Federer schlägt auch Juschni in drei Sätzen

Aktualisiert

Federer schlägt auch Juschni in drei Sätzen

Roger Federer hat im Australian Open den ersten Test mit einem Ausrufezeichen bestanden. Der Titelverteidiger besiegte Michail Juschni (Russ/25) nach glanzvollem Spiel 6:3, 6:3, 7:6 (7:5) und trifft im Achtelfinal auf Novak Djokovic (Ser/14).

Als Roger Federer nach einer Spielzeit von 124 Minuten den vierten Matchball mit einem Vorhand-Gewinnschlag beendete, erhoben sich die Zuschauer in der Rod Laver Arena wie auf Kommando zu einer «Standing Ovation». Die für eine Drittrunden-Partie rare Huldigung hatten sich Federer und der ebenfalls hoch begabte Moskowiter, der im Vorjahr im US-Open-Viertelfinal Rafael Nadal bezwungen und phasenweise zum Statisten degradiert hatte, mit einem Spektakel erster Güte verdient.

Die Partie hätte sogar noch schneller vorbei sein können. Federer führte 6:3, 6:3, 4:2, ehe der zweifache Davis-Cup-Champion die achte Niederlage im achten Duell noch hinauszögern konnte. Trotz des zumeist einseitigen Verlaufs kamen die Fans voll auf ihre Kosten. Die höchst temporeiche Partie beinhaltete zahlreiche Finessen und sehenswerte Punkte en masse. «Ich bin glücklich, wie ich gespielt habe. Es war ein unterhaltsamer Match», so Federer, der einmal mehr sportliche Schwerarbeit kinderleicht aussehen liess. Auch die Statistik spricht Bände. Er liess sich 40 Winner notieren und beging nur 27 unerzwungene Fehler. Einzig die Quote erster Aufschläge war mit 53 Prozent mässig.

Zufrieden wird auch Tony Roche das Spiel seines Schützlings analysieren. Federer spielte so häufig wie noch selten «chip and charge» und war mit diesem Vorrücken ans Netz direkt nach dem Return praktisch ausnahmslos erfolgreich. Zudem entwickelt sich auch der Slice immer mehr zu einer Waffe; Federers Spiel kann dadurch eine weitere Dimension erhalten.

Erkältung am Abklingen

Federer war «nicht ganz hundert» in die Partie gestiegen. Am Donnerstag hatte er noch Hals- und Gliederschmerzen gehabt, gestern behinderten ihn die Probleme aber nicht gross: «Der Puls geht schon etwas schneller rauf als üblich, aber heute war es besser als gestern. Es wird besser.»

(Gesundheitliche) Schwächen kann sich Federer auch in der nächsten Partie nicht leisten. Djokovic hat bisher überzeugt, der erste Satzverlust gegen Danai Udomchoke (ATP 102) war mehr als Betriebsunfall zu werten. Der Serbe hatte gegen den Thailänder im dritten Durchgang schon 5:4, 30:0 geführt. «Ich bin mit meinem Spiel sehr zufrieden», so Djokovic.

Der 19-Jährige aus Belgrad ist im Moment als ATP-Nummer 15 der Leader der «jungen Wilden», knapp vor Andy Murray und Richard Gasquet und klar vor Gaël Monfils. Im Vorjahr war dieses Quartett in Melbourne noch geschlossen in der Startrunde ausgeschieden, mittlerweile scheinen die vier die Vorschusslorbeeren zu bestätigen; alle haben mindestens Runde 3 erreicht. Djokovic hat zudem das Auftakt-Turnier in Adelaide im Einzel (und im Doppel mit Radek Stepanek) gewonnen. Er freut sich auf den Vergleich mit Federer: «Ich habe absolut nichts zu verlieren.»

Federer sieht dem dritten Duell nach den Siegen im Vorjahr in Monte Carlo (drei Sätze im ersten Saisonspiel auf Sand) und Genf (3:0 Sätze im Davis-Cup-Abstiegsspiel) gelassen entgegen: «Er ist ein schwieriger und gefährlicher Gegner. Ich habe ihn aber schon zweimal bezwungen und weiss, wie ich gegen ihn spielen muss.»

Melbourne. Australian Open. Grand-Slam-Turnier (15,68 Mio. Dollar/Hart).

Männer-Einzel, 3. Runde:

Roger Federer (Sz/1) s. Michail Juschni (Russ/25) 6:3, 6:3, 7:6 (7:5).

Andy Roddick (USA/6) s. Marat Safin (Russ/26) 7:6 (7:2), 2:6, 6:4, 7:6 (7:2).

Tommy Robredo (Sp/7) s. Sam Querrey (USA) 6:4, 6:7 (5:7), 6:2, 6:1.

Mario Ancic (Kro/9) s. Dominik Hrbaty (Slk/22) 6:3, 6:2, 6:1.

Novak Djokovic (Ser/14) s. Danai Udomchoke (Thai) 6:3, 6:4, 5:7, 6:1.

David Ferrer (Sp/16) s. Radek Stepanek (Tsch/20) 6:7 (5:7), 4:6, 6:0, 6:4, 6:3.

Richard Gasquet (Fr/18) s. Gaël Monfils (Fr) 6:0, 4:6, 7:5, 6:3.

Mardy Fish (USA) s. Wayne Arthurs (Au) 3:0 w.o.

Achtelfinal-Tableau:

Federer (1) - Djokovic (14), Gasquet (18) - Robredo (7), Fish - Ferrer (16), Ancic (9) - Roddick (6); Nalbandian (8)/Grosjean (28) - Mayer/Haas (12), Berdych (13)/Tursunow (21) - Santoro/Dawydenko (3), Blake (5)/Ginepri - Hewitt (19)/Gonzalez (10), Murray (15)/Chela - Wawrinka (31)/Nadal (2).

Frauen-Einzel, 3. Runde:

Amélie Mauresmo (Fr/2) s. Eva Birnerova (Tsch) 6:3, 6:1.

Swetlana Kusnezowa (Russ/3) s. Maria Kirilenko (Russ/26) 6:1, 6:4.

Serena Williams (USA) s. Nadia Petrowa (Russ/5) 1:6, 7:5, 6:3.

Jelena Dementjewa (Russ/7) s. Maria Elena Camerin (It) 6:1, 6:3.

Nicole Vaidisova (Tsch/10) s. Katarina Srebotnik (Sln/21) 6:4, 6:4.

Jelena Jankovic (Ser/11) s. Victoria Asarenka (WRuss) 6:3, 6:4.

Shahar Peer (Isr/16) s. Tatiana Golovin (Fr/20) 3:6, 7:5, 7:5.

Lucie Safarova (Tsch) s. Anastasia Jakimowa (WRuss) 6:3, w.o.

Achtelfinal-Tableau: Scharapowa (1)/Garbin (30) - Swonarewa (22)/Ivanovic (13), Tschakwetadse (12)/Kostanic - Molik/Schnyder (8), Clijsters (4)/Bondarenko (29) - Harkleroad/Hantuchova (15), Safina (9)/Li (19) - Nakamura/Hingis (6); Serena Williams - Jankovic (11), Peer (16) - Kusnezowa (3), Dementjewa (7) - Vaidisova (10), Safarova - Mauresmo (2).

Frauen-Doppel, 1. Runde: Francesca Schiavone/Patty Schnyder (It/Sz) s. Jelena Lichowzewa/Jelena Wesnina (Russ/13) 4:6, 7:6 (7:2), 6:1. (si)

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