Aktualisiert 15.01.2020 14:48

Wohltätigkeitsanlass Federer und Nadal spenden 170'000 Franken

Die Tenniswelt sammelt Millionen im Kampf gegen die Folgen der australischen Buschfeuer. In Melbourne zeigte sich der Schweizer an einem Showanlass solidarisch.

von
René Stauffer
Melbourne
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An einem Wohltätigkeitsanlass in der Rod-Laver-Arena in Melbourne spielte Roger Federer (l.) gegen den Einheimischen Nick Kyrgios. Bei diesem Charity-Event wurde Geld gesammelt für die Opfer der Buschbrände.

An einem Wohltätigkeitsanlass in der Rod-Laver-Arena in Melbourne spielte Roger Federer (l.) gegen den Einheimischen Nick Kyrgios. Bei diesem Charity-Event wurde Geld gesammelt für die Opfer der Buschbrände.

kein Anbieter/EPA/SCOTT BARBOUR
Federer gewann das Spiel, oder besser gesagt den Satz, im Tiebreak.

Federer gewann das Spiel, oder besser gesagt den Satz, im Tiebreak.

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Der Schweizer warf sein Stirnband ins Publikum, die jungen Fans balgten sich darum.

Der Schweizer warf sein Stirnband ins Publikum, die jungen Fans balgten sich darum.

kein Anbieter/Darrian Traynor/Getty Images

Nachdem sich ein starkes, aber willkommenes Gewitter über der Stadt entladen hatte, rückten in Melbourne an diesem Mittwoch erstmals jene ins Scheinwerferlicht, die hier die nächsten zwei Wochen prägen dürften: die Tennisspieler. Ein Dutzend der Besten trat in der Rod-Laver-Arena zu einem Wohltätigkeitsanlass an mit dem Ziel, Spenden zu sammeln, um die Folgen der verheerenden Buschfeuer zu lindern.

Federer bestritt als Hauptakt das einzige Einzel des Abends, das über einen Satz führte und bei dem ihm Nick Kyrgios gegenüberstand, einer der Initianten dieser Veranstaltung. Es war Federers erster Tennis-Auftritt des Jahres in der Öffentlichkeit, entsprechend konzentriert war der sechsfache Melbourne-Sieger bei der Sache (er gewann den Satz nach Breakrückstand im Tiebreak).

Vorangegangen war ein Plauschdoppel, in dem zwei prominent besetzte Teams in fliegendem Wechsel gegeneinander gespielt hatten: Jenes von Serena Williams, zu dem auch Novak Djokovic, Rafael Nadal, Dominic Thiem und Petra Kvitova gehörten, und jenes der Dänin Caroline Wozniacki. Mit ihr spielten Stefanos Tsitsipas, Alexander Zverev, Coco Gauff und Naomi Osaka.

Insgesamt 3,2 Millionen Franken gespendet

«Seit zwanzig Jahren komme ich hierher. Hier fühle ich mich wie zuhause, und es ist sehr schwer zu sehen, was passiert», sagte Serena Williams betreffend der Buschfeuer. Die Amerikanerin, die Federer dem Publikum als «grössten Spieler aller Zeiten» ankündigte, sprach vielen aus dem Herzen. Auch Rafael Nadal, der dem Publikum eröffnete, dass er und Federer sich unterhalten und beschlossen hatten, gemeinsam 250'000 australische Dollar zu spenden, knapp 170'000 Franken. «Wir hoffen, dass wir damit viele ermutigen, selber zu spenden», so der Spanier.

Spielabbruch wegen Hustenanfall

Die Slowenin Dalila Jakupovic hatte während ihres Quali-Spiels fürs Australian Open Atemprobleme.

Die Schauveranstaltung mit dem Namen «Rally for Relief» war der bisherige Höhepunkt einer fast unüberschaubaren Zahl von Sammelaktionen, die die Buschfeuer in der Tenniswelt ausgelöst haben. So sagte nach der ATP (500'000 Dollar) auch der Internationale Tennisverband zusammen mit drei Grand-Slam-Turnieren eine grössere Spende zu (400'000 Dollar). Am aktivsten ist der australische Tennisverband, der für jedes Ass, das an den grossen australischen Turnieren in diesen Wochen erzielt wird, 100 Dollar überweist. Gemäss dem übertragenden TV-Sender «Nine Network» wurden bis zum Ende der Veranstaltung in Melbourne umgerechnet bereits über 3,2 Millionen Franken gesammelt.

Dieser Betrag dürfte während des Australian Open noch massiv ansteigen. Gespendet werden kann über die Website ausopen.com/aces, wo auch einige Auktionen angeboten werden. Die speziellste (und wohl teuerste) ist mit einem Minimum von 100'000 australischen Dollar der Besuch des Finalwochenendes des Turniers mit Luxusunterkunft, einem Frühstück mit Rod Laver, einer Tennislektion mit Jim Courier, Bildern mit den beiden Champions und vielen weiteren Exklusivitäten.

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