Emotionen pur: Federer und Nadal halten Händchen – «warum sollte das unmännlich sein?»

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Emotionen purFederer und Nadal halten Händchen – «warum sollte das unmännlich sein?»

Sie halten Händchen und vergiessen Tränen: Die ikonischen Bilder von Roger Federer und Rafael Nadal gehen um die Welt und sorgen für Debatten. Die Leserinnen und Leser feiern die beiden ab und auch Nadal ist stolz auf seine Emotionen. 

von
Nils Hänggi

Bei Nadal brechen am Laver Cup alle Dämme. 

SRF

Darum gehts

Die emotionalen Momente zwischen Rafael Nadal und Roger Federer bei dessen Abschied am Laver Cup lösten eine hitzige Debatte aus. Beide Superstars übermannten nach der letzten Profipartie des Maestros die Emotionen, sie weinten, hielten Händchen und umarmten sich innig.

Auf Social Media wurde daraufhin die Frage diskutiert, ob sich Männer so in der Öffentlichkeit zeigen dürfen. Ein Teil der Userinnen und User kritisierte Federer und Nadal heftig, andere lobten das offene Zeigen von Emotionen als «vielversprechendes Leuchtfeuer gesunder Männlichkeit.» Auch Markus Theunert, Chef von Männer.ch, lobte gegenüber 20 Minuten die beiden Legenden. 

Emotionen pur: Roger Federer neben Rafael Nadal. 

Emotionen pur: Roger Federer neben Rafael Nadal. 

freshfocus

«Das macht sie menschlich»

Die Community von 20 Minuten ist sich derweil auch sicher. Bei der Umfrage (rund 25’000 Teilnehmende), gaben 62 Prozent der 20-Minuten-Userinnen und -User an, dass Männer weinen dürfen. Lediglich der kleine Anteil von drei Prozent fand, dass sie das nicht machen dürfen.

Und auch in der Kommentarspalte waren sich die Leserinnen und Leser zumeist einig. Han_Solo meint etwa: «Richtige Männer verstecken ihre Tränen nicht. Wer nie weint, hat nie richtig gelebt. Wer will schon ein emotionsloses Leben führen.» Auch Männer hätten das Recht, Gefühle zu zeigen, so User Gebi five. «Das macht sie menschlich nahbar, was voll in Ordnung ist.» Viele würden ihre Emotionen hinunterschlucken. 

«Die Spiele zwischen Federer und Nadal, als sie die grössten Rivalen waren, haben sich in meine Erinnerung gebrannt. Dass sie so viele Jahre später zusammen als Freunde weinen, weil dieses wichtige Kapitel endet, ist unglaublich rührend und schön. Material für einen Film», meint Salmonelli. Aegypterin schreibt: «Es zeigt Grösse, wenn Männer Emotionen zeigen. Weshalb sollte dies unmännlich sein?» Kritik ist in der Kommentarspalte nahezu nicht zu finden. JonBovi ist einer der Ausnahmen, er meint: «Männer dürfen und sollen weinen, wenn eine nahestehende Person gestorben ist. In allen anderen Fällen wirkt es peinlich, vor allem in der Öffentlichkeit.» 

Hast du dir den Laver Cup angeschaut?

Nadal und Federer verbindet Freundschaft

Auch für Nadal sind seine Tränen beim Federer-Abschied etwas ganz Normales. «Ich bin ein sensibler Mensch. Wenn man jemanden sieht, der sich verabschiedet, den man gerne hat, ist es schwierig, nicht emotional zu werden. Es geriet alles ein wenig ausser Kontrolle», so der 36-Jährige in der Radio-Sendung «El Partidazo». Wie der Spanier verrät, habe er das Bild, wie er mit Federer Händchen hält, gar nicht gesehen. Nadal: «Ich bin ja nicht mit sozialen Netzwerken aufgewachsen. Ich schaue ab und zu drauf, aber ich lebe nicht den ganzen Tag mit Social Media.» 

Federer und Nadal – die beiden verbindet eine lange und persönliche Beziehung. Zu sehen war das nicht nur auf den ikonischen Sequenzen, die um die Welt gingen und für Debatten sorgten. Das bestätigt der spanische Superstar im Interview erneut mit herzigen Worten. «Über die Jahre merkte man, dass zwischen uns etwas Spezielles da ist. So haben wir das jedenfalls erlebt und auch die Tenniswelt hat das so wahrgenommen», so Nadal. Und: «Es ist ein Band der Freundschaft entstanden, das andauern wird.»

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