Aktualisiert 14.05.2006 17:49

Federer verliert Marathonmatch gegen Nadal in extremis

Roger Federer und Rafael Nadal lieferten sich beim ATP-Final von Rom eine gnadenlose Abnützungsschlacht: Der Schweizer verlor in extremis mit 7:6, 6:7, 4:6, 6:2 und 6:7. Dies trotz zwei Matchbällen und obwohl er mit 179 Punkten fünf mehr als Nadal erspielt hatte. Das Spiel dauerte fünf Stunden und fünf Minuten.

Roger Federer hat den Final beim Masters-Series-Turnier in Rom hauchdünn verloren. Nach 5:05 Stunden verlor der Weltranglisten-Erste das Endspiel gegen Rafael Nadal 7:6, 6:7, 4:6, 6:2, 6:7.

Federer hatte bei 6:5 im Entscheidungssatz eines hochstehenden Spiels zwei Matchbälle, beide Male setzte er aber eine Vorhand ins Out, wobei besonders der erste Fehler aus einer komfortablen Position heraus zustande kam und deshalb doppelt ärgerlich ist. Wie eng die beiden deutlich besten Spieler der Welt beisammen waren, zeigt sich auch im Punktverhältnis von 179:174 für Federer.

Im Vergleich zur Final-Niederlage in Monte Carlo spielte Federer gegen den spanischen Linkshänder wesentlich besser. Er setzte sein Vorhaben, aggressiv zu spielen, um und spielte vor allem immer wieder auf Nadals Vorhandseite, die dieser jeweils weit offen lässt.

Nach einer Demonstration im ersten Tiebreak - Federer gewann dieses nach fünf Gewinnschlägen 7:0 - hatte der Baselbieter auch in der zweiten Kurzentscheidung seine Chancen. Er führte mit 4:2, verlor das Tiebreak aber wegen insgesamt fünf Vorhandfehlern. Nach einer Baisse im dritten Durchgang bekam dann Federer wieder Oberwasser und hatte auch im fünften Durchgang leichte Vorteile.

Der 19-jährige Mallorquiner hat nun damit viermal hintereinander gegen Federer gewonnen und führt im Head-to-Head 5:1. Für Roland Garros darf Federer aber trotzdem optimistisch sein, hat er doch diesmal das richtige taktische Konzept gefunden.

Nadal darf sich über eine Marke der seltenen Art freuen. Er hat nun die letzten 53 Partien auf Sand gewonnen und damit den Wert von Guillermo Vilas aus dem Jahr 1977 egalisiert.

Die Sätze im einzelnen:

Der 1. Satz:

Wie erwartet schenken sich die beiden weltbesten Tennisspieler auch im Final von Rom gar nichts: Federer lancierte das Spiel mit einem frühen Break, doch Nadal – der die letzten drei Direktbegegnungen für sich entscheiden konnte - holte sich postwendend das Rebreak. In der Folge brachten beide ihre Aufschlagsspiele mehr oder weniger sicher durch, nur beim Spielstand von 6:5 für Federer kam es zu zwei Break- und somit Satzbällen für den Schweizer. Der Weltranglistenerste schaffte es aber nicht, den Sack zuzumachen, nicht zuletzt dank einer hervorragenden Service-Quote (beinahe 90% des 1. Aufschlags landete im Feld) von Sandkönig Nadal. Im anschliessenden Tiebreak allerdings machte Federer schnell alles klar, holte vier Mini-Breaks in Serie und damit den ersten Satz. Der Schweizer ist insgesamt etwas stärker, insbesondere, wenn er seinen 1. Aufschlag durchbringt. Insgesamt hat der Basler bisher sieben Punkte mehr erzielt als Nadal (43:36).

Der 2. Satz:

Beim Stande von 4:5 hatte Federer eine heikle Situation und einen Breakball zu überstehen. Im Gegensatz zum Tiebreak des ersten Satzes den Federer zu Null für sich entschied, konnte Federern eine zweimalige Minibreak-Führung nicht verteidigen und musste nach 2 Stunden 10 Minuten selbst ein Minibreak hinnehmen und gab den Satz mit 5:7 im Tiebreak ab.

Der 3. Satz:

Beim Stande von 1:1 hatte Federer ein erstes Mal eine heikle Situation zu überstehen den Breakball von Nadal beim 30:40 konnte er dann aber abwehren. Ebenso kam Nadal beim 2:2 erneut zu einem Breakball, aber diesmal gelang ihm der Satzdurchbruch. Damit war der dritte Satz bereits entschieden Nadal brachte seine Aufschlagsspiele allesamt sicher ins Trockene und holte den Satz 6:4 für sich.

Der 4. Satz:

Federer hat je länger je mehr Probleme mit dem Spiel des Spaniers. Bereits im ersten Game des vierten Satzes muss er zwei Breakbälle abwehren. Danach die unerhoffte Wende: Federer schafft das Break zum 3:1. Danach hielten bei Federer Aufschlag und Nerven und er schaffte den Satzausgleich. Nadal musste sogar das Break zum 2:6 hinnehmen.

Der 5. Satz:

Federer schafft das Break zum 3:1. im darauffolgenden Game musste Federer zwei Breakbälle überstehen, kann dann aber trotzdem auf 4:1 davonziehen. Beide Spieler sind müde, aber Nadal scheint stärker abzugeben als Federer, was sich in der erhöhten Fehlerzahl auswirkt. Beim Stand von 4:2 muss Federer erneut einen Breakball abwehren - diesmal erfolglos. Alles war wieder offen. Beim Stand von 6:5 und 40:15 hatte Federer bei Aufschlag Nadal zwei Matchbälle. Nachdem er diese nicht nutzen konnte sicherte sich Nadal mit seinem ersten im alles entscheidenden Tiebreak und gewann diesen 7:5. Damit steht es im Head-to-Head 5:1 für Nadal. Federer hat diese Saison drei Niederlagen - alle drei in einem Finale, alle drei gegen Nadal.

Rom. ATP-Turnier. Final:

Roger Federer - Rafael Nadal 7:6 (7:0), 6:7 (5:7), 4:6, 6:2, 6:7 (5:7).

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