Aktualisiert 06.07.2012 12:34

Duell mit Djokovic

Federer spielt heute das Spiel seines Lebens

Federer trifft zum sechsten Mal an den letzten acht Grand-Slam-Turnieren auf Novak Djokovic. Es ist das erste Duell auf Rasen, und das kommt dem Schweizer entgegen. Ein Vergleich.

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Roger Federer hat die Möglichkeit, seit 2009 erstmals in Wimbledon das Endspiel zu erreichen. 2010 scheiterte er an Tomas Berdych, 2011 an Jo-Wilfried Tsonga - jeweils im Viertelfinal. In diesem Jahr wird sein Verbleib im Turnier von einem weit grösseren Brocken bedroht: Novak Djokovic. Doch nach zuletzt drei Niederlagen gegen den Serben besteht Hoffnung. Dies, weil Federer auf Rasen antreten kann.

Federer und Djokovic haben sich in der jüngeren Vergangenheit packende Duelle geliefert - meist mit dem besseren Ende für den Serben. Noch ist das Head-to-Head mit 14 zu 12 Siegen positiv für den Schweizer. Aber sechs der letzten sieben Begegnungen gingen verloren, an Grand-Slam-Turnieren vier der letzten fünf. Allerdings musste Federer erst das 27. Duell abwarten, ehe es zum ersten Kräftemessen auf Rasen kommt. Vielleicht die grosse Chance für den 30-jährigen Basler. Auch «Nole» sieht Federers Stärken auf der grünen Unterlage: «Rasen ist am besten auf seine Spielweise zugeschnitten.»

Federer: «Offene Ausgangslage»

Fünf der sieben möglichen Partien des dritten Major-Turniers des Jahres sind absolviert. Ein Blick auf die Wimbledon-Bilanz von Federer zeigt, dass der Schweizer bereit ist, gegen die Weltnummer 1 anzutreten. Und so spricht auch er vor dem Kräftemessen von einer «offenen Ausgangslage».

Der Schweizer stand bis anhin nicht ganz zehn Stunden auf dem Platz, Djokovic mit etwas mehr als neuneinhalb Stunden nur minim weniger. Auch wenn es um die Sätze geht, hat Djokovic mit 16 gegenüber deren 18 von Federer die Nase knapp vorn. Gleiches gilt für die Anzahl Games. Bei Federer stehen 158 zu Buche, bei Djokovic 141. Federer hat mehr Minuten, Sätze und auch Games in den Beinen. Zudem gab die Weltnummer 1 bisher nur einen Satz ab, Federer deren drei - einmal musste der Maestro sogar über fünf.

Abgesehen von der Spieldauer sind Federers Zahlen kaum von denen von Djokovic zu unterscheiden. Der Schweizer kann auf 191 Winner zurückblicken, der Serbe auf 205. Bei den unerzwungenen Fehlern liegt der Schweizer hauchdünn vorn: 78 gegnüber den 79 von Djokovic.

Erste Aufschläge sind gefragt

Entscheidend für einen Erfolg über die den Vorjahressieger wird Federers Aufschlag sein. Bisher konnte sich der Basler zu 80,6 Prozent darauf verlassen, dass er punktet, sofern der erste Service kommt. Mit 79,2 Prozent sitzt ihm Djokovic im Nacken. Was die zweiten Aufschläge anbelangt, so ist der Unterschied zwischen der Weltnummer 1 und 3 nicht mehr auszumachen. Beide holen sich dann zu 59,2 Prozent den Punkt. Bei der Anzahl der Asse führt Federer die Bilanz wieder an: 47:44.

Gemäss Statistik müssten sich die beiden ein Halbfinal-Duell auf Augenhöhe liefern. Es bleibt zu hoffen, dass sich Federer im Vorfeld der Partie einen Überblick über die Zahlen verschafft hat. Denn sie verraten, dass der Schweizer auf Rasen vielleicht besser mit Djokovic mithalten kann als auf irgendeiner anderen Unterlage.

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