Federer scheitert an «Nobody»
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Federer scheitert an «Nobody»

Roger Federer ist beim Italian Open in Rom im Achtelfinal sang- und klanglos ausgeschieden. Der Weltranglisten-Erste unterlag dem Lokalmatador Filippo Volandri (ATP 53) in 78 Minuten 2:6, 4:6.

Kaum jemand kann sich erinnern, Federer in den letzten Jahren je so schlecht gesehen haben wie an diesem heissen Nachmittag in Rom. Er beging insgesamt 44 unerzwungene Fehler und schlug nur gerade 12 Winner. Allein die ersten drei Servicegames verlor er alle. Federer führte nur einmal, bei 1:0 im zweiten Satz und kaum etwas, das er gegen den soliden Italiener versuchte, klappte. Im letzten Game passierten ihm noch einmal vier Fehler.

«Ich habe meinen Rhythmus nie gefunden und stand immer mit dem Rücken zur Wand», so Federer, der die Niederlage nicht dramatisieren wollte: «Natürlich muss ich hinsitzen und schauen, was falsch lief, aber es ist nun auch nicht das Ende der Welt. Jetzt bleibt mir mehr Zeit zum Trainieren für Hamburg.»

Federer blickt nun auf eine für ihn unüblich lange Durststrecke zurück: Er hat seit Februar in Dubai kein Turnier mehr gewonnen und ist nun seit vier Events ohne Titel. Falls Nadal in Rom das Triple schaffen sollte, würde sich sein Vorsprung im Ranking um fast 400 Punkte reduzieren.

Interview:

Wenige Minuten nach dem 2:6, 4:6 gegen Filippo Volandri (ATP 53) sass Roger Federer schon im überfüllten Presseraum des Foro Italico. Auszüge aus der Pressekonferenz.

Roger Federer, fühlten Sie sich gut?

Roger Federer: «Ich hatte weder Fieber noch eine Verletzung.»

War die Hitze ein Problem?

Federer: «Ich trainiere in Dubai bei 45 Grad, die Hitze war kein Problem.»

War es schlecht, dass Sie in vier Tagen nur einen Match hatten?

Federer: «Meine Vorbereitung war perfekt. Ich war der erste Spieler, der in Rom angekommen ist und habe mehr trainiert als jeder andere. In der ersten Runde habe ich gut gespielt, es ist sehr enttäuschend, dass ich heute so schlecht war. Ich kann daran aber nichts ändern. Ich spielte gegen einen Mann mit viel Selbstvertrauen, der wusste, dass er eine Chance hat. So ist es im Tennis. Man scheidet beim Knock-Out-System halt in der zweiten Runde aus, wenn man nicht gut spielt.»

Wann hatten Sie das letzte Mal ein so schlechtes Gefühl bei den Schlägen?

Federer: «Das kommt immer wieder vor, aber oft komme ich dann doch durch, weil ich der bessere Spieler bin oder im wichtigen Moment richtig spiele. Ich erhalte dann mehr Chancen, heute bin ich aber nie richtig in den Match gekommen.»

Waren Sie körperlich oder mental müde? Federer: «Es war vielleicht eine Kombination mehrerer Faktoren und wenn man dann 2:6, 1:3 hinten ist, fühlt man sich auch ein wenig leer. Ich bin einfach nie richtig reingekommen.»

Was ändert nun in der Vorbereitung auf Paris?

Federer: «Ich werde mehr Zeit auf den Trainingsplätzen als auf den Matchcourts verbringen.»

Rom, Achtelfinal ca. 14.30 Uhr

Roger Federer - Filippo Volandri 2:6, 4:6 (si)

Rom. ATP-Masters-Series (2 082 500 Euro/Sand). Achtelfinals: Filippo Volandri (It) s. Roger Federer (Sz/1) 6:2, 6:4.

Rom. ATP-Masters-Series (2 082 500 Euro/Sand). Achtelfinals: Filippo Volandri (It) s. Roger Federer (Sz/1) 6:2, 6:4.

Rafael Nadal (Sp/2) s. Michail Juschni (Russ/15) 6:2, 6:2.

Juan Ignacio Chela (Arg) s. Andy Roddick (USA/3) 6:0, 6:4.

Nikolai Dawydenko (Russ/4) s. Potito Starace (It) 4:6, 6:2, 7:5.

Novak Djokovic (Ser/5) s. Marcos Baghdatis (Zyp) 6:2, 7:5.

Fernando Gonzalez (Chile/6) s. Nicolas Massu (Chile) 6:7 (4:7), 6:3, 6:4. Tommy Robredo (Sp/7) s. Gilles Simon (Fr) 6:2, 6:2.

Tomas Berdych (Tsch/12) s. José Acasuso (Arg) 6:1, 6:2.

Viertelfinal-Tableau: Volandri - Berdych (12), Chela - Gonzalez (6), Robredo (7) - Dawydenko (4), Djokovic (5) - Nadal (2).

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