Aktualisiert 01.06.2010 21:38

French OpenFederer scheitert im Viertelfinal an Söderling

Roger Federer ist auf dem Weg zur Titelverteidigung in Paris im Viertelfinale am Schweden Robin Söderling hängengeblieben. Der Schwede siegte in vier Sätzen mit 3:6, 6:3, 7:5, 6:4.

von
tog
Roger Federer - er wird vor allem den vergeben Chancen im zweiten Satz nachtrauern.

Roger Federer - er wird vor allem den vergeben Chancen im zweiten Satz nachtrauern.

23 Grand-Slams-Halbfinals hatte Federer seit der Drittrunden- Niederlage gegen Gustavo Kuerten 2004 erreicht. Diesmal bedeutete bereits der Viertelfinal Endstation. Dieses Out ist für den Baselbieter nicht nur deshalb speziell bitter, weil es eine grossartige Erfolgsserie beendet, sondern auch, weil ein weiterer bedeutender Rekord nun in Gefahr ist.

Sollte Rafael Nadal das Turnier gewinnen, löst der Spanier Federer in der kommenden Woche als Weltranglisten-Erster ab. Der 16- fache Grand-Slam-Sieger hätte dann «nur» 285 Wochen als Nummer 1 auf dem Konto und würde die Egalisierung von Pete Sampras' Bestmarke von 286 Wochen (vorerst) verpassen.

Es waren sehr spezielle Umstände, unter denen Federer die für ihn schon fast historische Pleite hinnehmen musste. Paris war den ganzen Tag wolkenverhangen. Schon als die beiden Protagonisten um 16.00 Uhr den Court Philippe Chatrier betraten, war klar, dass der Regen sich irgendwann ins Geschehen einmischen würde. Bald sanken die Temperaturen auf 13 Grad und ein Nieselregen setzte ein. Zwischenzeitlich musste die Partie dann sogar unterbrochen werden. Nach diesem 80-minütigen Spielstopp beim Stand von 5:5 im dritten Satz setzte Söderling zum entscheidenden Schlussspurt an.

Verflixtes 13. Duell

Federer hatte das Geschehen nur zu Beginn im Griff, weil er das umsetzte, was er angekündigt hatte. Er variierte seine Schläge, damit Söderling seinen Rhythmus nicht finden konnte. Nach einer guten halben Stunde und nur drei unerzwungenen Fehlern schloss er den ersten Satz mit einem Vorhand-Winner ab. Es fehlte nicht viel und es wäre - zumindest zunächst - im gleichen Stil weitergegangen, doch Söderling zeigte sich effizienter. Er nutzte seinen Breakball im zweiten Umgang zum 2:0, während der Schweizer Minuten zuvor seine Gelegenheit ungenutzt gelassen hatte.

Der 25-jährige Schwede, der im letzten Jahr Nadal im Achtelfinal die bislang einzige Niederlage in Paris zugefügt hatte, kam nun immer besser in Fahrt. Seine wuchtigen Schläge landeten immer öfter gewinnbringend im Feld. Je schlechter das Wetter wurde, desto stärker agierte Söderling. Der Skandinavier, der alle seine zwölf Duelle gegen Federer verloren hatte, darunter den letztjährigen French-Open-Final, schien sich im Regen von Paris bestens zurechtzufinden.

«Ich habe wirklich sehr gut gespielt. Die Bedingungen waren schwierig. Ich bin aber stets konzentriert gebelieben», erklärte Söderling. «Daran, dass ich gegen Federer viele Niederlagen einstecken musste, habe ich nicht gedacht. Ich wusste, ich stand in der Vergangenheit einige Male nahe am Sieg.» Wie bereits gegen Nikolai Dawidenko musste Federer im 13. Duell die erste Niederlage einstecken.

Federer ratlos

Die Niederlage zeichnete sich gegen Ende des dritten Satzes ab. Federers Aufschlagsspiele gerieten mehr und mehr zur Zitterpartien, nachdem er im ersten Umgang lediglich zwei Punkte (!) bei eigenem Service abgegeben hatte. Zum Teil waren die Schwierigkeiten von Söderling provoziert, zum Teil waren sie hausgemacht. Nach der Regenpause - eigentlich regnete es durchgehend, aber zwischen 17.30 und 18.50 Uhr speziell heftig - führte Federer bei eigenem Aufschlag 40:15 und schenkte seinem Gegner mit zwei Vorhand- und einem Doppelfehler das Break zum 5:6 und damit den dritten Satz praktisch.

Damit hatte Söderling definitiv Blut geleckt. Er schoss aus allen Lagen, servierte mit über 220 km/h und retournierte exzellent. Dagegen wirkte der Schweizer zunehmend ratlos. Dass der Platz vom Regen durchnässt war und die Atmosphäre im Stadion etwas Apokalyptisches an sich hatte, half ihm sicherlich nicht. Im siebten Game des vierten Satzes wehrte Federer noch drei Breakbälle ab. Doch die Entscheidung zu Gunsten Söderlings waren nur aufgeschoben. Der fünfache ATP-Turniersieger setzte sich dann auf 5:4 ab und beendete den Match bei eigenem Service souverän.

Söderling trifft nun im Halbfinal auf Tomas Berdych (ATP 17), der sich im anderen Viertelfinal der oberen Tableauhälfte souverän mit 6:3, 6:1, 6:2 gegen Michail Juschni (ATP 14) durchsetzte. Federer tritt normalerweise nächste Woche beim Rasenturnier in Halle an, um sich auf Wimbledon vorzubereiten. Bis dahin kann er nur hoffen, dass Nadal das Turnier nicht zum fünften Mal gewinnt. Ansonsten muss sich der Schweizer wohl einige Zeit gedulden, ehe er wieder die Möglichkeit bekommt, Sampras' Rekord zu brechen.

Paris. French Open (16 807 400 Euro/Sand). Viertelfinals:

Robin Söderling (Sd/5) s. Roger Federer (Sz/1) 3:6, 6:3, 7:5, 6:4.

Tomas Berdych (Tch/15) s. Michail Juschni (Russ/11) 6:3, 6:1, 6:2.

Halbfinal-Tableau:

Söderling (5) - Berdych (15);

Jürgen Melzer (Ö/ 22)/Novak Djokovic (Ser/3); Nicolas Almagro (Sp/19)/Rafael Nadal (Sp/ 2).

Frauen. Viertelfinals:

Francesca Schiavone (It/17) s. Caroline Wozniacki (Dä/3) 6:2, 6:3. Jelena Dementjewa (Russ/5) s. Nadia Petrowa (Russ/19) 2:6, 6:2, 6:0.

Halbfinal-Tableau:

Serena Williams (USA/1)/Samantha Stosur (Au/7) - Jelena Jankovic (Ser/4)/Jaroslawa Schwedowa (Kas); Schiavone (17) - Dementjewa (5). (tog/si)

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