 3:6, 6:3, 6:2 durch.

Im Doppel zog Federer in der Nacht auf Freitag mit Yves Allegro gegen die Weltranglisten-Ersten Bob und Mike Bryan die Segel ein (6:7, 7:6, 7:10). Die 100-minütige Partie faszinierte das Publikum auf dem altehrwürdigen Montrealer Centre Court. «Und mir half sie vor dem Spiel gegen Hewitt, den Wettkampfrhythmus zu finden», so Federer. Auch die Bryan-Zwillinge staunten trotz ihres Sieges nicht schlecht. Sie attestierten Federer, dass er auch im Doppel, egal mit welchem Partner, sofort die Nummer 1 wäre, wenn er sich das zum Ziel setzen würde.

Masters Series, Montreal. Viertelfinal:

Roger Federer (Sui/ATP 1) - Lleyton Hewitt (Aus/ATP 21) 6:3, 6:4 - im Halbfinal trifft Federer auf Radek Stepanek (Tsch).

Das Spiel im Liveticker:

Der Schweizer beim Aufschlag: 15-15. 30-15. 40-15. Game-Set-Match Roger Federer. Der Schweizer putzt Lleyton Hewitt letztlich locker vom Platz und trifft im Halbfinal auf den Freund von Martina Hingis, Radek Stepanek. Das ist der 10. Sieg in Serie des Schweizers gegen den ehemaligen Weltranglistenersten aus Australien.

Hewitt holt sich das nächste Game. Doch jetzt braucht der Australier ein Break, um im Spiel zu bleiben.

Der Schweizer beim wichtigsten nächsten Aufschlagsspiel: 30:30, wichtiger Punkt! Federer holt ihn, macht das Game zum 5:3.

Federer startet gut ins nächste Aufschlagsspiel von Hewitt, macht die ersten beiden Punkte, kommt zu zwei Breakbällen - und verwertet den zweiten zum 4:3 Jetzt liegt die Halbfinal-Quali auf dem Serviertablett.

Der Schweizer scheint sich nun gefangen zu haben, bringt seinen nächsten Aufschlag Zu-Null durch.

Hewitt serviert, bringt den Aufschlag locker durch.

Bleibt abzuwarten, ob Federer tatsächlich etwas den Faden verloren hat, nachdem er so gut in den 2. Satz gestartet ist. Das nächste Game wird Aufschluss geben.

Ob das nicht etwas zu viel des Guten war: Beim nächsten Servicespiel gerät Federer unter Druck. Hewitt mit Breakchance - und er verwertet sie!

Reicht der Break-Vorsprung bereits: Federer lässt das nächste Game «fahren».

Jetzt wirds ganz schwierig für Hewitt: Federer bei eigenem Aufschlag souverän - 2:0. Von den letzten 7 Games hat der Schweizer 6 geholt.

Hewitt beginnt den zweiten Satz mit Service, gerät aber gleich in Rücklage. Zwei Breakchancen für den Schweizer. Und gleich der erste Servicedurchbruch.

Der Schweizer lässt nichts anbrennenund gewinnt den ersten Satz mit 6:3. Statistisches: Federer insgesamt mit 55% aller Punkte, Hewitt mit grossen Problemen beim ersten Service (nur 47% Quote). Federer macht bisher 88% aller Punkte, wenn er seinen ersten Aufschlag durchbringt.

Erstmals bringt Hewitt ein Game locker durch, doch jetzt serviert Federer zum Satzgewinn.

Federer kann ein Re-Break trotz 15:30-Rückstand abwehren, muss dreimal über Einstand gehen und einen Breakball abwehren - verteidigt letztlich aber sein Aufschlagsspiel. Wichtiges Game zum 5:2.

Hewitt schlägt auf, das Spiel bisher äusserst ausgeglichen. Wieder ist Federer nahe dran, kommt erneut zu einem Breakball - und verwertet diesen zum 4:2!

Bei eigenem Service lässt Roger nichts anbrennen, zieht das Game locker durch: 3:2.

Zweiter Seitenwechsel, Hewitt kommt zum zweiten Aufschlagsspiel. Federer macht die ersten beiden Punkte, kommt zu zwei Breakbällen - vergibt aber beide. Hewitt macht drei Punkte in Serie und gleicht aus.

Federers erster Service funktioniert bisher ausgezeichnet. Wie meistens macht er den Punkt, wenn er diesen ins Feld bringt. Diesmal muss Federer allerdings ebenfalls über Einstand gehen, macht aber das Game zum 2:1.

Hewitt beim ersten Aufschlagsspiel: Der zweifache Grand-Slam-Sieger ist bis heute die jüngste Weltnummer 1 aller Zeiten, als er 2001 die Tenniskrone übernahm. Der heute 26-Jährige bringt sein erstes Servicespiel durch, muss allerdings über zweimal über Einstand gehen.

Das Spiel beginnt, Federer serviert zuerst, macht den ersten Punkt des Spiels - und holt sich das Game.

Erstmals seit zwei Jahren trifft Federer auf Hewitt. Der Schweizer und der Australier wärmen sich auf, in Kürze gehts los.

Der Sieger des Spiels Federer - Hewitt wird demzufolge im Halbfinal auf Stepanek treffen.

In wenigen Minuten gehts los. Das «Vorspiel» zwischen Hingis-Lover Stepanek und Davydenko ist vorbei, Stepanek hat 6:4, 7:5 gewonnen.

(si/mat)

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